360°-Panorama-Bar in luftiger Höhe am Dach der Innsbrucker
Rathausgalerie
Die Rathausgalerie in Innsbruck ist seit dem Eröffnungsjahr 2000
eine wichtige Verbindungsachse innerhalb der städtischen Struktur. Mit ihrem
facettenreichen Angebot an Geschäften im Erdgeschoß, den Büroräumlichkeiten in den oberen
Stockwerken und den vielfältig auf den Kunden ausgerichteten Gastronomiebetrieben stellt
sie den Gegenschwerpunkt zum Zentrum her. Ein zentraler Erschließungsturm mit dem
Treppenhaus und mehreren Liften verbindet den am höchsten Punkt 6-geschoßigen Großbau.
Von der obersten Büroetage aus geht es in den siebenten Stock. Hier, in luftiger Höhe und
über den Dächern der Stadt, kann man einen großartigen Rundum- Blick genießen. Und da es
nicht nur um den optischen Genuss geht, sondern auch um den geschmacklichen, hat der
Architekt Dominique Perrault beides unter einem Schirmdach vereinigt: Die
360-Grad-Bar-Cafe-Lounge wurde nachträglich im Jahr 2005 auf das bestehende Dach aufgesetzt.
Sie steht für sich als autarker Treffpunkt aller, die gerne „abheben“ aus dem Gewirr der
Stadt.
Konzipiert wurde der Rundbau als Dachterrasse mit Wind- und Wetterschutz. Durch die
raumhohen Bogenglaselemente ist der ungehinderte Ausblick um 360 Grad gewährleistet. In den
Sommermonaten sind diese motorisch zur Hälfte öffenbar, sodass sich der Eindruck einer
durchgehenden Terrasse verstärkt. Die Glaselemente werden am oberen Ende durch einen
statisch wirksamen Stahldruckring miteinander verbunden, von dem aus die Dachmembran aus
PVC-Polyester nach innen gespannt ist. Um in den Wintermonaten eine Vereisung der nach
innen geneigten Dachfläche zu vermeiden, wird diese bei Bedarf beheizt. In den
Stahldruckring wurde außerdem ein Beleuchtungssystem integriert, welches Teil des
Lichtkonzeptes der Firma Halotech ist. Auch die als Sonnenschutz fungierenden, in
transparentem Stoff gehaltenen Vorhänge laufen in einer Schiene parallel dazu ringsum.
Vor die gebogenen Glaselemente vorgelagert ist ein frei zugänglicher, umlaufender Steg mit
integrierten Sitzgelegenheiten, die sich auf gleichem Niveau mit dem Boden des Innenraumes
befinden. Sie bieten insbesondere im Sommer eine erweiterte Möglichkeit, in Ruhe die
Aussicht zu genießen. Wobei für die Gehfläche zweckmäßig ein verzinkter Gitterrost gewählt
wurde, wohingegen die nach oben hin gestaffelte Sitzoberfläche aus Holzriemen zum Verweilen
einlädt.
Im eigentlichen Innenraum setzt sich der Holzboden fort. Den Gesamtraum unterteilt nur ein
höheres Trennelement, das die Funktion hat, den Thekenbereich inklusive Stauraum auf der
einen Seite von einer gemütlichen Sofasitzecke auf der anderen Seite zu separieren.
Ansonsten stehen die Möbel frei im Raum und bieten für ungefähr 30 Personen Platz. Dabei
spielt die Theke als zentraler Mittelpunkt die Hauptrolle. Mit ihrer Metallverkleidung, die
bei Sonneneinstrahlung reflektiert, und der breiten Holzauflage ist sie auch sogleich vom
Eingang aus sichtbar. Wenn der Gast vom Treppenhaus kommt, so muss er nur einen kurzen Steg
überqueren, der zu beiden Seiten mit einem Metallgewebe flankiert ist, welches wie eine
Schleuse in ein anderes Medium wirkt, um direkt überzugehen in den Barbereich.
Mit der 360-Grad-Bar wurde ein Ort geschaffen, der wie eine Aussichtsplattform über der
Stadt zu schweben scheint. Man gewinnt hier Distanz zum Treiben und der Hektik, die sich
einige Etagen darunter abspielt, und kann dabei den Blick auf das umgebende Panorama ruhen
lassen.
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360°-Panorama-Bar
Maria-Theresien-Straße, Innsbruck/A |
| Bauherr: |
Innsbrucker Immobilien Service G.m.b.H. |
| Planung: |
Dominique Perrault |
| Fläche: |
420m² |
| Planungsbeginn: |
März 2004 |
| Baubeginn: |
März 2005 |
| Bauzeit: |
4 Monate |
| Fertigstellung: |
Juli 2005 |
| Fotos: |
© Günter Richard Wett |
| Text: |
Michaela Haller |
Ausstattung:
|
| Lichtkonzept: |
Lichtfabrik Halotech |