Fertig eingerichtete Apartments in den verschiedensten Größen und Lagen
Wiens. Zu mieten für eine Woche oder auch länger: Boarding Häuser sind stark im Kommen, die
Vorteile liegen auf der Hand: Ob Manager oder betuchter Student - die heimelige Atmosphäre einer
Wohnung in zentraler Lage mit hoher Buchungsflexibilität bietet eindeutigen Mehrwert. Eine neue
Form des komfortablen Wohnens auf Zeit, aus der sich auch entsprechende Synergieeffekte für die
Hotellerie ergeben könnten.
Das Boarding-Konzept boomt in Österreich. Vor allem die zunehmende
Globalisierung der Arbeitswelt sowie wachsende Single- und Scheidungszahlen sorgen weltweit für
eine kontinuierliche Nachfragesteigerung für Wohnen-auf-Zeit-Konzepte. In Österreich schien diesem
neuen Zeitgeist allerdings bislang niemand besonderes Augenmerk zu schenken. Das Angebot an
Boarding Häuser präsentierte sich eher unübersichtlich und wenig standardisiert. Nun weht aber
neuer Wind in der Branche, meint Lifestyle Living Hotels & Residenzen Betriebs GmbH -
Geschäftsführer Mag. Robert Schmölzer, der vom stetig steigenden Bedarf der Boarding Häuser
überzeugt ist: „Wir erwarten ein jährliches Wachstum des Marktes von zehn Prozent. In
strategischer Partnerschaft mit der conwert Immobilien Invest AG sollen bis 2010 zwanzig
standardisierte Boarding Häuser eröffnet werden. Bei der Auslastung erhoffen wir uns 70 bis 80
Prozent.“ Die Klientel für die Apartments ist vielfältig: Manager internationaler Konzerne und
Organisationen, Kongressbesucher, Wohnungssuchende etwa nach Scheidungen, Touristen, die länger
als eine Wochen bleiben sowie Professoren und Studenten mit etwas größerem Budget.
Das erste Boarding Haus von Lifestyle Living mit 27 Wohneinheiten von 35 bis 65 Quadratmetern
wurde Mitte Oktober in Wien-Leopoldstadt offiziell eröffnet. Untergebracht sind die Apartments im
Dachgeschoß des „Roberthofes“, eines 1855 von den Staatsopernarchitekten August Sicard von
Sicardsburg und Eduard Van der Nüll erbauten, denkmalgeschützten und riesigen Vierkanters im
Spät-Biedermeier-Stil, nahe der Urania. Vor allem für große Unternehmen wird die
Personalunterbringung leichter. Für ihre Mitarbeiter müssen nun nicht mehr einzelne Apartments
mit unterschiedlichen Standards über ganz Wien verteilt angemietet werden - die Boarding Häuser
bieten eine zentrale Lösung und alle Annehmlichkeiten städtischen Wohnens mit perfekter
Infrastruktur. Der Level der Innenausstattung ist entsprechend der Zielgruppe hoch angesetzt. In
den Apartments des Roberthofes zählen Kabel-TV, CD- und DVD-Player, High-Speed-Internetanschluss,
Klimaanlage, eine komplette Küchenausstattung sowie ein Reinigungs- und Wäscheservice zum Standard.
Ganz günstig ist die neue Art des komfortablen Wohnens jedoch nicht. Die monatlichen Kosten liegen
pro Apartment zwischen 1.650 Euro und 2.050 Euro. In diesem Preis sind Strom, Telefon, Internet,
Reinigung oder allfällige Reparaturen zwar inkludiert, das Frühstück muss man dafür allerdings
selbst besorgen. Die Kosten insgesamt liegen damit jedoch laut Lifestyle-Living immer noch unter
jenen im Hotel und über dem Wiener Friedenskrone-Mietzins.
Mischkonzepte als Chance für die Hotellerie
Auf dem internationalen Markt setzt man bei Boarding-Konzepten schon lange verstärkt auf Service.
So platzierte der US-Hotelriese Marriott als Vorreiter seine Apartments in den wichtigsten
Weltstädten allesamt in unmittelbarer Nähe zu einem Marriott- oder Renaissance-Hotel - der
Longstay-Manager profitiert automatisch auch von deren Dienstleistungen. Gebucht werden kann ein
„Aufenthalt nach Maß“: vom Einkaufs- und Zeitungsservice bis zur frei wählbaren Häufigkeit der
Zimmerreinigung. Allerdings gehen dabei auch bestimmte Elemente klassischer Boarding-Konzepte
verloren, wie etwa ein separater Eingang für die Privatsphäre. Hier profitieren die Hoteliers
aber von einem spürbaren Wandel in der Gästementalität: Die Scheu vor Exklusivität scheint
generell zu schwinden. Denn der heutige Gast hat kein Problem, mit der Supermarkt-Tasche durch
den Eingangsbereich eines Exklusiv-Hotels zu spazieren.
Auch Lifestyle Living wird 2007 ein Objekt eröffnen, das aus einer
Kombination von Hotel und Boarding Haus besteht. Für die heimische Hotellerie bietet das
Boarding-Haus-Mischkonzept grundsätzlich durchaus interessante Perspektiven. Allerdings ist zu
berücksichtigen, dass ein höheres Serviceangebot und die dadurch resultierenden höheren
Personalkosten eines Hotels hier auch auf Longstay-Gäste umgelegt werden und das
Preis-Leistungs-Verhältnis damit nicht mehr ganz so konkurrenzfähig bleiben wird. Die
unterschiedlichen Konzepte, Stärken und Zielgruppen werden die Vermarktung des Mischkonzeptes
zudem zu einer besonderen Herausforderung der Zukunft machen.
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Boarding Häuser - Lifestyle Living
Wagramerstr. 16-18, A-1220 Wien |
| Internet: |
www.lifestyle-living.at |
| Fotos: |
© Lifestyle Living |
| Text: |
Gudrun Gregori |