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Golf- und Thermenresort Stegersbach


Golf- und Thermenresort Stegersbach / Bilder: © Walter Luttenberger, Archiv Architekten Golf- und Thermenresort Stegersbach / Bilder: © Walter Luttenberger, Archiv Architekten
Golf- und Thermenresort Stegersbach / Bilder: © Walter Luttenberger, Archiv Architekten Golf- und Thermenresort Stegersbach / Bilder: © Walter Luttenberger, Archiv Architekten
Golf- und Thermenresort Stegersbach / Bilder: © Walter Luttenberger, Archiv Architekten Golf- und Thermenresort Stegersbach / Bilder: © Walter Luttenberger, Archiv Architekten

Die ehemals beliebte und für das damalige Besucheraufkommen ausreichende Kumpf-Thermenanlage, die sich vor allem durch verspielte Häuschen und „liebliche“ Innenraumdekoration in Blau und Gelb gehalten auszeichnete, konnte den gegenwärtigen Anforderungen der Tourismuswelt nicht länger gerecht werden. Dieser Umstand veranlasste die Betreiber, im großen Stil umzubauen. Nach dem Umbau und Erweiterung der Kumpf-Therme und des „Birdie Hotel“ nennt sich der Komplex seit Eröffnung im September 2004 „Golf- und Thermenresort Stegersbach“. Das heutige Erscheinungsbild des Wellnesskomplexes ist auf einen Architekturwettbewerb zurückzuführen, aus dem das nun realisierte Projekt als Sieger hervorging.
Grundsätzlich wurde der Bruttorauminhalt der Thermenfläche von 33.500 m3 auf 68.745 m3 gesteigert. Das Hotel erfuhr dabei eine Erweiterung von 172 auf 300 Betten und darf nun eine hoteleigene Thermallandschaft, Beauty- und Gesundheitsabteilungen aber auch erweiterte Restaurantbereiche sein Eigen nennen.
Eine fiktive Tour durch die neue Wellnessanlage, beginnend mit dem Hotelbereich: Mit räumlicher Großzügigkeit wird man hier begrüßt - ein dreigeschoßiges Atrium lädt zum Eintreten ein, und an der Rezeption kommt der Gast erstmals mit der Innenarchitektur in Berührung, welche sich als konsequentes Konzept durch alle Baukörper des Ressorts zieht. Akazienholz in allgemeinen Bereichen, Birkenholz in den Zimmern und Suiten, warme Rot-Töne und ruhige Sandfarben sind das neue Markenzeichen der Thermen- und Hotelanlage. Von der Lobby aus gelangt man entweder direkt über das Atrium in die Zimmer, oder man begibt sich kurzerhand in die Bar. Dieser gastronomische Bereich ist visuell durch eine Nurglaswand mit Baumrinden-Motiv vom Eingangsbereich getrennt und wird im Untergeschoß von einer kleinen aber heimeligen Weinbar ergänzt. Gediegen ist auch die Barmöblierung: Die Theke bietet dem „Steh-Achterl-Gast“ mit Leder überzogene Anlehnmöglichkeit, und die Akazienmöblierung ergibt ein stimmiges Ganzes.
Auch die bis zu 300 Hotelgäste fassenden Zimmer bestechen einerseits durch klare Formgebung der Möbel und individuelle Lichtstimmungen, die mit gezielt eingesetzten und steuerbaren Beleuchtungskörpern ermöglicht werden. Eine räumliche Spezialität der Zimmer: Die Juniorsuiten glänzen vor allem durch ihre räumliche Aufteilung. Neben dem Hauptschlafzimmer steht ein weiteres Zimmer zur Verfügung, das über eine interne Treppe zu erreichen ist.
Vom Hotelbereich gelangt man über das neue Restaurant weiter in den Gesundheits- und Beautybereich. Der ehemals außen liegende Pool der alten Therme wurde zum überbauten, den Hotelgästen vorbehaltenen Hallenbad, das nun mit einem neuen außen liegenden Becken verbunden ist. Den Benutzer dieses Bereiches erwartet Geborgenheit und Intimität, hervorgerufen durch Massivholzlamellen, Pflanzenlandschaft und feingliedrigen Mosaikflächen. Angrenzend an diesen semi-öffentlichen Bereich befindet sich das Refugium, das sich aus Massage und Therapieräumen zusammensetzt. Hier wird der Gast nicht nur von aromatischen Düften betört, sondern auch farblich ganz auf Wohlfühlen eingestellt. Um ein zentrales Therapiebecken sind acht Einzeltherapieräume angeordnet, wobei das Becken einige Besonderheiten zu bieten hat. Umgeben von einer azurblauen Glasbausteinmauer in Ringform erscheint der Raum mystisch und wohlig gleichzeitig. Ein nicht unmagisches Detail des Therapiebeckenraumes: Mittels Wünschelrutenverfahren wurde ein Energiepunkt im Beckenbereich gefunden, und durch Lichtinstallationen für alle ersichtlich markiert.
Bodenständiger geht es im Saunabereich weiter - um einen Whirlpool im Saunahof angeordnete Sauna-Räume wurden schlicht rustikal ausgeführt, und kleine Eisbrunnen, zwischen schneckenförmigen Duschen angebracht, dienen zur Abkühlung.
Kühle Wellen sind auch im Thermenbereich zu erwarten: Ein Wellenbecken und umgebende Thermalbecken dienen Tages- wie Hotelgästen zur Erfrischung, wobei die Thermenhalle eine Indoor-Erweiterung erfuhr. Weitläufige Ruhebereiche ergänzen den thermalen Genuss und fallen besonders durch Creme-, Beige-, Sand-, Rot- und Braun-Töne an der Wandgestaltung auf, bestechen aber auch mit dottergelben, an die 1950er-Jahre erinnernden Liegestühle. Ergänzt wird der Thermenbereich von einem Restaurant, dessen Räumlichkeiten Sichtbezüge in die Landschaft zulassen, und auch hier ist die Möblierung als Teil des gesamten Innenarchitekturkonzeptes zu erkennen.
Der Thermeneingang, der bei einem theoretischen Rundgang nun den Ausgang darstellt, wird von einer lang gezogenen Akazienholzbank flankiert, von Rolltreppen durchdrungen, mit Wellnessprodukten bestückten Vitrinen bespielt, und zusätzlich gelangt man von diesem Punkt der Therme Stegersbach mittels Verbindungsgang in das Balance Resort, das seit der Eröffnung im März 2005 den unmittelbaren Nachbarn des Thermenresorts bildet.


Golf- und Thermenresort Stegersbach

Golfstrasse 1, 7551 Stegersbach

Bauherr: Golfschaukel im Südburgenland GmbH & Co KG
Planung: Anton Mayerhofer
Innenarchitektur: Sylvia Benno
Mitarbeit/Innenarchitektur: Margarete Hammerl
Grundstücksfläche: 110.000m²
Bebaute Fläche: 17.000m²
Planungsbeginn: 2002
Bauzeit: August 2003 bis September 2004
Fertigstellung: September 2004
© Walter Luttenberger, Archiv Architekten
Text: Sandra Knöbl

Ausstattung:

Pflanzen und Dekoration: St. Peter-Blumen
Verfliesungsarbeiten: Keramik Bau Weiz (Lieb Gruppe)
Backhausen
Beleuchtung: Molto Luce
Rudolf Wirth

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