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HotelQ!


HotelQ! / Bilder: © Keuco HotelQ! / Bilder: © Keuco
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HotelQ! / Bilder: © Keuco HotelQ! / Bilder: © Keuco

Text: Walter Laser
Fotos: Keuo

Die Hauptstadt Berlin gehört heute zu den modernsten Hotelstandorten der Welt. Zahlreiche neue Hotels sind in den letzten zehn Jahren eröffnet worden - meist traditionelle Hotels der Luxusklasse und Businesshotels. Nur ein halbes Prozent aller Hotels der Stadt sind Design-Hotels. Eine Marktnische, in die auch das neu eröffnete Berliner Design HotelQ! stößt, das von dem Design- und Architekturbüro Graft nach einem außergewöhnlichen Konzept gestaltet worden ist. Die drei Architekten Wolfram Putz, Lars Krückeberg und Thomas Willemeit haben mit ihren kreativen Ideen bereits Brad Pitts Villa in Hollywood gestaltet. Nun machten sie aus einem durchschnittlichen Plattenbau eines der außergewöhnlichsten Design-Hotels in Berlin.
Der Grundgedanke war eine “Welle”, aus der eine architektonische Landschaft wird, in der Boden, Wand und Decke fließend ineinander übergehen und Architektur und Möbel miteinander verschmelzen. Und so drücken sich Podeste aus der Wand heraus und werden zu Sitzgelegenheiten, Nischen in den Wänden werden zu Regalen, und der Fußboden geht fließend in das Bett und dieses in eine Badewanne über. Architektur wird Lebensraum mit Funktionen, wird nutzbar, ist sinnlich erfahrbar und somit emotional aufgeladen.

Die Verbindung von Möbel und Architektur zeigt sich auch in der Verwendung von Mobiliar-Oberflächen an Decken und Wänden: z. B. Hölzer, Polsterungen und Leder. Nicht nur der optische, sondern auch der haptische Charakter der Gestaltungselemente war für die Auswahl der Ausstattung entscheidend. Für alle Bereiche bestimmend sind die optischen und haptischen Oberflächenkontraste. Dunkle Schieferfliesen beispielsweise geben viel optische Tiefe und stehen mit ihrer warmen und natürlich-rauen Oberfläche in spannendem Kontrast zu weißen Sanitärkeramiken und den glänzenden, glatten Chromoberflächen der Accessoires. Minimalistisches Design und höchste Funktionalität kennzeichnen die ausgewählten Produkte. Handtuchstange, Haken, WC-Accessoires sowie Papiertuchspender und großvolumiger Abfallsammler fügen sich ästhetisch in das abgestimmte Gesamtbild reduzierter Innenarchitektur ein.
Die klare und sachlich-nüchterne Formensprache der Accessoires erhöht zusätzlich den Spannungsbogen zur sinnlich-wohligen Grundstimmung des Raumes. Gezielter Einsatz von atmosphärisch-indirektem Licht in Wandnischen, warmen und ruhigen Farbflächen und -akzenten an Wänden, Böden und Möbeln sowie die organisch-weiche Welle als durchgehende Grundidee verstärken die Wirkung. Sinnlicher Minimalismus und ästhetische Perfektion bis ins letzte Detail.

Die Architektur dieses Design-Hotels erzeugt eindrückliche Raumerlebnisse, entführt intuitiv in eine völlig andere Welt, die dauerhaft im Gedächtnis haften bleibt. Erzeugt eine Atmosphäre, die nicht rational erklärbar, sondern emotional erfahrbar ist. Eine in den Bann ziehende Andersartigkeit. Eine Ästhetik auf der Ebene des Theaters oder Films - entfernt von der Rationalität. Eine Raumarchitektur gleich einer Inszenierung, eines bewegten Bühnenbildes. Die Gesetze der Realität scheinen aufgehoben. Nichts ist, wie man es bisher kannte. Räume können sich verwandeln - ganz nach den Bedürfnissen der Bewohner. Durch verstellbare Wände und Vorhänge wird aus der Suite ein Konferenzraum, aus dem Foyer eine Bar. Hybride Innenräume mit mehrfachen Funktionen. So findet man hier auch die Trennung der klassischen Wohnkategorien nicht mehr: Bad und Schlafraum verschmelzen zu einer Einheit. Ungewohnt aber von unerklärlichem Reiz.



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