Am Bonner Hauptplatz in unmittelbarer Nähe zum
historischen Rathaus liegt die jüngste Filiale der „Pommes-Experten“ von 3FRITS, die mit
der Tradition der oftmals schmuddeligen Frittenbuden rigoros aufräumen. Ihr Konzept: Weg
vom Pommesbuden-Image hin zur Trend-Gastronomie.
Dass für die „Schnelle Gastronomie“ noch immer
genügend Nachfrage in Deutschland besteht, zeigen die jährlich rund 800 Millionen
verzehrten Curry-Würste. Rund 40.000 Imbissbetriebe matchen sich in Deutschland in diesem
Markt, wobei in den letzten Jahren vermehrt „Edel-Pommesbuden“ entstehen.
In diese Kategorie fällt auch das 3FRITS in Bonn,
dessen gestalterisches Konzept die Kölner Architektin Dorothee Spitz lieferte. Das sehr
schmale Objekt ist bei einer Tiefe von 23 Meter gerade einmal 4 Meter breit, wobei sowohl
der vordere als auch der hintere Bereich zweigeschoßig ist. Um in dieser Raumkonstellation
gerade im hinteren Raum für ausreichend Tageslicht zu sorgen, wurden zwei Oberlichtern und
ein Spiegel von 3 Meter Höhe positioniert. Die Wände und Decken dieses Gebäudes, in dem
sich schon zuvor ein Gastronomiebetrieb befand, wurden nur grob verputzt und gestrichen.
Der Estrich wurde mit einer Spachtelmasse in Anthrazit überarbeitet. Im vorderen Bereich
befindet sich die Getränketheke, der Mitteltrakt enthält die 3FRITS-typischen
Doppelsitzbänke und die offene Küche. Der hintere Raum ist als Lounge gestaltet mit
Ledersofas, Bücherregal und einem Kerzenkamin.
Das durchgestylte Lokal mutet mit seiner zeitlosen
Architektur aus Beton, Stahl, Holz und Leder im ersten Eindruck als schicker Trendladen an.
Erst der Duft aus der gut einsehbaren Küche verrät, welchem kulinarischen Schwerpunkt sich
hier die Köche verschrieben haben: Pommes, Currywurst und Co. Serviert wird das alles auf
weißem Porzellan, und die Pommes stecken in Edelstahlbechern. Das Besteck hat der Münchner
Designer Konstantin Grcic samt Motiv für die Vorderseite entworfen, das nach dem
Zufallsprinzip mit einem Laser eingraviert jedes Teil zum Unikat macht. In diesem Ambiente
fällt es auch nicht sonderlich schwer, sich zu frittierten Kartoffelstäbchen mit Ketchup
und gebratener Wurst auch ein Gläschen Schampus zu gönnen - oder lieber doch Jacobsmuscheln
und Scampi statt Fast-Food zum edlen Getränk zu ordern.