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Kurhotel Fontana in Bad Radkersburg
Bad Radkersburg ist eine kleine Bezirksstadt im
3-Länder-Eck Österreich, Ungarn und Slowenien, und seit 1978 eine Thermenstadt. Eine
oberirdische Quelle und ein Kurmittelhaus gab es hier schon früher. Ende der 1980er-Jahre
wurde in die Tiefe gebohrt und 80 Grad heißes Thermalwasser gefunden. Das war der Beginn
für die Bauarbeiten an den Thermalanlagen.
Das Architekturbüro Team A Graz hatte das Glück, von
Anfang an dabei zu sein und erstellte nicht nur den Bebauungsplan, sondern errichtete auch
die zentrale „Parktherme“ von Bad Radkersburg, ein organisches Gebilde mit runden und
weichen Formen. Später kamen weitere Baustufen hinzu, und der neueste Streich ist nun das
„Kurhotel Fontana“, direkt am Rande der Altstadt an der Alfred-Merlini-Allee gelegen. Das
Hotel ist in erster Linie für Kurgäste geplant, steht aber auch für andere Besucher offen.
Mit dem Thermalhotel Fontana eröffnet die Mare-Unternehmensgruppe ihren siebten
Gesundheitsbetrieb in Österreich und hat ein Direktverrechnungsabkommen mit fast allen
österreichischen Sozialversicherungsträgern. Daher können im „Fontana“ auch Gäste logieren,
die sich ein Wellnesshotel eigentlich nicht leisten könnten.
Eine Vorschrift der Krankenkassen besteht darin, dass die Patienten nur in Einzelbetten
untergebracht werden dürfen. Daher hat die Mehrzahl der Zimmer breite Einzelbetten
(grand lits) von 1,60 m, wo am Wochenende auch die Partner hinzukommen können. Außer
diesen großzügigen Einzelzimmern gibt es eine geringere Zahl Zweibett-Zimmer, aber nur
wenige echte Doppelzimmer mit Doppelbetten für 2 Personen. Die aus medizinischen Gründen
überwiesenen Kurgäste haben meist ein ganztägiges Programm zu verfolgen und daher relativ
wenig „Freizeit“ für selbstbestimmte Vergnügungen. Drei Ärzte und verschiedene
Gesundheitstherapeuten kümmern sich um das Wohlergehen und die Fortschritte der Patienten.
Das ist die gesundheitliche Seite des Hotels. Auf der anderen Seite ist das „Fontana“ ein
Wellnesshotel, in dem man es sich gut gehen lassen kann - fernab von F.X.-Mayer-Kuren,
Lymphdrainagen und Heilgymnastik.
Das 4-Sterne-Hotel verfügt über ein ausgezeichnetes Restaurant und eine Café-Bar, die
auch als Tanzcafé in Verwendung ist. Das Restaurant bedient beide Seiten, kann sowohl
laut ärztlichen Speiseplänen kochen als auch mit lokalen und internationalen Gerichten
aufwarten. Mehr als ein Drittel des Restaurants befindet sich in einem von oben belichteten
Wintergarten, der auf Grund seiner Nordlage keine thermischen Probleme bereitet. Nach dem
Essen kann man sich noch in das Café begeben und in einer der vielen internationalen
Zeitungen blättern. Das Café hat einen großen runden Erker, in dem nicht nur Tänzer ihre
Runden drehen können, sondern der auch von außen als besonderer Bauteil ins Auge fällt.
Die Rundung ist als einladende Geste gedacht, die zusammen mit der Café-Terrasse
vorbeiflanierende Spaziergänger anziehen kann, ohne dass diese das Gefühl haben, ein
geschlossenes Haus zu betreten. Als Tupfen auf dem „i“ hat das Café noch ein rundes
Oberlicht. Zusammen mit der Küche füllen Café und Restaurant den Gebäudeflügel linker Hand
vom Eingangsbereich. Rechter Hand befinden sich die verschiedenen Therapie-, Trainings-
und Seminarräume, und in einem weiteren Flügel trifft man auf ein 100 m2 großes
Thermalbecken mit 110 m2 Freibecken. Das Freibecken samt umlaufender Terrasse ist rund wie
das Café und erinnert an die Formensprache der 1978 vom TEAM A gebauten Parktherme.
Die 3 Gebäudeflügel umschließen einen schönen Innenhof, der mit einem Teich-Biotop und
romantisierenden Anlagen von einer Gartenspezialistin ausgestaltet ist. Das Hotelgebäude
gibt sich von außen klassisch-modern, im Inneren jedoch wurde auf warme Farben und eine
abgestufte Lichtführung besonderer Wert gelegt, um eine heimelige Atmosphäre zu erzeugen.
Ein blauer Farbakzent geht vom Panoramalift aus, der mit einer in die Höhe weisenden
Lichtschiene ausgestattet ist und die Großzügigkeit der über mehrere Geschoße offenen
Einganghalle betont. Das Erdgeschoß ist weitgehend verglast, um zahlreiche Blickbezüge
zwischen den allgemein zugänglichen Räumen zu ermöglichen.
In den Obergeschoßen befinden sich die Zimmertrakte. Es gibt insgesamt 140 Zimmer, die
fast alle über einen Freisitz verfügen und über einen Mittelgang erschlossen werden. In
den „Gelenken“ der 3 Gebäudeflügel sind die Stiegenhäuser und Lifte angeordnet. Das
zurückgesetzte oberste Geschoß ist „einhüftig“, das heißt, dass sich nur auf einer Seite
des Ganges Zimmer befinden, sodass sich luxuriöse Penthouse-Zimmer mit viel Licht und
besonders großen Terrassen ergeben. In den umgebenden Parklandschaften gibt es viel zu
betrachten. Einen schönen Anblick bieten auch die alte Stadtmauer, die Türme der Altstadt
und die Burg Oberradkersburg, die im Süden bereits auf der slowenischen Seite liegt.
Im ersten Obergeschoß kann man über dem Thermalbad eine Sauna und ein Dampfbad aufsuchen,
wobei man durch ein Oberlicht vom Thermalbad auf die Sauna-Terrasse blicken kann bzw.
natürlich auch in umgekehrter Richtung. Die Sauna hat ein Geschoß höher noch eine zweite,
nicht einsehbare Liegeterrasse.
Die Hälfte der Autos sind in einer Tiefgarage untergebracht, um möglichst viel Grünflächen
zu erhalten. Die Garagenabfahrt befindet sich im Anschluss an die Vorfahrt, die von einem
großen Glasdach beschirmt ist und im Zentrum eine „Fontana“ hat, einen Springbrunnen mit
Fontäne. Somit ist auch der Name erklärt. Vielleicht ist er auch eine Anspielung auf das
Brunnengebäude, das sich in der Nähe befindet, in dessen Innerem das Thermalwasser für
ganz Radkersburg aus der Tiefe herauf sprudelt.
Das Therapie-, Wellness- und Freizeitangebot ist äußerst vielseitig und besticht durch
seinen kompetenten Mix, wobei sich jeder einzelne Gast jene Komponenten heraussuchen kann,
die er am meisten braucht oder wünscht. Das Hotel ist dadurch sehr flexibel und kann auf
jede Nachfrage reagieren. Gesundheitliche Probleme werden nicht eingleisig, sondern
ganzheitlich aufgefasst, sodass für jeden Kurgast große Chancen bestehen, dass er nicht
nur seine Symptome los wird, sondern seinen Lebensstil nachhaltig verändern kann.
Für alle, die noch nicht so ernsthaft krank sind, dass sie von einem Arzt auf Kur
geschickt werden, bietet das Hotel alle Möglichkeiten der Vorbeugung, Erholung und
Regeneration. Selbst normale Urlaubsgäste, die sich voll fit fühlen, können im „Fontana“
und seiner wohltuenden Umgebung einen schönen Urlaub genießen, z. B. mit ausgedehnten
Ausflügen in die schönste Region der Steiermark, das südsteirische Weinland, oder ins nahe
liegende Südburgenland.
Thermalhotel Fontana
Alfred-Merlini-Allee 6, A-8490 Bad Radkersburg
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| Bauherr: |
MARE Hotelbetriebsges.m.b.H. |
| Planung: |
TEAM A Graz, Herbert Missoni(Projektleiter), Jörg Wallmüller |
| Generalunternehmer: |
Porr G.m.b.H. |
| Mitarbeiter: |
Susnik, Gaberc, Reichl, Maurer |
| Statik: |
Boyer, Graz |
| Grundstücksfläche: |
15.000m² |
| Gesamtnutzfläche: |
ca. 10.000m², 186 Parkplätze, davon 84 in Tiefgarage |
| Umbauter Raum: |
33.000m³ |
| Planungsbeginn: |
2002 |
| Bauzeit: |
12 Monate; Mai 2004 bis Mai 2005 |
| Fotos: |
© Angelo Kaunat, Archiv Architekten |
| Text: |
Irmgard Brottrager |
Ausstattung:
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Planung, Ausführung der kompl. Buffet- und Kücheneinrichtung: |
Grossküchen Vertriebs G.m.b.H. |
| Frottierware, Tischwäsche: |
Hotelwäsche Erwin Mü,ller G.m.b.H. & Co KG |
Lieferung Küchenutensilien und Aufbewahrungsbehälter: |
VEGA Gastronomiebedarf G.m.b.H. |
| Parkett: |
Weitzer |
| Software: |
Top Office und Wellness & Spa |
| Programm Top Vital: |
Hugin Sweda |
| Malerarbeiten: |
Fasser KG |
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