Fernöstliche Klänge machen sich schon lange auf unterschiedliche
Weise in der Wiener Gastronomie bemerkbar - vor allem im innerstädtischen Bereich. Was aber
erwartet den Gast, wenn er sich, lukullischen Lockrufen folgend, über die Donau begibt? Das
neu eröffnete Restaurant Sa Vánh in der Wiener Donaucity präsentiert Asien in einem
außerordentlich kräftigen Stil-Mix: Multi-Kulti als Konzept-Essenz!
Fernost ist trendy. Pflastern doch mehr oder weniger
authentische Lokalitäten den urbanen Boden. Doch nicht allzu viele können atmosphärisch wie
kulinarisch nachhaltig überzeugen. Dass Authentizität auch durch die Vielfalt von
Einflüssen entstehen kann, ist im Sa Vánh hautnah zu erleben.
Wer suchet, der findet (hoffentlich). Denn es braucht als ortsunkundiger Gast ein wenig
Glück, aus den Tiefen der Garagen ans Tageslicht und zudem zum richtigen Eingang des Sa
Vánh zu gelangen. Bei allzu langem Herumirren sei ein besonderer Service des Restaurants
empfohlen. Das Personal empfängt auf Wunsch bereits in der Parkgarage und übernimmt das
Auto sowie das Navigieren des Gastes ins Lokal: Eine geschwungene Treppe im Strabag-Haus
führt zu einer riesigen Metalltüre mit eindeutigem Clubcharakter. Sie vermittelt einen
Hauch von Exklusivität, der auch im großzügigen Empfangsbereich zu spüren ist. Die
Begrüßung ist ungewöhnlich: Elegant gewandete Schaufensterpuppen säumen den Weg in den
Speiseraum.
Panoramablick und Schauküche: Die Wahl des Sitzplatzes fällt im Sa Vánh nicht leicht - man
findet zu viele nette Plätze, gesellige und auch ganz intime. Die beiden unterschiedlich
gestalteten Speiseräume sind architektonisch sehr offen und entlang großer Panoramafenster
angelegt. Im vorderen Dinnerraum gruppieren sich zwischen hellen Säulen gemütliche
Sitzgruppen mit schwarzen Leder- und Korbsesseln. Der zweite Dinnerraum besticht durch
weiße halbkreisartige Sitznischen, die viel Intimität vermitteln. Gegenüber ist das Herz
des Restaurants platziert: Die große und übersichtlich gestaltete Schauküche. In diesem
Essbereich fühlt man sich als Gast besonders gut aufgehoben. Denn schließlich fördert der
Blickkontakt mit dem Chefkoch samt Kochtöpfen den Appetit und das Vertrauen in die
Kochkunst. Der wie das gesamte Restaurant mit ostindischem Palisander gestaltete
Thekenbereich folgt klaren geraden Formen, die mit den Inselrundungen spannend
korrespondieren. Violett-rote Vorhänge rahmen hier einen wunderbaren Blick auf die
umliegende Towerlandschaft. Stilvielfalt auch vor den Glasscheiben und ein Querschnitt von
einigen Jahrzehnten Architektur: Je nach Sitzplatz blickt man unter anderem auf die
UNO-City, das Austria-Center oder den Millenniumstower.
Asienelemente als I-Tüpfelchen: Der Objekt-Tischler Josef Hartl,
ein Spezialist für Design in Gastronomie und Hotellerie, schuf hier eine gelungene
Kombination aus Eleganz und asiatischen Elementen. Eine heimelige Atmosphäre, in der es
sich bestens genießen lässt. Die asiatische Stimmung des Lokals wird in leisen Tönen
transportiert, und die einzelne Dekore wirken wie ein I-Tüpfelchen auf dem Konzept: So
lächelt ein einsam sitzender dickbäuchiger Buddha an der Seite der Sitzbank weise und
zuversichtlich zur Küche. Diese offeriert eine kulinarische Reise (auch) in eine ferne Welt.
Bodenständiges wie Zander auf Kartoffelsalat findet sich auf der Karte ebenso wie exotische
Verführungen. Bei der Licht- und Musikgestaltung setzt man ebenfalls auf Vielfalt:
Untermalt wird die charmante Stimmung durch bewusst dezente und individuell gestaltbare
Lichtquellen. Im Bar- und Loungebereich herrscht Entspannung bei Rot-Orange. Die großzügige
Bartheke lädt ein zu einem Drink, bei weiteren Versuchungen lässt man sich besser in einem
der schwarzen Clubsessel nieder. Und entschwebt bei asiatisch-sphärisch Klängen in Richtung
Nirwana. Bis einen dann aber irgendwann rhythmische Mainstream-Musik doch wieder auf den
Boden des Alltags zurückholt: Zeit zu Gehen!
Die nette asiatische Garderobendame lädt beim Abschied ein: After Work Lounge. Every
thursday! Good luck für all jene, die es von den umliegenden Towers nicht allzu weit haben,
um der Arbeit mit Buffet, Cocktails, Music & More zu entfliehen.
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Restaurant Sa Vánh
Donau-City-Straße 9 A-1220 Wien |
| Planung: |
Tischlerei Josef Hartl, Kirchberg ob der Donau |
| Eröffnung: |
Soft Opening Herbst 2005 |
| Fotos: |
© Josef Hartl |
| Text: |
Gudrun Gregori |