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Das Haus als Stadtlampe


Hotel Concorde / Bilder: © Ralf Klinger Hotel Concorde / Bilder: © Ralf Klinger Hotel Concorde / Bilder: © Ralf Klinger
Hotel Concorde / Bilder: © Ralf Klinger Hotel Concorde / Bilder: © Ralf Klinger Hotel Concorde / Bilder: © Ralf Klinger

Frankfurt am Main ist eine der reichsten Städte Europas und international bekannt als Börsenplatz und Finanzstandort. Die Stadt mit den schwarzen Zwillingstürmen der Deutschen Bank, die wie trotzige Mega-Roboter im urbanen Raum ihren unübersehbaren Platzanspruch bekannt geben. Viel sanfter gibt sich da das Hotel Concorde mit seiner zentralen Lage hinter dem Frankfurter Hauptbahnhof.

Das Jahrhundertwende-Haus wurde von Madeleine Moes und Bettina Zech, den Gründerinnen von Designer´s House, einem zeitgenössischen Face Lifting unterzogen. Die beiden Designerinnen verlagerten ihren Bürostandpunkt bewusst von München nach Frankfurt, da die Finanzmetropole einen idealen Standort für international agierende Unternehmen darstellt. Absolute Besonderheit des Hotels stellt die Kommunikation der Zimmer mit dem Stadtraum dar. Ein variables Licht- und Farbkonzept der Hotelzimmer lässt die kosmopoliten Gäste selbst entscheiden, in welche Farbe sie ihr Zimmer tauchen möchten. In den mit schwarzem Straußenleder überzogenen Bettkopfteilen befindet sich die gesamte Klima- und Beleuchtungstechnik. Ein RGB-(Red-Green-Blue)-Farbmischsystem ermöglicht durch raffinierte Ansteuerung stimmungsvolle Lichtszenarien, die indirekt die gesamte Vorhangsfläche zusätzlich beleuchten. Nach der Frage, ob denn die Gäste das Spiel mit dem Licht auch zelebrieren, erwidern die Planerinnen nur Positives. Ein Geschäftsreisender aus New York City bedankte sich bei Designer´s House für das Ermöglichen einer „visuellen Dusche“, die ihm nach einem anstrengenden Tag voller Meetings zur Entspannung verhalf. Noch verspannt begann der gute Mann sein Zimmer lichttechnisch blau zu färben, und als er bei Aprikosen-orange angelangt war, fühlte er sich wie nach einer Wellness-Behandlung.
Anfänglich gab es nur bei manchen Gästen Verwunderung ob des hochtechnischen Betthauptes und was denn damit anzustellen sei. Da die Bedienungsanleitung nur in drei Sprachen übersetzt auflag, dürfte so manchem asiatischen Gast das Regenbogengefühl im Innenraum verwehrt geblieben sein. Doch bei Fragen steht das engagierte und bemühte Personal des 4-Sterne-Art-Deco-Boutiquehotels allen Gästen des Hauses hilfsbereit zur Verfügung. Neben dem Lichtzauber präsentiert sich das Concorde im Möblierungs- und Gestaltungsbereich angenehm ruhig und zurückhaltend. Im Rahmen der Renovierung im Jahr 2003 beließen die Planerinnen die Zimmergrundrisse in ihrer Ursprünglichkeit. Lediglich die Nasszellen wurden grundlegend und zeitgenössisch neu interpretiert. Die transparent verglasten, offenen Duschen können durch einen Vorhang intimer gestaltet werden, Gleiches gilt für das Verschwindenlassen des wohnlich gestalteten Holzwaschtisches. Das Spiel mit dem Vorhang ist auch vor dem großzügigen, begehbaren Schrankraum einzusetzen. Variables Wohngefühl vermittelt auch die in den Junior- Suiten vertretene Ecksofa-Kombination. Durch Hinzuschieben eines Hockers ist das Sofa in ein großes Zusatzbett zu verwandeln. Klare Formen und warme Farben ziehen sich als gestalterischer Leitfaden durch das Hotel - von der dunklen, sich gediegen von den zartblauen Wänden abhebenden Möblierung, bis hin zum bunten Zucker in edlem Porzellan der Kaffeebar.
Doch welche Klientel möchte das Hotel ansprechen? Grundsätzlich sind Geschäftsreisende genau so gerne willkommen wie Familien auf Städteurlaub oder Durchreise. Die moderaten Zimmerpreise erfreuen alle Gäste, und ein intelligentes Schiebetürsystem im Erdgeschoß lässt Mehrfachnutzung auf dieser Ebene zu. Der Konferenzraum im Erdgeschoß bietet durch komplettes Abschließen absolute Privatsphäre. Bei Nichtnutzung kann aber optional durch die Schiebeelemente geöffnet werden und als erweiterte Lobby allgemeiner genützt werden. Das Hotel Concorde überzeugt durch sensible Planungsintelligenz, die tendenziell nur durch absolute Kommunikations- und Kooperationsfähigkeit von Seiten der Hoteliers, der Planer als auch Hersteller zu erreichen ist.

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Hotel Concorde

Karlstraße 9, Frankfurt am Main/D

Internet: www.hotelconcorde.de
Bauherr: Paluch Liegenschaftsverwaltung, Frankfurt
Planungsbeginn: Jänner 2003
Fertigstellung: August 2003
Innenarchitektur: Designers House, Frankfurt
Lichtplanung: LIC G.m.b.H., Hamburg
Fotos: © Ralf Klinger
Text: Sandra Knöbl

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