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Hotel Daniel in Graz
Das Hotel Daniel in Graz ist leicht zu finden. Es liegt
im Schnittpunkt zweier Hauptverkehrsachsen und direkt neben dem Hauptbahnhof. Der mit 7
Stockwerken knapp unter der Hochhausgrenze liegende Hotelturm ist besonders nachts schon von
weitem zu sehen. Denn die der Innenstadt zugewandte Loggia-Fassade ist ein Lichtkunstwerk
und liegt genau in der Flucht der vielfrequentierten Einkaufsmeile Annenstraße. So wirkt
das Hotel als „Citymark“, ganz im Sinne des Stadtplanungsamtes, das in diesem Gebiet eine
Hochhauszone in Erwägung zieht.
Vom Bahnhof kommend könnte man das Gebäude eventuell
doch übersehen, einfach weil man es in dieser Form nicht erwartet. Die dem Bahnhofspark
zugewandte Fassade verschwindet nämlich fast über die ganze Höhe hinter einem Pelz aus
wilden Weinranken. Das Hotel ist ein Architektur-Klassiker aus den 1950er-Jahren und wurde
heuer nach einer Neukonzeptionierung gründlich revitalisiert. Der Haupteingang wird über
die gesamte Gebäudelänge von einer jugendlichen Vespa-Flotte flankiert, die den Gästen
leihweise zur Verfügung steht. Das Auto kann also ruhig zu Hause bleiben, vom Bahnhof aus
braucht man weder Taxi noch Stadtplan. Aber mitgebracht werden sollten Lust am Design,
Lässigkeit und ein junges Gemüt. Das Angebot richtet sich vor allem an junge Pärchen und
gute Freunde/innen. Es gibt nur 2-Bett-Zimmer, 101 an der Zahl. Die einzige Suite, die es
früher gab, wurde in 2 Zimmer aufgeteilt. Die Preise sind im moderaten „Budget“-Bereich,
die Ausstattung ist von einem Designerstudio. Das ergibt zusammen das erste
„Budget-Designerhotel“ in Österreich.
Graz zieht seit dem Kulturstadtjahr 2003 vermehrt Kultur-Touristen an und hat daher einen
Bedarf an modern gestylten Unterkünften, die sich auch jüngere Gäste leisten können und
ihnen ein Ambiente bieten, das ihrem Lebensgefühl entspricht. Das Berliner Designerstudio
Werner Aisslinger, das für die Innenausstattung verantwortlich zeichnet, ging als Sieger
aus einem Ideen-Wettbewerb hervor. Die Doppelzimmer gibt es in zwei Größen, die größeren
haben üppige 4 m2 Bettfläche und eine Loggia Richtung Annenstraße, die kleineren 160 cm
breite Doppelbetten und gewöhnliche Fenster. Die Gestaltung erfolgte nach dem Prinzip
„Weniger ist mehr“. So wurde z. B. auf Schränke verzichtet, stattdessen gibt es ein offenes
Garderobemöbel, das keinen Raum verstellt und lässig zu bedienen ist. Es gibt auch kein
Badezimmer, sondern offen im Raum stehende, mit Stein verkleidete Waschplätze. Dafür sind
die „Rainshower“-Duschen ungewöhnlich groß, um den Erlebniswert zu steigern. Junge Menschen
wollen Spaß, daher steht der sinnliche Nutzen im Vordergrund. „Rainshower“-Duschen haben
überdimensionierte Duschköpfe und einen Wasserstrahl wie von Regentropfen, so weich und
breit. Die Dusche erhält, obwohl innen liegend, Tageslicht über eine lichtdurchlässige
Glaswand, die mit Naturmotiven bedruckt ist. Weitere Styling-Elemente sind großzügige
Betthäupter mit Filzbezug und integrierten Leuchten, an denen man wirklich bequem lehnen
kann. Das Sitzen, Essen, Lesen und Schreiben im Bett erleichtert ein fahrbarer Tisch-Trolly,
der wie ein Krankentisch über´s Bett gezogen werden kann. Übliche Tische und Stühle gibt es
nicht. Stattdessen filzbezogene und mit Kissen bestückte Bänke, die lang genug sind, um auch
darauf liegen zu können und die in Kombination mit den Trollies als Schreibplätze dienen.
Die Bänke sind mal blau und mal grün, die Farben allgemein bunt, aber mild aufeinander
abgestimmt. Ein besonderes Wohngefühl vermitteln auch die Vorhänge: Vor den Terrassentüren
zu den Loggien bestehen die Vorhänge aus feinen weißen Fäden. Sichtschutzvorhänge gibt es
zusätzlich. Bei den kleineren Zimmern sind sie wie Schiebetüren verschiebbar und in ein
Kastenelement integriert, das auch die Sitzbank enthält.
In den oberen Geschoßen genießt man auf Grund der Lage einen tollen Ausblick auf die Stadt.
Für audio-visuelle Vergnügungen bieten die Zimmer außerdem CD- und DVD-Player, TV, Telefon
und Internet-Zugang. Die Rezeption, die zugleich die Bar ist, ist rund um die Uhr geöffnet.
In diesem Hotel kann man leicht die Zeit und die Stadt Graz vergessen! Das Hotel hat
allerdings kein Restaurant, und nun wird doch ein Ausflug in die berühmte Grazer
Gastgarten-Szene fällig, am besten auf einer der bereit stehenden Vespas. Für Getränke,
Snacks und kleine Utensilien wie vergessene Zahnbürsten sorgt neben der Bar ein Automat.
Die gesamte Erdgeschoßzone ist als offener Großraum wie ein Loft angelegt und lädt zum
Entspannen oder Plaudern ein. Entweder auf der gut eingewachsenen Frühstücksterrasse, auf
einem Liegestuhl am baumbestandenen Bahnhofsvorplatz, einer der Lederbänke entlang der
Glasfront, einem der Kaffeehaustische oder auf einem der Designer-Stühle am großen
Gemeinschaftstisch. Im Winter ist ein Platz vor dem offenen Kamin zu empfehlen, mit der
Bibliothek und dem stimulierenden Wasserbecken. So bietet die Lobby bzw. der „Loft“
unterschiedlich kommunikative Bereiche mit wechselnden Materialien und geschmackvollen
Details. Hier sollte es nicht schwer fallen, neue Leute kennen zu lernen und ein
städtisches Urlaubsgefühl zu genießen.
Das Besondere an diesem neuen Hotelkonzept ist, dass es gelingt, Designqualität und
Kostengünstigkeit zu vereinen. Das „Daniel“ bietet keinen Luxus im herkömmlichen Sinne,
aber viel Charme und einen hohen Nutzwert für die anvisierte junge Zielgruppe. Sie findet
hier alles, was sie gerne mag und vermisst nichts, worauf sie sowieso gerne verzichtet,
z. B. Hotelpagen, förmliche Bedienung, Dekorationen und eine gediegene Speisekarte. Gespart
wurde außerdem vor allem in jenen Bereichen, die für die Gäste nicht sichtbar sind. Das
Angenehme daran ist, dass dieser Sparwille nicht durchgängig, sondern die Qualität in
einzelnen Bereichen erstklassig ist. Zu erwähnen ist hier vor allem der Bereich des offenen
Kamins, der in eine geschichtete Natursteinwand eingelassen ist, einen edlen Holzfußboden
hat und mit feinen Holzläden ausgestattet ist.
Ingesamt überzeugt das „Daniel“ durch seine lockere Atmosphäre. Zur Eröffnung wurde es von
jungen und „stylischen“ Menschen gestürmt. Es verträgt Turnschuhe ebenso gut wie Saisonmode
und zeitlose Basics. Das Outfit spielt in Graz eine größere Rolle als anderswo, aber
Design ist generell ein Wachstumsmarkt, weil es wie die Mode das Lebensgefühl bestimmt. Es
ist daher zu wünschen, dass das „Daniel“ bald viele Nachfolgeprojekte bekommt.
Hotel Daniel
Europaplatz 1, 8021 Graz
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| Bauherr: |
Weitzer Hotels Betriebsgesmbh, Graz |
| Planung: |
Oliver Massabni, a2 hotelconcept G.m.b.H., Wien |
| Interior Design: |
studio aisslinger, Berlin |
wirtschaftl. u. konzeptionelle Beratung: |
PKF hotelexperts G.m.b.H., Wien |
| Grundstücksfläche: |
1.760m² |
| Bebaute Fläche: |
510m² |
| Umbauter Raum: |
10.200m³ |
| Planungsbeginn: |
Mai 2004 |
| Bauzeit: |
Jänner bis Juni 2005 |
| Fotos: |
© Veronika Stabinger, Peter Riedler |
| Text: |
Irmgard Brottrager |
Ausstattung:
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Software: Fidelio FO, Restaurantsystem M 3700: |
Hugin Sweda |
LED Hinterleuchtung von Bar-Vitrine, randlose Deckeneinbauleuchten, Strahler für Fassadenbeleuchtung: |
Xenon |
Trockenbau-, Maler-, Bodenarbeiten, Inneneinrichtung für Zimmer und Flure, gesamter Bäderbereich: |
Bachhuber & Söhne |
Rohinstallation Heizung/Sanitär, Zimmer-Klimatisierung, Küchenentlüftung tw. Lieferung, Montage v. Heizungskonvektoren: |
Thumfort |
| Malerarbeiten: |
Fasser KG |
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