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Das Haus als Stadtlampe
Frankfurt am Main ist eine der reichsten Städte Europas und
international bekannt als Börsenplatz und Finanzstandort. Die Stadt mit den schwarzen
Zwillingstürmen der Deutschen Bank, die wie trotzige Mega-Roboter im urbanen Raum ihren
unübersehbaren Platzanspruch bekannt geben. Viel sanfter gibt sich da das Hotel Concorde mit
seiner zentralen Lage hinter dem Frankfurter Hauptbahnhof.
Das Jahrhundertwende-Haus wurde von Madeleine Moes und Bettina Zech, den
Gründerinnen von Designer´s House, einem zeitgenössischen Face Lifting unterzogen. Die beiden
Designerinnen verlagerten ihren Bürostandpunkt bewusst von München nach Frankfurt, da die
Finanzmetropole einen idealen Standort für international agierende Unternehmen darstellt. Absolute
Besonderheit des Hotels stellt die Kommunikation der Zimmer mit dem Stadtraum dar. Ein variables
Licht- und Farbkonzept der Hotelzimmer lässt die kosmopoliten Gäste selbst entscheiden, in welche
Farbe sie ihr Zimmer tauchen möchten. In den mit schwarzem Straußenleder überzogenen
Bettkopfteilen befindet sich die gesamte Klima- und Beleuchtungstechnik. Ein
RGB-(Red-Green-Blue)-Farbmischsystem ermöglicht durch raffinierte Ansteuerung stimmungsvolle
Lichtszenarien, die indirekt die gesamte Vorhangsfläche zusätzlich beleuchten. Nach der Frage, ob
denn die Gäste das Spiel mit dem Licht auch zelebrieren, erwidern die Planerinnen nur Positives.
Ein Geschäftsreisender aus New York City bedankte sich bei Designer´s House für das Ermöglichen
einer „visuellen Dusche“, die ihm nach einem anstrengenden Tag voller Meetings zur Entspannung
verhalf. Noch verspannt begann der gute Mann sein Zimmer lichttechnisch blau zu färben, und als er
bei Aprikosen-orange angelangt war, fühlte er sich wie nach einer Wellness-Behandlung.
Anfänglich gab es nur bei manchen Gästen Verwunderung ob des hochtechnischen Betthauptes und was
denn damit anzustellen sei. Da die Bedienungsanleitung nur in drei Sprachen übersetzt auflag,
dürfte so manchem asiatischen Gast das Regenbogengefühl im Innenraum verwehrt geblieben sein. Doch
bei Fragen steht das engagierte und bemühte Personal des 4-Sterne-Art-Deco-Boutiquehotels allen
Gästen des Hauses hilfsbereit zur Verfügung. Neben dem Lichtzauber präsentiert sich das Concorde
im Möblierungs- und Gestaltungsbereich angenehm ruhig und zurückhaltend. Im Rahmen der Renovierung
im Jahr 2003 beließen die Planerinnen die Zimmergrundrisse in ihrer Ursprünglichkeit. Lediglich die
Nasszellen wurden grundlegend und zeitgenössisch neu interpretiert. Die transparent verglasten,
offenen Duschen können durch einen Vorhang intimer gestaltet werden, Gleiches gilt für das
Verschwindenlassen des wohnlich gestalteten Holzwaschtisches. Das Spiel mit dem Vorhang ist auch
vor dem großzügigen, begehbaren Schrankraum einzusetzen. Variables Wohngefühl vermittelt auch die
in den Junior- Suiten vertretene Ecksofa-Kombination. Durch Hinzuschieben eines Hockers ist das
Sofa in ein großes Zusatzbett zu verwandeln. Klare Formen und warme Farben ziehen sich als
gestalterischer Leitfaden durch das Hotel - von der dunklen, sich gediegen von den zartblauen
Wänden abhebenden Möblierung, bis hin zum bunten Zucker in edlem Porzellan der Kaffeebar.
Doch welche Klientel möchte das Hotel ansprechen? Grundsätzlich sind Geschäftsreisende genau so
gerne willkommen wie Familien auf Städteurlaub oder Durchreise. Die moderaten Zimmerpreise
erfreuen alle Gäste, und ein intelligentes Schiebetürsystem im Erdgeschoß lässt Mehrfachnutzung
auf dieser Ebene zu. Der Konferenzraum im Erdgeschoß bietet durch komplettes Abschließen absolute
Privatsphäre. Bei Nichtnutzung kann aber optional durch die Schiebeelemente geöffnet werden und
als erweiterte Lobby allgemeiner genützt werden. Das Hotel Concorde überzeugt durch sensible
Planungsintelligenz, die tendenziell nur durch absolute Kommunikations- und Kooperationsfähigkeit
von Seiten der Hoteliers, der Planer als auch Hersteller zu erreichen ist.
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Hotel Concorde
Karlstraße 9, Frankfurt am Main/D |
| Internet: |
www.hotelconcorde.de |
| Bauherr: |
Paluch Liegenschaftsverwaltung, Frankfurt |
| Planungsbeginn: |
Jänner 2003 |
| Fertigstellung: |
August 2003 |
| Innenarchitektur: |
Designers House, Frankfurt |
| Lichtplanung: |
LIC G.m.b.H., Hamburg |
| Fotos: |
© Ralf Klinger |
| Text: |
Sandra Knöbl |
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