hotelstyle hotelstyle hotelstyle hotelstyle hotelstyle hotelstyle
ABO MAGAZIN KALENDER PARTNER ARCHIV NEWSLETTER REISEN

< Zurück



Vorarlberger Feng-Shui


Hotel Walliserhof Meyer KG / Bilder: © Hotel Walliserhof Hotel Walliserhof Meyer KG / Bilder: © Hotel Walliserhof
Hotel Walliserhof Meyer KG / Bilder: © Hotel Walliserhof Hotel Walliserhof Meyer KG / Bilder: © Hotel Walliserhof
Hotel Walliserhof Meyer KG / Bilder: © Hotel Walliserhof Hotel Walliserhof Meyer KG / Bilder: © Hotel Walliserhof

Dass das Rad der Zeit auch an der vielschichtigen Tourismusarchitektur dreht, ist am Beispiel des Walliserhofs deutlich zu erkennen.

Der Walliserhof ist im Vorarlberger Bergdorf Brand schon seit 40 Jahren ein Begriff, 2003 sorgte man aber für Aufregung. Es ist bekannt, dass man in ganz Österreich seit langem das Schließen diverser - oft nostalgisch schöner, aber mittlerweile uneffizienter - Post-Filialen diskutiert. So auch in Brand, hier allerdings mit einem speziellen Ergebnis, denn die Betreiber des Walliserhofes beschlossen, das Post-Gebäude zu erwerben und daraus eine Erweiterung ihres Hotel-Familienbetriebs zu machen. In sechs Monaten Bauzeit entstand der Zubau des 4-Sterne-Hotels, und seit der Eröffnung kann sich jeder Gast davon überzeugen, dass Wellness nicht immer in der Gruppe praktiziert werden muss. Wellness ist mittlerweile ein vielgebrauchter Begriff in der Werbe-, Gastronomie und Hotelleriewelt. Wellness ist auch im Walliserhof ein Schlüsselelement, allerdings äußerst individuell eingesetzt. Der Architekt Arno Bereiter entwickelte im produktiven Gedanken- und Ideenaustausch mit den Hoteliers ein Konzept, das Entspannung mit Wohnen verbindet. An und für sich klingt das nicht nach einem touristischen Quantensprung, sehr wohl schwingt aber bei diesem Entwurf Sensibilität und Menschenkenntnis mit. Bevor noch „richtige“ Pläne und Skizzen von den neuen Suiten gezeichnet wurden, erstellte man emotionale Zeichnungen, deren Berechtigung in der Darstellung der unterschiedlichen persönlichen Raumansprüche liegt. Welche Erwartungshaltung hat der Besucher an sein Hotelzimmer, den Vorraum, das Bad, die Loggia/Terrasse und an sein Bett? Liest man die atmosphärischen Diagramme, hat es den Anschein, dass man es mit einem Feng-Shui-Meister und nicht mit einem Dornbirner Architekten zu tun hat. Oft stellt sich ja gerade im Bereich der alpinen Tourismusarchitektur die Frage nach deren Formgebung. Warum erfüllen Hoteliers oftmals den scheinbaren Gästewunsch nach traditionellen, g´standenen Schlafburgen? Gerade als Architekt und Hotelier im Alpinbereich sollte ökologische und visuelle Verantwortung übernommen werden, und wie man am Walliserhof sieht, passiert das dann doch immer wieder. Der Hotelbetrieb ist umgeben von atemberaubender Natur, massiven Bergpanoramen und zudem Teil eines Dorfes, das sich durch Kleinheit, Ruhe und Heterogenität auszeichnet. Massentourismus ist hier nicht erwünscht, denn vielmehr lässt man sich von der Muse inspirieren. Dass Wellness und Entspannung auch ein Einbeziehen der Landschaft bedeutet, ist an den sechs neuen Suiten ersichtlich. Nach der Erstellung der atmosphärischen Diagramme und dem Wunsch des Miteinbeziehens der Natur in den Innenbereich entstanden Hotelzimmer, die ihresgleichen suchen. Jede 55-78 m2 große Suite ist mit eigener Sauna und Terrasse ausgestattet, und die großzügige Gestaltung durch klare Linien und gezielte Verglasung hebt räumliche Grenzen spielend auf. Dass Raumharmonie ohne falsch verstandene Esoterik zu erreichen ist, beweist die edle Ausstattung der Räumlichkeiten. Ausgewählte Stoffe und authentische Materialien herrschen vor, die Designer-Möbel harmonieren mit den von der umgebenden Natur vorgegebenen Farbspielen. Architektonisch wurde vor allem speziell mit der räumlichen Positionierung der Badezimmerzellen vorgegangen. Die Nassräume bilden das Herz der Räumlichkeiten und lassen auch die bestmögliche Aussicht auf die umliegenden Berge zu. Die Suiten unterscheiden sich zueinander vor allem durch ihre Lage, die Zimmergröße und durch unterschiedliche Farbgebung. So exquisit und doch zurückhaltend die Innenräume entwickelt wurden, von außen strahlt der Baukörper Zurückhaltung aus. Als kompakter Solitär realisiert, besteht die Verknüpfung von Altem und Neuem nicht nur durch den Verbindungsgang. Durch die Formgebung des Baukörpers wünschte man das alte Hotel zu zitieren, oder ihm zumindest baulichen Respekt zu erweisen. So reagiert die Dachform des Neubaus auf das Satteldach des Altbestandes, ohne wie eine „Nikolaushaus“ Karikatur auszusehen. Die Gebäudehülle des neuen Glanzstückes präsentiert sich in unauffälligem Schiefer, der nebenbei noch mit seiner Eigenschaft als wetterfester Werkstoff punktet.
Am Beispiel dieses Hotels kann man sehen, dass Natur, Gastfreundlichkeit und gesundes Körperbewusstsein in absolutem Einklang sein können. Kongruent zum gebauten Angebot ist hier auch das Sportliche, denn neben einem vielseitigen Wellnessangebot findet sich ein asiatisches Schwimmbecken und ein ausgefeiltes Yoga- und Ayurveda-Programm.


Hotel Walliserhof Meyer KG

A- 6708 Brand 139

Bauherr: Raimund Meyer
Planung: Arno Bereiter, Dornbirn/A
Mitarbeiter: Klaus Schallert
Statik: Bertl und Elmar Plankel, Bregenz
Grundstücksflä,che: 1.100m²
Bebaute Fläche: 410m²
Umbauter Raum: 2.987m³
Planungsbeginn: September 2003
Bauzeit: 6 Monate
Fertigstellung: Dezember 2004
© Hotel Walliserhof
Text: Sandra Knöbl

< Zurück