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Attraktive Hotelintelligenz


Falkensteiner Hotel Carinzia / Bilder: © Alexander Koller Falkensteiner Hotel Carinzia / Bilder: © Alexander Koller
Falkensteiner Hotel Carinzia / Bilder: © Alexander Koller Falkensteiner Hotel Carinzia / Bilder: © Alexander Koller
Falkensteiner Hotel Carinzia / Bilder: © Alexander Koller Falkensteiner Hotel Carinzia / Bilder: © Alexander Koller

Die Südtiroler Falkensteiner Unternehmensgruppe betreibt 26 Hotels & Resorts - zumeist im 4-Sterne-Bereich - und ist mit rund 8.500 Betten in Südtirol, Österreich, Kroatien und Tschechien vertreten.

Falkensteiner Hotels und Resorts bestehen aus Hotellandschaften in vier Kategorien: Das klassische Ferienhotel bietet Erholung, Sport, Natur und Genuss, die Falkensteiner Clubhotels tragen den Namenszusatz Funimation (Spaß und Animation), Städte-Reisende begrüßt die Hotelkette mit den Falkensteiner Stadthotels, und um dem allgemeinem Wellnesstrend zu folgen darf natürlich auch nicht das Wellnesshotel im Sortiment fehlen. Das jüngste Mitglied der Hotelkette ist ein Hotelhybrid aus Business und Wellness -Betrieb, der durch seine sensible wie anspruchsvolle Architektur positiv im kärnternischen Landschaftsbild auffällt. Wie kam es, dass das Hotel-Unternehmen plötzlich mit dem Carinzia die sehr angepasste und konservative Türmchenformensprache der bisherigen Häuser bricht? Welche Überlegungen auch immer angestellt wurden, äußerst professionell suchten die Planer nach einem passenden Entwurf und einer daraus folgenden baulichen Lösung für das zu entstehende Hotel Carinzia. 2003 veranstaltete die Hotel Carinzia GmbH einen Architekturwettbewerb, zu dem sechs Büros geladen wurden. Das Wiener Architekturbüro Arkan Zeytinoglu überzeugte die Auftraggeber mit einem Projekt, dessen Konzept auf landschaftlicher Reflexion, Respekt und Akzeptanz gegenüber der Natur und einer sichtbaren Kommunikation zwischen Innen- und Außenräumen beruht.
Das Raumprogramm war von Seiten der Hoteliers streng definiert, 160 Zimmer und einen Restaurantbereich für 320 Gäste galt es integrativ in der dörflichen Infrastruktur zu entwickeln. Die Architekten planten ein Hotel, das stolze 200 Meter Länge aufweist. Allerdings erscheint der Baukörper durch seine V-Form feiner und eleganter als die bebaute Fläche von 5.238 m2 vermuten lassen würde. Das Hotel Carinzia ist ein Haus aus Stahlbeton, auch wenn die wahre Identität durch eine durchgängige Holzfassade geleugnet wird. Nicht nur an der Fassade kokettiert das Haus mit Materialien, die in der Umgebung vertreten sind. Schieferstein, Lärche, Eiche und sehr viel Licht sind die Zutaten, aus denen das Carinzia gemacht wurde. Vor allem das Inszenieren von Lichtstimmungen - Tageslicht wie künstliches Licht - verwandelt das Hotel in Bühnenbild artige Raumsequenzen. Ein schönes Beispiel dafür bietet der um das Atrium sitzende Gangbereich. Hier wurde nicht mit klassischen Geländern gearbeitet, stattdessen erstreckt sich dicht angeordnete Holzlattung vom Boden bis zur hohen Decke. Durch die Beleuchtung des Ganges erscheint dieses „vollflächige Geländer“ beinahe mystisch fragil. Zeitgenössische Mystik wird auch im Hotel eigenen Wellnessbereich versprüht: Auf 2.500 m2 werden spezielle Paar-Behandlungen angeboten, zur Auswahl stehen ein „privat Spa“, ein „Euroasia“-Bereich mit Wasserbett und Whirlpool aber auch der Vitalis-Bereich. Eine weitere Besonderheit wird wassertechnisch im Wellnessbereich geboten: 7 Pools stehen den Gästen für unterschiedlichste Wasservergnügen zur Auswahl. Kneippkuren, ein Wasserkanal und Entspannungsbecken sind in der Saunawelt vertreten, Sportbecken im Außenbereich, 78 m2 Indoor Pool und ein 15 m2 kleines Kinderbecken decken die Bandbreite der Wasserspielmöglichkeiten ab. Die Relation zwischen Kinderbecken und den übrigen Pools zeigt, dass das Carinzia nicht unbedingt ein Kinderhotel ist. Vielmehr wurde hier alles getan, um gut situierten Jung-Karrieristen ein angemessenes Ambiente zu bieten. „Space for Emotion“ ist das Credo, und vor allem bei näherer Betrachtung der 11 Zimmertypen steht fest, dass hier genug Platz für jede Art der Emotion ist. Die schlichteren Juniorsuiten bestehen aus Wohn- und Schlafraum, zu empfehlen sind allerdings die sieben glamourösen 80 m2 großen Seniorsuiten. Eine Zimmerlandschaft, bestehend aus Sauna, Liege und Whirlpool, wird in einem farblich weiß-rot-schwarz kontrastierenden Ambiente geboten. Speziell zeigt sich auch die Emotion Suite, bestehend aus Wohnzimmer und zwei Schlafzimmern, die mit einem Himmelbett plus Wasserbett aufwarten.
Am traditionellsten ist wohl die klassische Seniorsuite, auch sie trumpft mit 2 Schlafzimmern und einem Wohnzimmer auf. Hier dominieren allerdings nicht ausgefallene Schlafmöglichkeiten, sondern erdige Farben und helles Leder am Betthaupt. Sehr durchdacht ist die Anordnung, beziehungsweise Kombinationsmöglichkeit der Zimmer. Siebenmal ist es möglich Senior- und Standardsuiten zu kombinieren, zehnmal ist das Zusammenschalten der Standardzimmer möglich. Die Möglichkeit der logistischen Kommunikation war den Planern wie Betreibern aber nicht nur räumlich Hotel intern ein besonderes Anliegen. Es kommt ja gerade bei HotelNeubauten sehr oft vor, dass die dem Tourismus gewidmeten Häuser nicht von der einheimischen Bevölkerung angenommen werden. Da das Carinzia ganz anders aussieht als die umgebenden Häuser, könnte man meinen, dass das Hotel missgünstig von der Bevölkerung betrachtet wird. Laut Projektleiterin Ariana Grüll ist aber genau das Gegenteil der Fall, und möglicherweise ist auch eine Pizzeria an dem Wohlwollen „schuld“. Als Pendant zur Bar-Lobby fungiert eine Pizzeria, die das Hotel Carinzia flankiert. Diese öffentliche gastronomische Stätte funktioniert ein bisschen wie eine Botschaft light - Gäste und Einheimische können bei Verlangen Kontakt aufnehmen - und mit 2 Schlafzimmern pro Suite steht einem längeren Kennenlernen ja auch nichts mehr im Weg.

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Falkensteiner Hotel Carinzia

Tröpolach 156, Hermagor/A

Bauherr: Hotel Carinzia G.m.b.H.
Planung: Architekturbüro Arkan Zeytinoglu, Wien
Statiker: Bautech Zanon, Zams/A
Projektmanagement: Michaeler & Partner, Vahrn/I
Bebaute Flä,che: 5.238m²
Nutzfläche: 14.714m²
Baubeginn: Juli 2004
Fertigstellung: Juli 2005
Fotos: © Alexander Koller
Text: Sandra Knöbl

Ausstattung:

buchholzer + partner elektroanlagenbau g.m.b.h.
Textile Ausstattung: Backhausen interior textiles G.m.b.H.
Tischler: Wolte & Partner G.m.b.H.

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