Die so genannte “Wienerberg City” ist eines der größten und
ehrgeizigsten Projekte der Wiener Stadterweiterung. Wie schon bei der Donau City erprobt, setzte die
Stadtverwaltung auch hier auf funktionale und soziale Durchmischung. Neben dem neuen Hotel, der
Einkaufspassage und dem Büro- und Gewerbezentrum werden bis Ende 2005 auch knapp 1.200 Wohnungen –
gefördert, gemietet oder frei finanziert – fertig gestellt sein. Ein 3.000 Quadratmeter umfassendes
Areal wird als Kinder- und Jugendspielplatz vor allem die jüngsten Bewohner ansprechen. Für die Eltern
bietet das 17 Hektar große Naherholungsgebiet am Wienerberg inklusive Golfplatz und Badeteich in einer
der ehemaligen Ziegelgruben ausreichend Möglichkeiten für die Freizeitgestaltung.
Der 1995 als erstes multifunktionales Bürozentrum Wiens fertig
gestellte Business Park Vienna, bildete den städtebaulichen und architektonischen Auftakt für die
Errichtung des neuen Stadtteils am Wienerberg. Mit seinem knapp 75 Meter hohen Turm kennzeichnet er den
Eingang in das städtebauliche Erweiterungsgebiet am südlichen Stadtrand.
“Window of Vienna” war der zweifellos sehr passende Name für das Restaurant im rundum verglasten,
zylindrischen Turmaufbau der 21. und 22. Etage. Die unglaubliche Aussicht – nicht nur auf die Baustelle
hinter dem Business Park sondern auch der Panoramablick vom Stephansdom bis zum Schneeberg – reichten
aber nicht aus, um dieser einzigartigen Location den erhofften Erfolg zu bescheren, das “Windows”
floppte, und die Räumlichkeiten standen lange Zeit leer.
Bis schließlich die Immofinanz Immobilien Anlagen AG – Eigentümer der Liegenschaft – und Starkoch Harald
Brunner – langjähriger Weggefährte von Reinhard Gerer und selbst zweifacher Haubenkoch – zueinander
fanden und dem alten Lokal ein neues gestalterisches und kulinarisches Gesicht verliehen. Die Immofinanz
übernahm dabei den Part des Bauherrn. Harald Brunner die Rolle des Betreibers und natürlich die des
Kochs. Damit aber auch außerhalb der Küche alles den Ansprüchen der Gäste genügt, wurden auch die
Brunner-Brüder Alex und Roman – der eine fürs Business, der andere fürs Service – ins Boot geholt. Für
die architektonische Ausformulierung der Bar im 21. und des Restaurants im 22. Geschoß einigte man sich
auf die Wiener Architekten Adele Feitzinger und Christian Heiss.
Mit ihrem Umbau-Konzept reagierten Sie auf die segmentförmigen Grundrisse, die fast einen
Rundum-Panoramablick auf die Stadt und das Umland ermöglichen. Sowohl die Bar als auch das Restaurant
holen die Aussicht in den Innenraum und schaffen eine einzigartige Stimmung mit der Stadtszenerie als
Hintergrund. Möblierung und Ausstattung sind auf diesen starken Außenbezug abgestimmt.
In der Bar bestimmt der warme Holzton des Bodens und der Theke den Charakter des Raumes. Letztere steht
als optischer Blickfang diagonal gegenüber dem Eingang und dominiert mit ihrem farbenfrohen Gemisch aus
unterschiedlichen Flaschen und Etiketten den Raum. Brunners Weinbar hat natürlich auch die Klubsessel,
die niedrigen Tische und die Barhocker, die für eine klassische Bar schlechthin unverzichtbar sind. Die
Tische in der Sitznische und die hohen Stehpulte – an der Seitenwand rechts neben dem Eingang – sind aus
demselben Holz im gleichen Farbton wie der Tresen und fügen sich unaufdringlich in das Farbkonzept. Die
Klubsessel und Barhocker sind mit schwarzem Kunstleder bezogen und unterstreichen die gediegene
Materialität der Möblierung. Aber noch etwas findet man hier, was es wohl in keiner anderen Bar gibt:
Einen Ort der Abgeschiedenheit. Eine intime Sitznische, versteckt hinter der Wandvertäfelung der
Stehpulte, ein kleines halbprivates Separee mit üppiger Polsterung in knallrotem Samt für die Sitzmöbel
und als Lamperie an der Wand. Besonders zur Geltung kommt dieses verspielte Pendant zur sonst ganz
traditionell klaren und geradlinigen Club-Lounge in den Abend- und Nachtstunden, wenn das von der
Polsterung reflektierte Licht einen rötlichen Schimmer um die Ecke in den Raum wirft.
Über der Bar befindet sich in einem weiter auskragenden, konzentrischen Zylinder das kulinarische
Herzstück von Brunners neuem Domizil – das Restaurant. Hier kann man wochentags zu Mittag und am Abend,
an Samstagen nur abends kulinarische Köstlichkeiten wie “Fangfrischen Heilbutt auf Bärlauchschaum und
Spargelspitzen” oder “Unwiderstehliche Ente auf Chilikraut und Pilzknödel” ordern. Dazu gibt’s natürlich
nur die erlesensten Weine, empfohlen vom hauseigenen Sommelier. Und im Anschluss eine Cohiba, die man
dann allerdings besser in der Bar oder am besten auf der Terrasse einen Stock tiefer raucht. Der
Parkettboden des Restaurants und die Bar samt Rückwandvertäfelung schaffen mit ihrem warmen Holzton
eine solide Grundstimmung. Die Möblierung sorgt für Frische und Lebendigkeit ohne zu hektisch zu wirken.
Unifarbene Bezüge im hellen Pastellgrundton und eine angemessene Grundbeleuchtung nicht nur über die
Halogen-Spots an der Decke, sondern auch über vereinzelt gestellten Stehleuchten erzeugen ein einladend
freundliches Ambiente. Halbkreisförmige Sitzbänke mit hohen, einander zugekehrten Rückenlehnen schaffen
separierte Zonen für den Genuss mehrgängiger Menüs und für Gespräche unter vier Augen zwischen den
Speisefolgen. Weshalb sich das Brunners auch unter den Geschäftsleuten des Businesspark als Ort für
geschäftliche Besprechungen mit anschließendem Mittagessen großer Beliebtheit erfreut.
Will man sich die beste Aussicht sichern, lohnt es sich, vor dem Besuch des Brunners einen Tisch zu
reservieren. Am besten trifft man die Reservierung über die Homepage www.brunners.at. Auf dieses Weise
kann man nicht nur den Tisch sondern gleich auch die passende Aussicht reservieren. Zu jedem Sitzplatz
findet man nämlich per Mausklick auch ein entsprechendes Digitalbild, das die Aussicht vom jeweiligen
Platz aus wiedergibt.
Eine fantastische Aussicht auf die Dächer der Stadt, die ausgezeichnete Architektur und das exzellente
Essen sind die Parameter, die Wiens “abgehobenstem” Lokal Erfolg versprechen. Im Brunners bekommt der
Begriff Gastronomie auf höchstem Niveau eine amüsante Zusatzbedeutung. Dessen wird man sich spätestens
dann bewusst, wenn man die rund 70 Meter bis zum Lokal mit dem gläsernen Panoramalift hinauffährt und
das Treiben der Straße zu einer bunten Collage verschwimmt.