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„Rundum-Blick“ im derzeit höchsten Gebäude...


Panoramahaus dornbirn / Bilder: © Archiv Architekten Panoramahaus dornbirn / Bilder: © Archiv Architekten
Panoramahaus dornbirn / Bilder: © Archiv Architekten Panoramahaus dornbirn / Bilder: © Archiv Architekten
Panoramahaus dornbirn / Bilder: © Archiv Architekten Panoramahaus dornbirn / Bilder: © Archiv Architekten

„Rundum-Blick“ im derzeit höchsten Gebäude des Rheintals

Eine ganz neue Fern-, Weit und Umsicht können Hotelgäste, Feinschmecker, Lounge-, Sport- und Wellness-Besucher seit 5. September 2005 in Vorarlberg erleben, seit nämlich das Panoramahaus Dornbirn seine Pforten geöffnet hat. Hier am ehemaligen Stadtrand von Dornbirn, neben dem Areal der Dornbirner Messe, im Vierländereck Österreich, Schweiz, Deutschland und Liechtenstein, ist die Landschaft des bergigen „Ländles“ zwar flach, dennoch reicht der Horizont ins Rheintal und in die umliegende Bergwelt, vom Säntis bis weit über den Bodensee hinaus und gestattet einen Blick über die Landesgrenzen hinweg.

Drei Jahre sind verstrichen, seit sich das Atelier Architekt Bernhard Bügelmayer ZT GmbH „Panorama“ zum Thema machte und die ersten Skizzen für einen skulpturalen Solitärbau neben dem Messegelände zu Papier gebracht wurden. Sowohl im Zusammenhang zur Stadt, zur Natur und zu den Menschen stehend, stellt der Baukörper ein zweiteiliges Volumen dar. Ein zweigeschoßiger, sich in der Waagerechten ausdehnender, kantiger Baukörper dient als Empfangsbau und steht im Bezug zum umliegenden Stadt- und Straßenraum, während ein elliptisches, gläsernes Volumen hoch in den Himmel ragt. Im elliptischen Baukörper befindet sich das 4-Stern-Hotel Four Points by Sheraton, dem Gert Prantner, einer der wohl bekanntesten Hoteliers der Branche(*), als geschäftsführender Gesellschafter voransteht.

Als Gelenk zwischen den beiden unterschiedlich ausformulierten Baukörpern kann das Flachdach des zweiten Obergeschoßes gesehen werden. Auf dem Dach befindet sich ein weitläufiger Garten mit begrünten Terrassen, Liegeflächen und Schwimmbecken als Freiraum für das Home of Balance. Das schmale Wasserbecken wurde in der Längsachse der Ellipse situiert und wird von geschwungen ausgebildeten Holzliegeflächen umrahmt. Eine Außensauna ergänzt das Angebot.
Ein den beiden Hauptvolumen vorgelagerter Glaskubus markiert den Eingangsbereich und lässt im Außenbereich einen städtischen Platz mit Bäumen, Sitzflächen und Wasser entstehen. Sodann betritt der Besucher, sei er Hotelgast oder Wellness-Gast, einen teilweise zwei Geschoße hohen, begrünten und mit Bäumen durchzogenen Raum mit Galerien, der einem Kaffeehaus, der Hotelrezeption und der Hotellobby Platz bietet.

Auf der Galerie im ersten Obergeschoß wurde eine Fernseh- und Bibliotheks-zone, Arbeitsbereiche für Gäste und ein Konferenzbereich angeordnet. Der Veranstaltungsbereich, bestehend aus fünf Tagungsräumen, die aufgrund flexibler Trennwandsysteme miteinander kombiniert werden können, bietet modern ausgestattete Räumlichkeiten und herausragende Tagungstechnik. Tageslicht durchflutet und durch eine gekühlte Raumdecke klimatisiert bieten die Räumlichkeiten Platz für bis zu 80 Konferenzbesucher.
Die zentrale Situierung des Erschließungsblocks trägt zur klaren Orientierung und Wegführung im Gebäude bei. Auf den darüber liegenden vier Ebenen, die eine Fläche von 6.500 m2 umfassen, erstreckt sich das „Medical, Wellness, Fitness, Beauty & Body Therapie“-Zentrum, das sich „Home of Balance“ nennt und mit modernsten Geräten ausgestattet ist. Tagesgäste, Club-Mitglieder und Hotelgäste haben hier die Möglichkeit, Erholung vom hektischen Alltagsleben zu finden.
Das Hotel selbst wurde für insgesamt 300 Gäste konzipiert und zählt 106 großzügige Zimmer und Suiten. Neben drei behindertengerechten Zimmern hat der Gast die Wahl zwischen vier 44 m2 großen Wellness-Suiten mit Whirlpool, wo in aller Privatheit das Erholerlebnis fortgesetzt werden kann, 13 Junior -Suiten (38 m2), fünf Deluxe-Räumen (36 m2), zehn Executive -Zimmern (30 m2) und 71 Business-Räumen mit 25 m2 Fläche.
In jedem Hotelstockwerk finden sich rundum führende Wege mit Tageslichtbezug, die zu den Hotelzimmern leiten, die alle großzügige Fensterflächen aufweisen. Die gebogene Glassfassade rahmt die umgebende Landschaft ohne Parapet. Natürliche Materialien wie Naturstein, Holz, Keramik und hochwertige Textilien als Vorhänge und Bezüge dominieren die Innenraumgestaltung.
Im Panoramarestaurant des 11. Obergeschoßes wird durch die schräg gestellte Glasfassade der Blick in den Himmel und in die Ferne geführt. Hier verwöhnt man den Gaumen mit regionaler Küche, internationalen Spezialitäten sowie zeitgemäßen und gesundheitsbewussten Gerichten. Eine Aussichtsterrasse ermöglicht das Speisen in luftiger Höhe im Freien.
Das Panoramahaus besteht aus 33.000 m2 Beton, der von 2700 Tonnen Baustahl zusammengehalten wird. Dieses Bauwerk stellte nicht nur in seiner Raumkonzeption, sondern auch im Bezug auf die konstruktive Gestaltung und auf das Energiekonzept eine Herausforderung dar. Der Standort weist von seiner Bodenbeschaffenheit eine 20 m mächtige Sandschicht auf, die auf setzungsempfindlichen, im Rheintal häufig anzutreffenden Seeton lagert. Diese Gegebenheit erforderte aus statischen Gründen eine Pfahlgründung, sowie eine Trennung der Bauvolumen durch Fugen. Um eine mögliche Schiefstellung des elliptischen Hochhauses zu verhindern, wurde die Bodenplatte massiv mit einer Dicke von 1,4-1,7 m ausgeführt. Die 357 Fundierungspfähle aus Beton wurden bis in die Tiefe verrohrt und werden nun zur Energiegewinnung genutzt. Technologien der Wärmerückgewinnung und des Wärmeausstausches unterstützen die Raumkonditionierung und decken die Grund-Heizlast des Gebäudes ab.

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Panoramahaus dornbirn

Messestraße 1, 6859 Dornbirn

Bauherr: Messepark Dornbirn
Planung: Atelier Architekt Bügelmayer ZT G.m.b.H.
Projektverantwortliche: Bernhard Bügelmayer, Bernhard Rapp
Bernhard Berger, Elisabeth Bügelmayer,
Lise-Marie Dittrich, Cecilia Fink,
Andreas Huber, Dietmar Kulmus,
Wolfgang Ritter
gbd - gruppe bau dornbirn /
Ziviltechniker für Bauwesen, Dornbirn
Grundstücksfläche: 8.232,0m²
Bebaute Fläche: 5.357,0m²
Umbauter Raum: 124.752,0m³
Bauzeit: 23 Monate
Planungsbeginn: Sommer 2002
Fertigstellung: September 2005
Fotos: © Archiv Architekten
Text: Katharina Tielsch

Ausstattung:

Systemkarten: Harald Georg Uhl G.m.b.H.
Hugin Sweda
Küche: FHE Franke
Holzzargen und Holztüren: Tischlerei Telser OLHG
Badewassertechnik: BWT
Sauna: Klafs-Saunabau G.m.b.H.
Einrichtung: Selva Project G.m.b.H.
HKLS: MCE Anlagenbau Austria G.m.b.H. & Co

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