Die ehemals beliebte und für das damalige
Besucheraufkommen ausreichende Kumpf-Thermenanlage, die sich vor allem durch verspielte
Häuschen und „liebliche“ Innenraumdekoration in Blau und Gelb gehalten auszeichnete, konnte
den gegenwärtigen Anforderungen der Tourismuswelt nicht länger gerecht werden. Dieser
Umstand veranlasste die Betreiber, im großen Stil umzubauen. Nach dem Umbau und Erweiterung
der Kumpf-Therme und des „Birdie Hotel“ nennt sich der Komplex seit Eröffnung im September
2004 „Golf- und Thermenresort Stegersbach“. Das heutige Erscheinungsbild des
Wellnesskomplexes ist auf einen Architekturwettbewerb zurückzuführen, aus dem das nun
realisierte Projekt als Sieger hervorging.
Grundsätzlich wurde der Bruttorauminhalt der Thermenfläche von 33.500 m3 auf 68.745 m3
gesteigert. Das Hotel erfuhr dabei eine Erweiterung von 172 auf 300 Betten und darf nun
eine hoteleigene Thermallandschaft, Beauty- und Gesundheitsabteilungen aber auch erweiterte
Restaurantbereiche sein Eigen nennen.
Eine fiktive Tour durch die neue Wellnessanlage, beginnend mit dem Hotelbereich: Mit
räumlicher Großzügigkeit wird man hier begrüßt - ein dreigeschoßiges Atrium lädt zum
Eintreten ein, und an der Rezeption kommt der Gast erstmals mit der Innenarchitektur in
Berührung, welche sich als konsequentes Konzept durch alle Baukörper des Ressorts zieht.
Akazienholz in allgemeinen Bereichen, Birkenholz in den Zimmern und Suiten, warme Rot-Töne
und ruhige Sandfarben sind das neue Markenzeichen der Thermen- und Hotelanlage. Von der
Lobby aus gelangt man entweder direkt über das Atrium in die Zimmer, oder man begibt sich
kurzerhand in die Bar. Dieser gastronomische Bereich ist visuell durch eine Nurglaswand mit
Baumrinden-Motiv vom Eingangsbereich getrennt und wird im Untergeschoß von einer kleinen
aber heimeligen Weinbar ergänzt. Gediegen ist auch die Barmöblierung: Die Theke bietet dem
„Steh-Achterl-Gast“ mit Leder überzogene Anlehnmöglichkeit, und die Akazienmöblierung
ergibt ein stimmiges Ganzes.
Auch die bis zu 300 Hotelgäste fassenden Zimmer bestechen einerseits durch klare Formgebung
der Möbel und individuelle Lichtstimmungen, die mit gezielt eingesetzten und steuerbaren
Beleuchtungskörpern ermöglicht werden. Eine räumliche Spezialität der Zimmer: Die
Juniorsuiten glänzen vor allem durch ihre räumliche Aufteilung. Neben dem Hauptschlafzimmer
steht ein weiteres Zimmer zur Verfügung, das über eine interne Treppe zu erreichen ist.
Vom Hotelbereich gelangt man über das neue Restaurant weiter in den Gesundheits- und
Beautybereich. Der ehemals außen liegende Pool der alten Therme wurde zum überbauten, den
Hotelgästen vorbehaltenen Hallenbad, das nun mit einem neuen außen liegenden Becken
verbunden ist. Den Benutzer dieses Bereiches erwartet Geborgenheit und Intimität,
hervorgerufen durch Massivholzlamellen, Pflanzenlandschaft und feingliedrigen Mosaikflächen.
Angrenzend an diesen semi-öffentlichen Bereich befindet sich das Refugium, das sich aus
Massage und Therapieräumen zusammensetzt. Hier wird der Gast nicht nur von aromatischen
Düften betört, sondern auch farblich ganz auf Wohlfühlen eingestellt. Um ein zentrales
Therapiebecken sind acht Einzeltherapieräume angeordnet, wobei das Becken einige
Besonderheiten zu bieten hat. Umgeben von einer azurblauen Glasbausteinmauer in Ringform
erscheint der Raum mystisch und wohlig gleichzeitig. Ein nicht unmagisches Detail des
Therapiebeckenraumes: Mittels Wünschelrutenverfahren wurde ein Energiepunkt im
Beckenbereich gefunden, und durch Lichtinstallationen für alle ersichtlich markiert.
Bodenständiger geht es im Saunabereich weiter - um einen Whirlpool im Saunahof angeordnete
Sauna-Räume wurden schlicht rustikal ausgeführt, und kleine Eisbrunnen, zwischen
schneckenförmigen Duschen angebracht, dienen zur Abkühlung.
Kühle Wellen sind auch im Thermenbereich zu erwarten: Ein Wellenbecken und umgebende
Thermalbecken dienen Tages- wie Hotelgästen zur Erfrischung, wobei die Thermenhalle eine
Indoor-Erweiterung erfuhr. Weitläufige Ruhebereiche ergänzen den thermalen Genuss und
fallen besonders durch Creme-, Beige-, Sand-, Rot- und Braun-Töne an der Wandgestaltung auf,
bestechen aber auch mit dottergelben, an die 1950er-Jahre erinnernden Liegestühle. Ergänzt
wird der Thermenbereich von einem Restaurant, dessen Räumlichkeiten Sichtbezüge in die
Landschaft zulassen, und auch hier ist die Möblierung als Teil des gesamten
Innenarchitekturkonzeptes zu erkennen.
Der Thermeneingang, der bei einem theoretischen Rundgang nun den Ausgang darstellt, wird
von einer lang gezogenen Akazienholzbank flankiert, von Rolltreppen durchdrungen, mit
Wellnessprodukten bestückten Vitrinen bespielt, und zusätzlich gelangt man von diesem Punkt
der Therme Stegersbach mittels Verbindungsgang in das Balance Resort, das seit der
Eröffnung im März 2005 den unmittelbaren Nachbarn des Thermenresorts bildet.
Golf- und Thermenresort Stegersbach
Golfstrasse 1, 7551 Stegersbach
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| Bauherr: |
Golfschaukel im Südburgenland GmbH & Co KG |
| Planung: |
Anton Mayerhofer |
| Innenarchitektur: |
Sylvia Benno |
| Mitarbeit/Innenarchitektur: |
Margarete Hammerl |
| Grundstücksfläche: |
110.000m² |
| Bebaute Fläche: |
17.000m² |
| Planungsbeginn: |
2002 |
| Bauzeit: |
August 2003 bis September 2004 |
| Fertigstellung: |
September 2004 |
| Fotos: |
© Walter Luttenberger, Archiv Architekten |
| Text: |
Sandra Knöbl |
Ausstattung:
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| Pflanzen und Dekoration: |
St. Peter-Blumen |
| Verfliesungsarbeiten: |
Keramik Bau Weiz (Lieb Gruppe) |
Textile Ausstattung, div. Möbelstoffe sowie Vorhänge in öffentl. Bereichen und in den Zimmern: |
Backhausen |
| Beleuchtung: |
Molto Luce |
Möbeltischlerarbeiten und lose Möblierung: |
Rudolf Wirth |