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Klösterliche Einfachheit


Kloster Hornbach / Bilder: © Gerd Spans Kloster Hornbach / Bilder: © Gerd Spans
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Kloster Hornbach / Bilder: © Gerd Spans Kloster Hornbach / Bilder: © Gerd Spans

Über viele Jahre hinweg zerfiel das ehemalige Benediktinerkloster Hornbach und fristete als Ruine ein trostloses Dasein. Mit der Aufnahme der Stadt Hornbach in ein Städteförderungsprogramm eröffneten sich plötzlich neue Perspektiven: Das Gesamtkonzept sah unter anderem den Bau eines Hotels mit 34 Zimmern und Suiten, umfassenden Tagungs- und Veranstaltungsmöglichkeiten vor.

Für die Wiederbelebung des im Jahre 742 vom Heiligen Priminius gegründeten Klosters, das aus mehreren Gebäuden und Freianlagen besteht und von hohen Kloster- und Stadtmauern umschlossen ist, zeichneten für die baulichen Maßnahmen Architekt Klaus Meckler und für die Innenraumgestaltung des Hotels der Innenarchitekt Ralph Flum verantwortlich. Viele Überlegungen wurden angestellt und wieder verworfen, bevor sich das Besitzerpaar Christiane und Edelbert Lösch in Zusammenarbeit mit dem Hamburger Innenarchitekten auf ein Konzept für die Gestaltung des neuen Hotels einigte: Schlicht, natürlich, bodenständig, farblich harmonisch und von besonderer handwerklicher Qualität sollte es sein und der Grundgedanke des klösterlichen Lebens eine tragende Rolle spielen. Das einfache, aber dennoch behagliche Ambiente des Klosters unterstrich das Vorhaben: Im Mittelalter wurden die Baupläne für wichtige Gebäude wie Klöster und Kirchen nach energetisch wertvollen Kraftfeldern bestimmt. Die Hinweise dieser Geomantie finden sich auch im Kloster Hornbach wieder. So erklärt sich beispielsweise der nicht rechtwinkelig verlaufende Kreuzgang oder das unterschiedliche Wachstum zweier gleich alter Bäume. Diese alte Wissenschaft, die Lehre von den geistigen und energetischen Zusammenhängen, rückt heute wieder in das Bewusstsein der Menschen vor. Für die Bauherren war es daher wichtig, die vorherrschende Atmosphäre zu betonen und die Mystik des Ortes auch in die neu geschaffenen Bereiche zu integrieren. Und so wurde ein eigener Stil für das Hotel kreiert - schnörkellos, bescheiden aber behaglich, klösterliche Einfachheit kombiniert mit gehobenem Hotelkomfort. Und daher blieben alle Zeugnisse der historischen Klosteranlage erhalten und wurden mit viel Liebe zum Detail restauriert beziehungsweise modern ergänzt. Die Ausstattung erfolgte dann mit rein traditionellen Baustoffen wie Ziegeltonplatten oder Holz auf den Böden, gekalkter Putz an den Wänden und stilistisch passender Beleuchtung. Der Einbau der modernen Technik, die für heutige Anforderungen unerlässlich ist, erfolgte versteckt, um den ursprünglichen Charakter des Gesamtbildes zu wahren.

Das Herzstück des Komplexes bildet das Haupthaus, ein etwa 15 Meter breiter und zirka 41 Meter langer zweigeschoßiger Bau, in dem das neu geschaffene Foyer aus Glas und Stahl das Hotel erschließt. Diese transparente Konstruktion gibt den Blick frei auf historische Funde und stellt bewusst einen Kontrast zum schweren Mauerwerk des Klosters dar - offen und überschaubar sind von hier aus die Rezeption, das Restaurant, die Klosterschänke, die Kreuzgänge und über eine offene ovale Treppe auch die oberen Veranstaltungsräume zu erreichen. Der überdachte Kreuzgangflügel dient als zweigeschoßige Aufenthaltshalle. Die erforderlichen Wirtschaftsräume wurden aufgrund der baulichen Gegebenheiten in einen unterirdischen Keller mit zwei Stockwerken verbannt, der teilweise bis zu sechs Meter in den Fels gegraben wurde. Der Keller verfügt über einen direkten Zugang von außerhalb der Klostermauern und beherbergt Personal-, Lager- und Technikräume sowie die Wäscherei und die Kühlhäuser. In einem eigenen Bereich sind die Gästetoiletten sowie ein Baby-Wickelraum untergebracht. Das “Alte Schulhaus” ist vom Haupthaus über den westlichen Kreuzgang erreichbar und beherbergt neben Gästezimmern in den Gewölben im Souterrain den Badebereich, der über Sauna, Dampfbad, Tauchbecken und Swimmingpool verfügt.

Insgesamt 34 Zimmer und Suiten verteilen sich auf die verschiedenen Gebäude des Hotels. Sieben Zimmer im Ethnostil sind mit Schränken, Schreibtischen, Beistellmöbel und Betten aus gewachsten und geölten Nussbaumholz versehen. Weitere sechs Zimmer und Suiten wurden im mediterranen Stil gehalten und verfügen über Schränke aus Pinienholz und Betten, Nacht-, Couch- und Schreibtische sowie Sofas teils aus Pinie, teils aus Korbgeflecht. In vier Zimmern dominiert der asiatische Stil mit Schränken und Betten aus Ahorn natur und mit Bambus belegten Couchen, Sessel und Stühlen. Die elf Shaker-Zimmer - genannt nach der christlich amerikanischen Glaubensgemeinschaft, die sich 1774 an der Ostküste der USA ansiedelte und den Shaker-Stil kreierten, der für schlichte und auf das Wesentliche reduzierte Gestaltung steht - verfügen über Schränke, Nacht-, Schreib- und Wachstische aus amerikanischer Kirsche, die teils blau lackiert, teils naturbelassen, gewachst und geölt sind. Zwei für Trainer und Referenten bestimmte Zimmer verfügen über zusätzliche Extras wie einen Tisch-Overheadprojektor mit Projektionsfläche an der Wand, einen besonders großen Schreibtisch und eine Liege zum Entspannen.

Dabei sind die meisten Möbel vom Innenarchitekt Ralph Flum speziell entworfen und auch von Flum Design Hamburg gefertigt worden. Für Grundelemente der Zimmer wie Böden, Türen und Möbel wurde generell Holz in unterschiedlichster Art verarbeitet. Stimmige Accessoires und warme Farben der Stoffe und Möbel tragen zur behaglichen Atmosphäre bei. Alle Zimmer verfügen über große Schreibtische, Fax- und Computeranschluss, Fernseher, Telefon mit Anrufbeantworter, HiFi-Turm mit CD-Spieler und einer Auswahl an CDs. Neben hochwertigen Betten stehen in jedem Zimmer ein Safe, eine Minibar, ein Wasserkocher sowie einige Bücher bereit.
Dabei sind Einzel- und Doppelzimmer sowie die Suiten in verschiedenen Stilen eingerichtet.

Das kulinarische Zentrum des Hotels befindet sich ebenfalls im Haupthaus, wo sich im Erdgeschoß alle gastronomischen Bereiche befinden. Etwa das Restaurant “Provence”, in dem unter vier Gurtbögen und Kuppelgewölben bis zu 40 Personen Platz finden. In der geselligen Klosterschänke wiederum treffen sich - als Alternative zum eher fein gehaltenen Restaurant - Hotelgäste und Hornbacher Bürger bei einem gepflegten Bier oder gutem Glas Wein. Und wenn es die Wetterlage erlaubt, ist der Biergarten geöffnet, wo sich traditionelle Terrassenbestuhlung und zünftige Biertische und -Bänke abwechseln und eine legere Stimmung vermitteln. Ein zusätzlicher Ausschank im unteren Teil der Remise dient zur Unterstützung bei größerem Andrang oder Festen. Die Kombination der innen und außen liegenden Gastronomiebereiche bietet im Zusammenspiel mit dem Klostergarten ideale Rahmenbedingungen für Veranstaltungen im Freien. Der Ursprung des großen öffentlich zugänglichen Gartens entlang der Klostermauer liegt im 16. Jahrhundert und beim damaligen Urvater der Botanik Hieronymus Bock. Er hatte damals einen berühmten Klostergarten mit verschiedenen Kräutern und Heilpflanzen angelegt, der noch heute von ehrenamtlichen Helfern gehegt und gepflegt wird. Ergänzt wurde das botanische Kleinod durch einen neuen Vier-Jahreszeiten-Garten, der mit seinen Düften und kräftigen Farben Nase und Augen des Betrachters betört.


Kloster Hornbach

Im Klosterbezirk, D-66500 Hornbach

Bauherr: Christiane und Edelbert Lösch
Klaus Meckler, Meckler & Partner,
Kaiserslautern
Innenarchitekt: Ralph Flum, Hamburg
Zimmer: 34 Zimmer (Betten 65)
Sechs verschiedene Räumlichkeiten
bieten Platz für bis zu 140 Personen
Eröffnung: März 2000
Fotos: © Gerd Spans
Text: Walter Laser

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