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Den Fels in greifbarer Nähe
Ausgehend von den traditionellen Alpenhotels in den
Bergen, der Entwicklung des Skisports und des Tourismus am Arlberg vollzieht sich besonders
auch in St. Anton eine merkbare Veränderung hin zum Erlebnistourismus. Den Ansprüchen des
Gastes wird vermehrt nicht nur mit entsprechenden Angeboten, sondern vielmehr mit adäquaten
Typen von Beherbergungsbetrieben entgegengekommen.
Zu diesen zählt auch das in einer Extremlage
errichtete Vier-Sterne-Hotel „Lux Alpinae“. Es liegt direkt an der Straße über den Arlberg
an einem markanten Punkt und drückt sich dabei scheinbar gegen den dahinter mit 38 Grad
Neigung steil aufragenden Bergrücken. Eine Besonderheit stellt die Ausführung der in so
einer Gegebenheit notwendigen Hangsicherung dar: Sie wurde an der Hotelrückseite als
Kletterwand räumlich in den Komplex integriert. Als durchgehendes Element hat man von jedem
Erschließungsgang der insgesamt fünf Geschoße aus immer den Bezug zur mit Spritzbeton
versiegelten Felswand, die zu einem beliebten Mittelpunkt - nicht nur für Klettersportler -
insbesondere in den Wintermonaten geworden ist.
Durch den Luftraum ist eine vertikale Offenheit hin zum Gebäude gegeben, mittels der auch
gleichzeitig eine natürliche Regelung der Luftfeuchtigkeit erzielt werden kann. So erfüllt
eine Notwendigkeit zugleich auch weitere ansprechende und nutzbare Funktionen. Trotz der
engen Verbindung hin zur Hangrückseite bleibt der Baukörper in seiner Eigenständigkeit
weitgehend unbeeinflusst. Er ist durch das zentral gelegene Treppenhaus samt Aufzug in zwei
Teile unterteilt, die gegeneinander um ein halbes Geschoß verschoben sind. Den oberen
Abschluss bildet ein klares, modernes Dach, welches die umgebenden Satteldächer zitiert,
aber nicht nachahmt. Wobei die als ausgefachtes Stahlbetonskelett konzipierte Konstruktion
sich überall ablesen lässt.
Besonders die insgesamt 28 Hotelzimmer treten dadurch als dreidimensionales Raster in der
Fassade hervor, jedes ausgestattet mit einem Balkon Richtung Süden; die raumhohe, über die
gesamte Front reichende Verglasung lässt sich großflächig öffnen. Von den
Tiefgaragenplätzen aus gelangt man auf bequeme Weise direkt über einen Panoramalift in
jedes der Geschoße. Im Erdgeschoß sind die allgemein zu nützenden Bereiche angeordnet:
Neben dem Wellnessbereich mit Sauna, Dampfbad und Massageraum, mit direkter Verbindung ins
Freie, liegen der Eingangsbereich mit Lobby, Bar und Restaurant inklusive Küche um ein
halbes Geschoß versetzt darüber, aber in der gleichen Funktionsebene.
Der Restaurantbereich samt Bar lässt sich im Sommer auf die vorgelagerte Terrasse hinaus
erweitern. Über diesem Gemeinschaftsbereich befinden sich die insgesamt 12 Doppelzimmer und
16 Dreibettzimmer. Den Abschluss im Dachgeschoß bildet die für private Zwecke genutzte
2-geschoßige Wohnung mit Terrasse, wobei diese anderweitige Nutzung sich auch in der
Fassadenstruktur klar vom Rest abhebt. An dieser Stelle treten auch die V-Stützen als
Gestaltungselemente stark hervor.
In den komplett nach Süden hin orientierten Zimmern garantiert ein zeitgemäßer Standard
eine angenehme und ungezwungene Atmosphäre. Neben den Sichtbetonoberflächen, die sich auch
überall im Hotel wiederfinden, setzen Wände in den Grundtönen gegensätzliche und klare
Akzente. Die hinter dem Kopfende der Betten angebrachten Holzwände geben dem Gesamten einen
warmen, an das urtümliche anknüpfenden Charakter. Aber auch technische Raffinesse
verfeinert das Bild. In dem direkt neben dem Zimmereingang gelegenen Bad kann die
Beleuchtung individuell vom Gast selbst geregelt werden: Mittels „Screenline“-Isolierglas
kann die Trennwand als durchsichtig oder undurchsichtig erscheinen, je nach Wunsch, ob man
die Aussicht genießen will oder bei der Benützung des Bades eine intime Atmosphäre
bevorzugt. Zur Ausstattung aller Zimmer gehören ein TV-Gerät und Telekommunikation über
Handys. Die vorgesehenen Doppelbetten können mittels in den Boden eingebrachter Schienen
zueinander verschoben werden. So können flexible Situationen hergestellt werden, die im
gesamten Hotel als allgemein gültiges Prinzip zur Umsetzung gefunden haben.
Hotel Lux Alpinae
Arlbergstraße 41, A-6580 St. Anton a. A.
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| Bauherr: |
Sabine und Alexander Kertess |
| Planung: |
Georg Driendl (driendl*architects) |
| Projektleitung: |
Christian Formann |
| Mitarbeit: |
Franz Driendl, Stefan Puschmann, Franz Bergles |
| Raumplanerisches Gutachten: |
Egg |
| Bauphysik: |
Fiby |
| Geologe: |
Tropper |
| Statik: |
Mac Wallnöfer |
| Grundstücksfläche: |
1.514m² |
| Nutzfläche: |
2.050m² |
| Bebaute Fläche: |
592m² |
| Umbauter Raum: |
6.590m³ |
| Planungsbeginn: |
Jänner 2003 |
| Baubeginn: |
7. Mai 2003 |
| Fertigstellung: |
29. November 2003 |
| Bauzeit: |
6 Monate, 3 Wochen |
| Fotos: |
© Lew Rodin, Thomas Jantscher |
| Text: |
Michaela Haller |
Ausstattung:
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| Klima, Haustechnik, Sanitär: |
Bouvier G.m.b.H. |
Lieferung der Bar und der kältetechnischen Einrichtungen: |
Walch G.m.b.H. u. Co. KG |
| Sauna, Solarium, Wellness: |
Klafs Ges.m.b.H. |
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