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Architekturhotel mit Wein, i-pod und mehr


Wein & Spa Loisium Hotel / Bilder: © Robert Herbst, Hotel Loisium Wein & Spa Loisium Hotel / Bilder: © Robert Herbst, Hotel Loisium
Wein & Spa Loisium Hotel / Bilder: © Robert Herbst, Hotel Loisium Wein & Spa Loisium Hotel / Bilder: © Robert Herbst, Hotel Loisium
Wein & Spa Loisium Hotel / Bilder: © Robert Herbst, Hotel Loisium Wein & Spa Loisium Hotel / Bilder: © Robert Herbst, Hotel Loisium

Das niederösterreichische Langenlois gilt als Österreichs größte Weinstadt. Seit 2003 besticht der idyllische Ort durch erstklassige Unterhaltungsarchitektur, made by Steven Holl - einem US-amerikanischen Architekten mit internationalem Bekanntheitsgrad.

Die Tage, wo jahrzehntelang gewucherte und immer wieder umgebaute Hotels Gäste faszinieren und anziehen können, scheinen gezählt und vorbei.Heute muss Hotel-Architektur schnell gebaut, außergewöhnlich im Erscheinungsbild und anspruchsvoll im Angebot sein. All diese Prädikate treffen auf das im November 2005 eröffnete Hotel Loisium zu. Im Sommer 2001 präsentierte Steven Holl erstmals der Kellerwelt Betriebs GmbH & Co KG Entwurfsskizzen, die augenscheinlich überzeugend auf die Bauherrenschaft wirkten. Das Hotel ist allerdings nur einer von drei Mosaiksteinchen, die zur Belebung und kommerziellen Aufwertung der ländlichen Umgebung führen sollen. Zuallererst wurden die bestehenden Kellergewölbe für die Besucher zugänglich gemacht und darauffolgend ein in der Architekturwelt Begeisterungsschreie auslösendes Wein-Besucherzentrum nach nur 9 Monate langer Bauphase 2003 eröffnet. Mit der Fertigstellung und Eröffnung des Hotel Loisium ist aus touristisch-architektonisch-weinkulturellen Utopien sich zahlbar machende Gegenwart geworden. Besonderheit des Besucherzentrums wie des Hotels ist einerseits die Lage, denn beide Objekte stehen auf der grünen Wiese, besser gesagt neben grünen Weinstöcken. Außerdem fällt die Formensprache beider Baukörper auf. Diese architektonische Präsenz hat aber weniger mit dem ländlichen Umfeld, als viel mehr mit der dominanten, speziellen, sensiblen, oder wie auch immer man die Formensprache Steven Holls nennen möchte zu tun. Er ist der Meister des Abstrakten, was sehr bildlich am Beispiel des Wein-Besucherzentrums veranschaulicht werden kann. Das Thema Wein findet sich in vielen architektonischen Aspekten wieder. So erkennt man Löcher im Glas-Geländer des Innenraumes, die eine Reminiszenz an die Struktur eines Weinkorkens sind. Der thematisierte Korken findet sich außerdem als durchgängige Wandbekleidung im Innenbereich, während die Fensterfelder und Schlitze mit grüner Folie bespannt sind - eine Hommage an das Grün der klassischen Weinflasche. Schlichte Kompaktheit zeichnet das Wein-Besucherzentrum aus, während sich sein neuer Nachbar - das Hotel Loisium - wie ein Gast aus New York City inmitten der Weinfelder ausnimmt. Die Formgebung wie auch die Fassadengestaltung lassen das Hotel fremdartig faszinierend in der Landschaft erscheinen. Die Gebäudehülle gibt sich abwechslungsreich bunt - von Gelb über Orange bis zu Grün spielt die Fassade einige Farben, beinahe schüchtern versteckt werden sie von einer vorgehängten Lochblechfassade. Ganz und gar nicht schüchtern präsentiert sich der Innenbereich des Hotels. 80 Lifestyle-Zimmer und 2 Suiten machen das bunte Haus zum trendy hotel. Wunderschön zu wissen: Jedes Zimmer verfügt über einen großzügigen Ausblick auf die umliegenden Weinberge. Der Unterschied zwischen dem Loisium Hotel und anderen Design Hotels ist, dass das Loisium kein Design Hotel ist. Es ist ein Architekten-Hotel. Und der Unterschied besteht darin, dass Holl für das Loisium alle architektonischen Elemente, von Grafiken auf Stoffen über die Sofas einfach alles neu entwickelte und realisierte. Die Zimmer schweben übrigens über dem sechs Meter hohen Erdgeschoß, was auf die großzügige Verwendung von Glas im Lobby- und Bar- Bereich zurückzuführen ist. Im so genannten Weinrestaurant ist Platz für 130 Personen, nach dem Speisen kann an der „Steven Holl Bar“ dem Wein oder Sonstigem gefrönt werden, Grappa und Zigarren werden wiederum in der „Grappa & Zigarren Bibliothek“ mit offenem Kamin feil geboten. Bisher könnte man ja meinen, dass an diesem Hotel grundsätzlich Sportmuffel und Nachteulen ihre helle Freude haben werden. Weit gefehlt. Gemeinsam mit AVEDA Designern entwickelte Steven Holl 13 „Treatment Kabinen“, zusätzlich wird die Spa-Welt von unterschiedlichen Saunen, Dampfbad, einem Weinfass Jaccuzi und einem Panoramablick über die Weingärten ergänzt. Und für die wirklich sportlichen Gäste steht ein 5 x 20 Meter großer, beheizter Outdoor-Sport-Pool zur Verfügung. Auch im Sinne der Materialien und Baustoffe wurde tief in die Tasche der Ressourcen gegriffen, der im Hotel Loisium verwendete Stahl (743.000 kg) würde einem 1 cm dünnen Stahlrohr entsprechen, das von Wien bis Paris (1.204 km) reicht. Und der Beton (5.500 m3), der um den Stahl herum das nunmehrige Gebäude ergibt, entspräche einer Kugel mit einem Durchmesser von 22 Metern. Die Mitarbeiter, die in diesem außergewöhnlichen Hause um das Wohl des Gastes bemüht sind, können auch mit Superlativen in ihren Lebensläufen aufwarten. Der Front Office & Reservation Manager beispielsweise konnte vom Burj al Arab in Dubai abgeworben werden.
Mit dem Loisium Hotel wurde ein Ort der touristischen Superlative geschaffen, der möglicherweise Interesse und Verständnis für zeitgenössische Architektur einem breiten Publikum eröffnet und zusätzlich Lifestyle suggeriert. Alles an diesem Haus ist durchdacht - von den Stoffmustern der Möbel, die auch käuflich zu erwerben sind, bis zur Musik, die von einem Wiener DJ zusammengestellt wurde, und dem Gast auch beim Joggen zur Verfügung steht, da an der Rezeption i-pods - mit eben dieser Musik bestückt - ausgeborgt werden können.

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Wein & Spa Loisium Hotel

Loisium Allee 2, A-3550 Langenlois

Bauherr: Loisium Hotel Betriebs G.m.b.H. & Co. KG
Steven Holl Architects, ARGE Architekten
Sam/Ott-Reinisch
Statik: ARGE Retter & Toms
Grundstücksfläche: 7. 659m²
Bebaute Fläche: 1. 618m²
Umbauter Raum: 28. 930m³
Planungsbeginn: 2001 (Masterplan), 2003-2005
Bauzeit: 16 Monate
Fertigstellung: Oktober 2005
Fotos: © Robert Herbst, Hotel Loisium
Text: Sandra Knöbl

Ausstattung:

Systemkarten: Harald Georg Uhl G.m.b.H.
Herbsthofer G.m.b.H.
DI Ralph Marake
Gebäudetechnik: Altherm Engineering G.m.b.H.
Lichtplanung: Zumtobel
Minibars Drink 2010 / IndelB: Hugin Sweda

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