Auch wenn der Trend zu Wellness und Entspannung ungebrochen
scheint: Wer im Wettbewerb bestehen will, braucht innovative Konzepte. In Laa an der Thaya
hat man deshalb weder Kosten noch Mühen gescheut, um die heiß umworbene Gästeklientel im
jüngst eröffneten 4-Sterne-Hotel rundum bei bester Laune zu halten.
Therme mit Privatsphäre: Sechzig Autominuten vom nördlichen Wien
entfernt, präsentiert sich seit November ein Hotel der etwas anderen Art als
kontrastreicher Landmark zum idyllischen Weinviertel. Prädestiniert für alle jene, die sich
von „Wellness“ und „Spa“ etwas mehr erwarten als die gemeinschaftliche Nutzung von
Saunaeinrichtungen und Badebecken. Das Hotel Therme Laa Superior bietet Erholung für
Körper, Geist und Seele und nicht zuletzt auch für das Auge. Denn das renommierte
Architekturbüro Holzbauer & Partner unter der Führung von Wolfgang Vanek schuf ein
außergewöhnliches Design, das in dieser Gegend seinesgleichen sucht.
Das viergeschoßige 4-Sterne-Hotel bietet insgesamt 122 Zimmer und Suiten, allesamt mit
einer Mindestgröße von 30 m2 und Balkon ausgestattet, ein Gäste- und A´la carte-Restaurant
sowie einen eigenen Seminarbereich. Der Hotelkomplex ist der öffentlichen Tagestherme
angeschlossen, die seit rund drei Jahren als innovative Oase für Erholung, Entspannung und
Freizeitgestaltung fungiert und bisher rund eine Million Tagesgäste anlockte. Doch das
Thermenangebot wird nicht jeder nützen wollen. Denn ganz exklusiv genießen Hotelgäste die
Vorzüge eines eigenen Hotel-Spa-Bereichs im Erdgeschoß. Die Anlage bietet Indoor-Thermenpool,
eine edle Sauna-Landschaft (Finnische Sauna, Kräuter-Saunarium und Dampfbad), Ruheräume und
einen Freiluftbereich samt Whirlpool. Der Gast erlebt so individuelles Wellness-Feeling
abseits des großen Thermenrummels.
Schwung und Sinnlichkeit: Das Architektenteam erhielt den
Auftrag, das Projekt von der ersten Entwurfsphase an mitzugestalten. „Die Chance, alles aus
einer Hand bis ins Detail zu planen, bekommt man nicht allzu oft. Wir haben die
Herausforderung mit großer Freude angenommen und mit dem Bauherren hervorragend
zusammengearbeitet. Ich denke, die Atmosphäre ist daher im Haus auch eine besonders
stimmige“, zeigte sich Architekt Vanek bei der Hoteleröffnung am 17. November vom Ergebnis
rundum zufrieden. Das Motto des Konzeptes lautete: „Raumerlebnis und Materialität“. Auf das
viel strapazierte asiatisch-puristische Wellness-Ambiente im klinischen Reinweiß wurde
daher gänzlich verzichtet, stattdessen setzte man innen wie außen auf warme Farben,
sinnliche Oberflächen und erhabene Materialien. Bewusst vermieden wurde eine
stiefmütterliche Behandlung der Spa-Einheiten, die allzuoft im Sockel- oder Untergeschoß
eines Hotels untergebracht sind. Die Planer nützten hier die seltene Möglichkeit, ein
Konzept entlang den beiden Ufern eines Baches zu entwickeln. Die geschwungenen
Gebäudeeinheiten Hotel und Spa schmiegen sich harmonisch aber markant in die sanften Hügel
des Weinviertels. Die verglasten Fronten erlauben Einblicke in die Restaurants, die Lobby,
die Lounge-Bar und die Rezeption: Eine Einladung an alle Vorbeispazierende, doch einfach
einzutreten und hier Gast zu sein. Die formale Zusammengehörigkeit der beiden Baukörper
wird durch eine spektakuläre frei schwebende Holz-Glas-Brücke, dem so genannten
„Bademantelgang“, im ersten Obergeschoß als verbindendes Element verstärkt. Sie ermöglicht
den „Walk of Wellness“ in exotisch wohlriechender Atmosphäre.
Holz fürs Wohlbefinden: Beim Betreten des Hoteleingangs empfängt
eine braune lederbespannte Rezeption und ein großzügiger Barbereich. Im Zusammenspiel mit
den braun-goldenen Nussholzverkleidungen wird hier Wohlfühlatmosphäre erzeugt, der Gast
beim ersten Kontakt zum bewussten Entspannen animiert. Als eine besondere gestalterische
Herausforderung erwies sich der thematische Bezug zum Weinviertel. Umgesetzt in Form einer
Vinothek, eines Weinraums und des Restauranteinganges, der als „Weingang“ gestaltet wurde.
In diesen Bereichen dominiert ebenfalls Nussholzmaterial, die reliefartig ausgebildeten
Wandverkleidungen erinnern an Steinwände. Der Gast kann hier gustieren, probieren oder sich
auch einen besonders guten Tropfen für zu Hause aussuchen. Nussholz vermittelt einladende
Stimmung auch in den beiden Restaurants für Haus- und A´la carte-Gäste, sowie im großen
Foyer des Seminarbereiches.
Bei den Zimmern hat der Gast die Wahl zwischen zwei unterschiedlichen Designlinien: dem Typ
Birke - Birkenholzmöbel mit elegantem Nussholzboden, oder dem Typ Walnuss - Nussholzmöbel
mit hellem Ahornboden. Ein kräftiger Schuss Farbe bringt Gemütlichkeit - die Möbelstoffe
sind in Rot oder Orange gehalten. Die offene Atmosphäre lädt zum Verweilen ein, und in den
edlen und großzügig gestalteten Badezimmern wird selbst Zähneputzen zur Entspannungseinheit.
Die mit Lerchenholzlamellen versehenen Balkonfronten samt Schiebepaneelen ermöglichen
individuelle Beschattungsmöglichkeiten, was ein abwechslungsreiches und spannendes
Fassadenbild ergibt.
Relaxing pur: Wer außerhalb des Zimmers relaxen will, gelangt über die „Bademantelbrücke“
in das Zentrum des Spa-Baukörpers, der Vitalbar. Hier verwöhnen Vitalsnacks und
Erfrischungen. Von dort kann man direkt den zweigeschoßigen Indoorpool-Bereich begehen,
über das zentrale Stiegenhaus zum Saunabereich sowie zum Spa-Relax mit den
Behandlungsräumen gelangen oder vorbei am Fitnessbereich die Therme besuchen. Der spitz
zulaufende Grundrisszuschnitt, welchem auch die Form des Thermalwasser-Pools folgt, gibt
dem Raum eine eigenen Note. Die abgehängte Liegeterrasse im Obergeschoß folgt ebenfalls der
gekurvten Form des Baukörpers. Noch dramatischer wird der Grundriss für den Betrachter in
der Spa-Außenruhezone „Frische“ zugleich Außenbereich und Fortsetzung des Saunabereiches -
erlebbar. Hier löst sich der Baukörper in einer Pergola-Konstruktion auf, die mit textilen
Bespannungen versehen ist. Das von der Pergola gerahmte Terrassenfeld und der
Outdoor-Whirlpool sorgen für ein ausgiebiges Relaxen in frischer Luft. „Das Motto des
Hotels lautet: Einschalten statt Abschalten. Der Gast soll hier seine Sinne öffnen und
diese bewusst wahrnehmen, Neues aufnehmen und Kraft tanken“, wünscht sich die General
Managerin des Hotels, Bettina Spies. Dementsprechend architektonisch und angebotsmäßig
durchdacht wurde auch der Schönheitsbereich. Von einem lichtdurchfluteten Wandelgang rings
um ein eingeschnittenes Atrium werden die einzelnen Beauty-Treatments begangen. Im
Vordergrund stehen warme Materialien. Nussparketts und Stuccolustro-Wände in den
Behandlungsräumen bieten ein harmonisches Ambiente. Ein besonderes Zuckerl gibt es für all
jene, die sich auch während der Massage nicht von ihrer Begleitung trennen wollen: Im
luxuriösen Behandlungsraum „Twin-SINN“ erlebt man „Zeit zu zweit“. So lässt sich jeder
Moment (auch optisch) wahrlich doppelt genießen.
Fazit eines Aufenthaltes im Hotel Therme Laa Superior: Vier wohlverdiente Sterne - vor
allem auch für das engagierte Architektenteam!
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Hotel und Spa/Therme Laa
A-2136 Laa a. d. Thaya, Thermenplatz 1 |
| Bauherr: |
THL Therme Laa a. d. Thaya Projektentwicklungs- und Errichtungs Ges.m.b.H. |
| Planung: |
Holzbauer und Partner Ziviltechniker Ges.m.b.H., Wilhelm Holzbauer, Fritz Kaufmann, Egon Türmer unter der Leitung von Wolfgang Vanek |
| Mitarbeiter: |
Ulla Ristig, Alexander Fend, Ekki Gassner, Ralf Baumann |
| Statik: |
Rinderer und Partner, Aste Konstruktion |
| Grundstücksfläche: |
24.180m² |
| Bebaute Fläche: |
5.826m² |
| Planungsbeginn: |
August 2003 |
| Bauzeit: |
April 2004 bis Oktober 2005 |
| Fertigstellung: |
Ende Oktober 2005 |
| Fotos: |
© Wolfgang Vanek, Therme Laa-Hotel & Spa |
| Text: |
Gudrun Gregori |
Ausstattung:
|
| Systemkarten: |
Harald Georg Uhl G.m.b.H. |
| Zimmereinrichtung inkl. Türen: |
Fritz Fürst G.m.b.H. |
Minibar: Pinguin TMB30 und Zimmersafe: Elsafe Xtra43: |
Hugin Sweda |
Textile Ausstattung, Lieferung d. Polstermöbel u. Sessel (Zimmer): |
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