hotelstyle hotelstyle hotelstyle hotelstyle hotelstyle hotelstyle
ABO MAGAZIN KALENDER PARTNER ARCHIV NEWSLETTER REISEN

< Zurück



Die Allround-Bar des art.hotels „Blaue Gans“


Hotel Blaue Gans / Bilder: © Christian Prasser Hotel Blaue Gans / Bilder: © Christian Prasser
Hotel Blaue Gans / Bilder: © Christian Prasser Hotel Blaue Gans / Bilder: © Christian Prasser
Hotel Blaue Gans / Bilder: © Christian Prasser Hotel Blaue Gans / Bilder: © Christian Prasser

Im Herzen der UNESCO-Weltkulturerbe-Altstadt Salzburg, am Eingang der berühmten Getreidegasse, liegt das art.hotel Blaue Gans. Das 4-Sterne-Hotel ist einer der ältesten Gastronomiebetriebe der Stadt mit 650 Jahren Tradition. In der touristisch hoch frequentierten Gasse ragt das Gebäude über vier Stockwerke in den Himmel. Das mittelalterliche Haus wird zur Gänze als Hotel benutzt, vom Kellergewölbe als Veranstaltungsraum bis in das Dachgeschoß, das als zweistöckige Suite ausgebaut wurde.

Durch die vortreffliche Lage am Fuße des Mönchsberges, gegenüberliegend vom Festspielhaus, ist das Hotel während der gesamten Festspielzeit ausgebucht. Die Zimmer und Suiten des Hauses erweisen sich als behaglich, geräumig, mit modernstem Komfort ausgestattet. Der Gast wählt zwischen zwei Gestaltungslinien: „art“ (jugendlich trendig) und „land.art“ (soft-gemütlich). Von den Fenstern der Hotelräume sieht man von der einen Seite auf die bunte von Menschenköpfen überflutete Getreidegasse, von den Hotelräumen der Westseite aus auf das Festspielhaus, auf die barocke Pferdeschwämme und zur beeindruckenden Mönchsbergfelswand. Auf dieser Seite befindet sich auch der Gastgarten, der diesen Sommer eröffnet wurde. Durch einen schönen Gewölbegang, der als moderne Galerie dient, wird das tiefe Gebäude von beiden Seiten erschlossen. Auch an anderen Orten, wie in den verwinkelten Gängen, im Stiegenhaus, im Innenhof oder im Kellergewölbe, werden Kunstprojekte renommierter Künstler, aber auch Projekte von Studenten der Hochschule für Bildende Kunst präsentiert.
Der Haupteingang mit Rezeption liegt an der Seite der Getreidegasse, wo sich separat ein Eingang in die neu gestaltete Bar des Architekten Christian Prasser befindet. Dieser gewann den geladenen Wettbewerb aufgrund des Wagnisses, sich in einem Punkt nicht an die Vorgaben des Bauherrn zu halten sondern auf sein architektonisches Verständnis zu verlassen. In diesem tiefen Raum war einst das Café im Stil der Jahrhundertwende, die Bar war an der Längsseite angeordnet. Der Architekt versetzte die Bar an die Wand, die der Straßenfassade gegenüberliegt. Daraus ergaben sich infrastrukturelle und organisatorische Erleichterungen. Das Servier-Personal kann nun vom angrenzenden Restaurant aus direkt mit internem Durchgang hinter die Bar, um die Getränke zu holen. Der Raum ist somit erschließungstechnisch beruhigt. Weiteres war so auch Platz für den neuen Eingang von der Getreidegasse aus.
Dieser Bereich des Hotels verlangte nach mehreren Nutzungen. Es sollten sich darin eine Bar, ein Café, ein Restaurant und ein Frühstücksbereich vereinen lassen. Da der sehr tiefe Raum von 64 m2 eine schmale Fassadenfront mit nur zwei Fenstern und einem Eingang hat, wurde die Beleuchtung als prägendes Gestaltungselement verwendet. Zwölf unterschiedliche Lichtquellen ermöglichen eine geschickte Lichtinszenierung, die je nach Tageszeit die jeweilige Nutzung des Lokals verdeutlicht. Die italienischen, groß proportionierten, aber dennoch schlichten Lampen verleihen dem Raum einen besonderen Charakter. Diese sind dreischichtig aus hellgrauem, transparentem Stoff aufgebaut und können das Licht sehr gut filtern. Sie können von hellstem Tageslicht bis zur gemütlichen Abendbeleuchtung eingestellt werden. Die länglichen Spiegel, die an den zwei sich gegenüberliegenden Längswänden in Stehhöhe angebracht sind, spiegeln das von unten angebrachte indirekte Licht. Die Spiegel ermöglichen den Gästen, auch wenn sie mit Blick zur Wand stehen, alle Gäste im Auge zu behalten. Gesehen und gesehen werden!
Die Farbgebung des schon vorhandenen sandsteinfarbenen Bodens, der italienischen, beigen Lederbänke und Sesseln und die dazu kontrastierenden dunkelgrauen Flächen der Bar und der Vertäfelung der Wände verleiht dem Raum seine elegante Wirkung. Dieser Hell-Dunkel-Effekt erzeugt einerseits Wärme, verdeutlicht aber auch den Gegensatz zwischen Alt und Neu. Die gusseiserne Säule, die in der Mitte des Raumes steht, hat keine tragende Funktion. Sie ist seit der Jahrhundertwende ein Stilelement des Raumes und wurde als solches belassen. Der Raum widerspiegelt damit eine zeitgemäße architektonische Sprache, ohne seine Wurzeln zu verleugnen.
Die Bar und der Barkeeper sind der Focus des eintretenden Gastes. Die vordere Front der Bar besteht aus dunkelgrauen Zementfaserplatten. Die hintere Wand ist mit einem länglichen Spiegel verkleidet, die davor stehenden Flaschen werden von unten beleuchtet. Die vielen Gläser, auch für die Gäste des Restaurants gedacht, sind von oben hängend verstaut. Um das Frühstücksbuffet zu bereiten kann der untere Teil der Theke hochgeklappt werden. In der oberen Front der Bar ist ein Rollo angebracht. Dieses wird heruntergezogen und verdeckt in der Früh den Blick auf die Flaschen und Gläser.
Der Eingangsbereich ist ein eigener, länglicher Kubus. Der obere Bereich der Seitenwände und die Decke sind aus Glas, der untere Bereich aus Betonfaserplatten. Vom Inneren wirkt dieser „Vorraum“ wie ein eigener Körper. Dem Eintretenden soll ermöglicht werden, schon bevor er die Bar betritt, zu sehen, welche Gäste sich darin befinden.
Als Frühstücksraum mit Buffet werden 26 Sitzplätze geboten; falls mehr Plätze benötigt werden wird das angrenzende Restaurant benützt. Zu Mittag wird nach dem Motto „gut-günstig-schnell“ ein täglich wechselndes Menü angeboten. Am Nachmittag ist der Bereich an der hellen Fensterfront mit vier Tischen, einer Lederbank an der Wand und niedrigen Drehstühlen aus Leder mit Armlehnen als Lounge-Bereich gedacht.
Für den „after work“-Drink und den Abendbetrieb werden die acht Stehtische im italienischen Bistrostil vom Publikum sehr gut angenommen. Sie erleichtern die Kommunikation, denn auch das Dazugesellen von „bekannten“ Freunden ist so sehr gut möglich. Dazu werden niveauvolle Drinks, World Music und Jazz angeboten.
Das an die Bar angrenzende Restaurant, im elegant rustikalen Stil, hat ein Gewölbe, Wandmalereien und eine Holzvertäfelung. Der Rahmen für die heimisch orientierte Küche bewegt sich gekonnt zwischen Tradition und Moderne, wie das historische Restaurantgewölbe oder die modern gestylte Bar eindrucksvoll unterstreichen. Serviert werden heimische Klassiker sowohl in traditioneller Form als auch pfiffig und geschmackvoll neu interpretiert. Für Veranstaltungen steht die „Caverne“ für 70 Personen zum Dinieren bzw.
120 Personen für eine Cocktailparty im Steingewölbe mit moderner Bar zur Verfügung. Das art.hotel Blaue Gans kombiniert auf eindrucksvolle Weise moderne Elemente, zeitgenössische Kunst und historisches Ambiente.
Es ergibt sich eine reizvolle Symbiose von Alt und Neu, es inspiriert seine Gäste und schafft persönlichen Freiraum.

Mehr gibt es in der Printausgabe!
Nur ein Abonnement sichert Ihnen einen regelmäßigen und sicheren Bezug!


Hotel Blaue Gans

Getreidegasse 43, Salzburg

Bauherr: Andreas Gfrerer
Planung: Christian Prasser
Mitarbeiter: Sonja Ambrosch, Wolfgang Czihak
Fläche: 64 m²
Fertigstellung: April 2005
Fotos: © Christian Prasser
Text: Brigitte Sponer

Ausstattung:

Hotellsoftware Fidelio V7: Hugin Sweda
Lichtplaner: LICHT ART G.m.b.H

< Zurück