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Viva Italia – nero pizza + lounge, München


nero pizza + lounge / Bilder: © Stefan Müller-Naumann, München nero pizza + lounge / Bilder: © Stefan Müller-Naumann, München
nero pizza + lounge / Bilder: © Stefan Müller-Naumann, München nero pizza + lounge / Bilder: © Stefan Müller-Naumann, München
nero pizza + lounge / Bilder: © Stefan Müller-Naumann, München nero pizza + lounge / Bilder: © Stefan Müller-Naumann, München

Das Dreiergespann Mario Ciano, Stefano de Giglio und Flavio Chouquer zählt schon seit längerem nicht mehr zu den Neulingen in der Münchner Gastronomieszene. Seit 1996 führen die drei Unternehmer, die ihre italienische Abstammung nicht verleugnen können, erfolgreich das „Café Interview“ am Gärtnerplatz im Münchner Stadtteil Isarvorstadt. Seit Mitte 2004 haben sie ihren Betrieb mit einer Pizzeria- Lounge namens „Nero“, unweit vom „Interview“ entfernt, erweitern können.

Im Nachfolgelokal des orientalisch angehauchten „Rincon“ hat man nun die ganze Woche lang bis um zwei Uhr in der Früh die Qual der Wahl, unter den zahlreichen Pizzen aus dem Holzofen auszuwählen.
Doch nicht nur der Gaumen der Gäste wird mit original italienischen Pizzen bestochen, auch das Auge und damit das Wohlbefinden kann sich an dem modernen, urbanen Designlokal erfreuen. Die Betreiber beauftragten für den Umbau des alten Lokales die jungen Architekten Gerhard Landau und Ludwig Kindelbacher, die unter dem Namen landau & kindelbacher agieren. Ihre bisherigen Arbeiten zeichnen sich durch die Vielfalt in Art und Größe aus, sie beschäftigten sich mit Designprojekten ebenso wie mit städtebaulichen Aufgaben.
Die Priorität legten die Architekten im Fall „Nero“ beim Interieur nicht nur auf die optimalen Serviceabläufe. Vielmehr haben sie versucht, durch großzügiges Wirken den Raum selbst in Szene zu setzen. Besonders auf die Lichtsituationen wurde hierbei ein spezielles Augenmerk gelegt. Dank des Einwirkens der geschulten Architektenaugen ist es nun möglich, nahe dem Münchner Isartor in einem modern gestylten Ambiente italienische Speisen zu geniessen.

Ein zweigeschoßiges Raumvolumen mit offener Galerie bietet Platz für die Gäste des Restaurants und der Lounge. Den beiden bereits im Namen der Lokalität erwähnten möglichen Tätigkeiten, nämlich „Pizza essen und loungen“ kann auf unterschiedlichen Niveaus nachgegangen werden. Im Erdgeschoß befindet sich der Restaurantbereich, auf der Galerie die Lounge mit Tanzfläche. Durch die sechs Meter hohen Fenster wird der Blick der Vorbeigehenden in das Innere des Restaurants gezogen. Im Erdgeschoß füllen fünf drei Meter lange Tische und je zwei zum Tisch gehörige ebenso lange Bänke den Raum. Die massiven Tische aus Wengeholz erhalten eine Intarsie aus hellem Betonwerkstein, die Holzbänke sind mit einer Lederpolsterung versehen.
Jeweils 10 bis 12 Personen können an diesen langen Tafeln Platz nehmen. Sie sind in strengen Reihen entlang der Fensterachsen platziert und laden zur lockeren Kommunikation ein, ganz so wie man es eben aus Italien gewohnt ist. Wer jedoch gerne unter sich bleiben will, kann sich auch an den in einer langen Reihe entlang der Wand platzierten kleinen Tischen niederlassen. Hier ist es weniger rustikal, eine an der Wand positionierte lederbezogene Bank bietet den Komfort einer Rückenlehne, die gegenübergestellten Sessel die Freiheit des individuellen Verrückens.

Beeindruckend ist die aus 4 x 3 Feldern bestehende Glassplitterwand. Sie ist mit ihrer beachtlichen Größe von 6 x 8 Metern raum- und farbbestimmend. Einerseits wird die 8 m hohe Stirnwand des Raumes dadurch gegliedert und geschmückt, andererseits trägt sie zur Atmosphäre des Raumes bei, da sie hinterleuchtet ist. Die grünen Glassplitter aus Recyclingglas wurden in einer klaren Klebeschicht aus Epoxidharz auf eine diaphane Trägerplatte aufgebracht.
Von der Decke hängen in diesem hohen Raum kugelförmige weiße Lampen. In unterschiedlichen Höhen platziert wirken sie sehr leicht und erinnern an davonschwebende Ballone. Die unterschiedlich großen Kugeln aus weißem Kunststoff wurden über eigens angefertigte Formen tiefgezogen. Diese Beleuchtungskörper machen im Raum ein schönes indirektes Licht. Wie Vollmonde tragen auch sie zur Stimmung bei.
Ein Highlight des neuen „Nero“ ist der neuartige Holzofen. Eine Drehscheibe hebt sich während der Backzeit, um genau die richtige Temperatur unter der Kuppel zu finden. Das macht die Pizza leicht und kross - und immer perfekt gebacken. So vereint Nero neue Technik und alte Tradition.

Auf der Galerie befindet sich die Nero-Lounge: Auf dem dunklen Parkettboden heben sich die modernen, schlichten Ledersofas und -sessel ab. Eine offene Bar und eine kleine Tanzfläche im hinteren Bereich sorgen für die richtige Club-Stimmung. Hier können sich die Gäste gepflegt in ungezwungener Atmosphäre entspannen und sich von der Musik berieseln lassen.
Die offene Galerie bietet den optimalen Platz, um das bunte Treiben im Erdgeschoß zu beobachten. Die Galerie mit ihrer Lounge kann sowohl für DJ- als auch Live-Performance benutzt werden und bietet aufgrund der räumlichen Gegebenheiten eine optimale Plattform für Events und Veranstaltungen jeglicher Art. Der Galeriebereich kann separat angemietet werden.
Natürliche Materialien bestimmen den Raum. Dunkle Parkettböden, Tische und Bänke aus dunklem Holz kontrastieren zu den strahlend weißen Wandflächen und den hellen Lederbezügen. Ein echtes italienisches Bisazza-Mosaik in hellgrüner Farbe bildet einen weiteren Farbtupfer. Das Licht inszeniert sich mit den gewählten Materialien in einem schönen Licht-Schatten-Spiel.

Geometrische Strenge einerseits und sinnlich verspielte Elemente andererseits laden dazu ein, das Erlebnis „Pizzaessen“ neu zu interpretieren.
Fast könnte man annehmen sich nächtens im Freien zu befinden, wo man bei einer klaren Vollmondnacht den umliegenden Sternen und Planeten ganz nahe ist.


nero pizza + lounge

Rumfordstraße 34, D-80469 München

Bauherr: Vita G.m.b.H., München
Planung: landau + kindelbacher architekten - innenarchitekten
Mitarbeit: Tina Allmeier, Gerhard Landau, Ludwig Kindelbacher
Nutzfläche: 330m²
Bauzeit: 19. 7. 2004 bis 27. 8. 2004
Fertigstellung: Oktober 2004
© Stefan Müller-Naumann, München
Text: Katharina Tielsch

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