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Den Fels in greifbarer Nähe


Hotel Lux Alpinae / Bilder: © Lew Rodin, Thomas Jantscher Hotel Lux Alpinae / Bilder: © Lew Rodin, Thomas Jantscher
Hotel Lux Alpinae / Bilder: © Lew Rodin, Thomas Jantscher Hotel Lux Alpinae / Bilder: © Lew Rodin, Thomas Jantscher
Hotel Lux Alpinae / Bilder: © Lew Rodin, Thomas Jantscher Hotel Lux Alpinae / Bilder: © Lew Rodin, Thomas Jantscher

Ausgehend von den traditionellen Alpenhotels in den Bergen, der Entwicklung des Skisports und des Tourismus am Arlberg vollzieht sich besonders auch in St. Anton eine merkbare Veränderung hin zum Erlebnistourismus. Den Ansprüchen des Gastes wird vermehrt nicht nur mit entsprechenden Angeboten, sondern vielmehr mit adäquaten Typen von Beherbergungsbetrieben entgegengekommen.

Zu diesen zählt auch das in einer Extremlage errichtete Vier-Sterne-Hotel „Lux Alpinae“. Es liegt direkt an der Straße über den Arlberg an einem markanten Punkt und drückt sich dabei scheinbar gegen den dahinter mit 38 Grad Neigung steil aufragenden Bergrücken. Eine Besonderheit stellt die Ausführung der in so einer Gegebenheit notwendigen Hangsicherung dar: Sie wurde an der Hotelrückseite als Kletterwand räumlich in den Komplex integriert. Als durchgehendes Element hat man von jedem Erschließungsgang der insgesamt fünf Geschoße aus immer den Bezug zur mit Spritzbeton versiegelten Felswand, die zu einem beliebten Mittelpunkt - nicht nur für Klettersportler - insbesondere in den Wintermonaten geworden ist.
Durch den Luftraum ist eine vertikale Offenheit hin zum Gebäude gegeben, mittels der auch gleichzeitig eine natürliche Regelung der Luftfeuchtigkeit erzielt werden kann. So erfüllt eine Notwendigkeit zugleich auch weitere ansprechende und nutzbare Funktionen. Trotz der engen Verbindung hin zur Hangrückseite bleibt der Baukörper in seiner Eigenständigkeit weitgehend unbeeinflusst. Er ist durch das zentral gelegene Treppenhaus samt Aufzug in zwei Teile unterteilt, die gegeneinander um ein halbes Geschoß verschoben sind. Den oberen Abschluss bildet ein klares, modernes Dach, welches die umgebenden Satteldächer zitiert, aber nicht nachahmt. Wobei die als ausgefachtes Stahlbetonskelett konzipierte Konstruktion sich überall ablesen lässt.
Besonders die insgesamt 28 Hotelzimmer treten dadurch als dreidimensionales Raster in der Fassade hervor, jedes ausgestattet mit einem Balkon Richtung Süden; die raumhohe, über die gesamte Front reichende Verglasung lässt sich großflächig öffnen. Von den Tiefgaragenplätzen aus gelangt man auf bequeme Weise direkt über einen Panoramalift in jedes der Geschoße. Im Erdgeschoß sind die allgemein zu nützenden Bereiche angeordnet: Neben dem Wellnessbereich mit Sauna, Dampfbad und Massageraum, mit direkter Verbindung ins Freie, liegen der Eingangsbereich mit Lobby, Bar und Restaurant inklusive Küche um ein halbes Geschoß versetzt darüber, aber in der gleichen Funktionsebene.
Der Restaurantbereich samt Bar lässt sich im Sommer auf die vorgelagerte Terrasse hinaus erweitern. Über diesem Gemeinschaftsbereich befinden sich die insgesamt 12 Doppelzimmer und 16 Dreibettzimmer. Den Abschluss im Dachgeschoß bildet die für private Zwecke genutzte 2-geschoßige Wohnung mit Terrasse, wobei diese anderweitige Nutzung sich auch in der Fassadenstruktur klar vom Rest abhebt. An dieser Stelle treten auch die V-Stützen als Gestaltungselemente stark hervor.
In den komplett nach Süden hin orientierten Zimmern garantiert ein zeitgemäßer Standard eine angenehme und ungezwungene Atmosphäre. Neben den Sichtbetonoberflächen, die sich auch überall im Hotel wiederfinden, setzen Wände in den Grundtönen gegensätzliche und klare Akzente. Die hinter dem Kopfende der Betten angebrachten Holzwände geben dem Gesamten einen warmen, an das urtümliche anknüpfenden Charakter. Aber auch technische Raffinesse verfeinert das Bild. In dem direkt neben dem Zimmereingang gelegenen Bad kann die Beleuchtung individuell vom Gast selbst geregelt werden: Mittels „Screenline“-Isolierglas kann die Trennwand als durchsichtig oder undurchsichtig erscheinen, je nach Wunsch, ob man die Aussicht genießen will oder bei der Benützung des Bades eine intime Atmosphäre bevorzugt. Zur Ausstattung aller Zimmer gehören ein TV-Gerät und Telekommunikation über Handys. Die vorgesehenen Doppelbetten können mittels in den Boden eingebrachter Schienen zueinander verschoben werden. So können flexible Situationen hergestellt werden, die im gesamten Hotel als allgemein gültiges Prinzip zur Umsetzung gefunden haben.


Hotel Lux Alpinae

Arlbergstraße 41, A-6580 St. Anton a. A.

Bauherr: Sabine und Alexander Kertess
Planung: Georg Driendl (driendl*architects)
Projektleitung: Christian Formann
Mitarbeit: Franz Driendl, Stefan Puschmann, Franz Bergles
Raumplanerisches Gutachten: Egg
Bauphysik: Fiby
Geologe: Tropper
Statik: Mac Wallnöfer
Grundstücksfläche: 1.514m²
Nutzfläche: 2.050m²
Bebaute Fläche: 592m²
Umbauter Raum: 6.590m³
Planungsbeginn: Jänner 2003
Baubeginn: 7. Mai 2003
Fertigstellung: 29. November 2003
Bauzeit: 6 Monate, 3 Wochen
© Lew Rodin, Thomas Jantscher
Text: Michaela Haller

Ausstattung:

Klima, Haustechnik, Sanitär: Bouvier G.m.b.H.
Walch G.m.b.H. u. Co. KG
Sauna, Solarium, Wellness: Klafs Ges.m.b.H.

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