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Eine Hommage an Triest...


Pan e Giardin / Bilder: © Robert Marksteiner, Archiv hotel style Pan e Giardin / Bilder: © Robert Marksteiner, Archiv hotel style
Pan e Giardin / Bilder: © Robert Marksteiner, Archiv hotel style Pan e Giardin / Bilder: © Robert Marksteiner, Archiv hotel style
Pan e Giardin / Bilder: © Robert Marksteiner, Archiv hotel style Pan e Giardin / Bilder: © Robert Marksteiner, Archiv hotel style

… oder. Was haben die klassischen Campari-Soda-Fläschchen und das „Pan e Giardin“ gemeinsam?
Grundsätzlich nichts, und im vorliegenden Kontext doch sehr viel…

Das „Pan e Giardin“ ist ein seit 23. Mai existierendes Lokal in der Wiener Salesianergasse, Ecke Strohgasse, dessen Betreiber sich zum Ziel gesetzt hat, norditalienische Spezialitäten den Gästen nachhaltig näher zu bringen. Bei einem angenehmen Aperitif, beispielsweise einem Campari-Grapefruit-Mix, lässt sich unter großzügigen Leinenschirmen der Sommer genießen. Mitunter trifft man den italophilen Chef persönlich an, und dann kann mehr über ungesundes Essverhalten und das Verbinden von „Bekömmlichkeit“ und „Schmackhaftigkeit“ fern von Diätplänen erfahren werden. Im Gegensatz zu vielen Trendlokalen in der Wiener Innenstadt setzt das „Pan e Giardin“ nicht auf schicke Getränke, die von Kärnten bis Wien seit Jahren ins Sommerprogramm gehören, sondern auf das Bewusstmachen der Vielfältigkeit italienischer Köstlichkeiten und das Ausprobieren derer. Sommer und Leichtigkeit ist hier das Stichwort, und die architektonische Erscheinung bietet den idealen Rahmen für das gastronomische Ziel. Eigentlich ist das „Pan e Giardin“ nur die kleine Schwester des um die Ecke liegenden „Pan e Wien“, einem Restaurant, das sich ganz der italienischen Küche verschrieben hat. Beide Lokale befinden sich in einem 1843 von Baumeister Anton Hoppe errichteten Biedermeierhaus, das ab August 2004 von den Architekten Frank & Partner umgebaut wurde. Seit Fertigstellung der Bauarbeiten im Mai 2005 sind neben den beiden Lokalen auch Wohnungen und Büros in der liebevoll und aufwändig renovierten Liegenschaft untergebracht. Eben diese Einbettung in traditionelle Baustruktur macht das „Pan e Giardin“ besonders reizvoll für den stadtermüdeten Besucher. Ein aufwändig gearbeiteter schmiedeeiserner Zaun trennt die urbane Welt von dieser Oase des Genusses, die durch einen feinen Gastgarten zum Verweilen einlädt. Mit Rücksicht auf den Baumbestand wurde der Garten im Zuge der Umstrukturierung neu gestaltet, und Ziel der Planer war es, durch die neue Geometrie dem Freiraum mittels Kiesflächen, Klinker und Sandstein-Platten französisches Flair zu geben. Der kleine aber sehr feine Indoor-Bar-Bereich ist über ein Holzpodest zu erreichen, wobei die Bar durch ein Eichenportal betreten wird, dessen faltbare Türelemente Garten und Bar räumlich verschmelzen lassen. Der Innenbereich präsentiert sich durch geschmackvolle Möblierung und delikate wie schlichte Details: Die Wandverkleidung ist ornamentlos mit Nussholz verkleidet, wobei sich die Theke aus Messing hoheitsvoll von diesem erdigen Hintergrund abhebt. Um den Bar-Charakter zu betonen sind in den Fensternischen gegenüber der Theke Sitzbänke angebracht, von denen aus der Gast die Vorgänge in der Küche beobachten kann. Diese Kochnische wiederum besteht aus einem Nirosta-Element, das von der Schweizer Firma Franke Küchen stammt, und wird durch Corian-Flächen vervollständigt. Ergänzt und sichtbar für den Besucher wird dieses Industrieobjekt durch eine Glasvitrine, deren Form auf „Visionen“ des Betreibers Thomas Edlinger zurückzuführen ist.
Eine Besonderheit des Lokals besteht außerdem in der sensiblen Integration der Decke, die aus typischen Biedermeier-Gurtbögen besteht und indirekt beleuchtet werden. Alt und Neu wurde hier geschmackvoll kombiniert, gastronomische Visionen stehen im Gleichgewicht mit edler Materialwahl der Möblierung. Vorgesehen ist, dass das „Pan e Giardin“ als Sommerlokal betrieben wird und als Bar-Ergänzung des schon seit fast acht Jahren bestehenden Restaurants „Pan e Wien“ fungiert. Es ist allerdings zu hoffen, dass diese kleine Perle im Herzen der Stadt auch im Winter offen steht, um kühler Tristesse herzerwärmende norditalienische Spezialitäten in architektonisch formvollendeten Rahmen entgegenzusetzen.


Pan e Giardin

Salesianergasse/Ecke Strohgasse, 1030 Wien

Bauherr: Salesianergasse 23 Verwaltungs G.m.b.H.
Planung: Andrea Frank
Einrichtung: Silvestrin + Franke
Statik: Herbert Endl
Baubeginn: August 2004
Fertigstellung: Mai 2005
© Robert Marksteiner, Archiv hotel style
Text: Sandra Knöbl

Ausstattung:

Ausführung der Glaserarbeiten: E. Lackinger G.m.b.H.
Baumeisterarbeiten: Voitl & Co. Bau G.m.b.H.
Stöllnberger G.m.b.H.
HKLS-Planung: Solartherm Wärmeanlagen G.m.b.H.
Innenausbau: Werner Kiem

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