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Best Design jetzt auch in Tirol


The Penz **** Businesshotel / Bilder: © Thomas Jantscher The Penz **** Businesshotel / Bilder: © Thomas Jantscher
The Penz **** Businesshotel / Bilder: © Thomas Jantscher The Penz **** Businesshotel / Bilder: © Thomas Jantscher
The Penz **** Businesshotel / Bilder: © Thomas Jantscher The Penz **** Businesshotel / Bilder: © Thomas Jantscher

Mit der Eröffnung der Rathausgalerien im September 2002 ging für die Innsbrucker Stadtväter ein lang gehegter Traum in Erfüllung. Dank der Unterstützung des Gesamtplaners ATP Achammer-Tritthart + Partner konnte das architektonisch anspruchsvolle Projekt des französischen-deutschen Planungsteams Dominique Perrault und Rolf Reichert letztendlich in die Tat umgesetzt werden. Neben dem Sitz der Stadtverwaltung und der Einkaufsgalerie ist auch “The Penz” - neu errichtetes Vier-Sterne-Stadthotel - in den Rathausgalerien beheimatet. Das Interieur stammt von der Planungsgemeinschaft ATP Innsbruck und der Jiszda Matthäus GmbH, Wien.

Das Businesshotel bildet den Abschluss des Rathauskomplexes gegen Nordwesten und bietet mit seiner vollständig verglasten Nordfassade ein fantastisches Panorama auf die Silhouette der Alpen. Mit “The Penz” hat Tirol sein erstes Designhotel erhalten. Die Gestaltung im Inneren setzt einen atmosphärischen Kontrapunkt zur kühlen technischen Architektursprache von Perrault und Reichert.
Die Gestalter von ATP und der Jiszda Matthäus GmbH setzten bei der Konzeptionierung der Innenräume vor allem auf ein ausgewogenes Zusammenspiel von Farben, Materialien und Lichteffekten. Dunkles Holz, edler Stein und anthrazitgraues Metall verleihen den Räumen genau die Ruhe, die der kleinteilig strukturierte Baukörper benötigt. Auf kurzlebige Designspielereien und formalistische Gestaltungselemente wurde zugunsten eines reduzierten aber wohldurchdachten Gesamtkonzepts verzichtet. Die künstliche Beleuchtung wird als Stimmungsmacher eingesetzt und verleiht dem Haus seinen einzigartigen Flair. Je nach Tages- bzw. Jahreszeit, aber auch nach wetterbedingter Stimmung wird die Grundbeleuchtung unterschiedlich gesteuert. Das bedeutet zum Beispiel, dass an heißen Sommertagen kühles, helles Licht in Blautönen allein schon optisch erfrischend wirkt. Während abends oder im Winter Licht in warmen Gelb- und Orangetönen für eine entspannend heimelige Atmosphäre sorgen. Die lichttechnische Umschmeichelung des Gastes beginnt bereits mit der “Stimmungsschleuse - wie die Architekten es bezeichnen - am Haupteingang. Ein Lichttunnel leitet den Ankommenden ins Foyer und setzt sich in vielen Beleuchtungs-Ideen von thematisch variablen Leuchtwänden über Lichtinseln bis zur individuell steuerbaren Beleuchtung im Hotelzimmer fort.

Die Zimmer selbst sind eher klein. 96 sind es an der Zahl, jedes besitzt in etwa nur 18,5 Quadratmeter. Die Architekten haben bewusst versucht, gemütliche Wohnräume zu schaffen, die die Gäste relativ einfach an ihre individuellen Wünsche und Bedürfnisse anpassen können. Wie zum Beispiel das höhenverstellbare, multifunktionale Glastischchen, das sowohl als Couchtisch als auch in Form eines Tabletts für das Frühstück im Bett genutzt werden kann. Ebenso ist auch der an der Wand verschiebbare TV-Flatscreen zu sehen: Alles Dinge, die helfen sollen, die starren Einrichtungsschemen traditioneller Hotelzimmer zu durchbrechen. Das Zimmer soll nicht nur als Schlafkoje dienen, sondern auch tagsüber eine Anlaufstelle bzw. Ruhezelle für den Gast sein. Das winzige Bad ist über eine Glasscheibe optisch mit dem Zimmer verbunden und verfügt über ein intelligentes, sehr kompaktes Ablagesystem. Der Raum wird dadurch nicht als beengend wahrgenommen. Auch die Fenster sind - heute leider keine Selbstverständlichkeit mehr - zu öffnen. Auch der außen liegende Sonnenschutz kann vom Gast verschoben werden, die gewünschte Beschattung bzw. Besonnung des Zimmers damit individuell gesteuert werden. Alle Zimmer verfügen über E-Mail- und Internetanschluss.
Zu den Zimmern gelangt man über zwei Panoramalifte an der Nordfassade des Gebäudes mit unmittelbarem Blick auf die Berge. Das Gebäude besitzt vier Geschoße mit Hotelzimmern. Den krönenden Abschluss des durchgängigen Designkonzepts bildet das fünfte Geschoß mit der American Bar “5th Floor”, dem Restaurant und der Lounge. Nach Westen hin öffnet sich der Raum mit einer großzügig geschnittenen Panorama-Terrasse. Durch Schiebeelemente kann man in der obersten Etage Bereiche räumlich trennen, verkleinern, vergrößern, neue Durchblicke schaffen und mit der Perspektive auf die Gebirgswelt spielen.

Eine Besonderheit im “The Penz” stellen die Gänge dar. Hier wurde besondere Sorgfalt in die Gestaltung gelegt. Die langen Gangbereiche vor den Hotelzimmern wurden mit Holz und Sisalteppich am Boden und unterschiedlichen Beleuchtungszonen rund um jeden Zimmereingang strukturiert und optisch verkürzt. So wird räumliche Qualität für den Benutzer geschaffen und der Eindruck eines rein zweckmäßigen Verkehrsweges neutralisiert.

Das neue Innsbrucker Stadthotel ist nicht nur eine architektonische sondern auch eine städtebauliche Bereicherung für den historischen Altstadtkern. Es stellt eine Schlüsselstelle im städtebaulichen Konzept für den neuen Rathausplatz dar. Die von ATP forcierte Entscheidung, den Baukörper in den Adolf-Pichler-Platz ragen zu lassen, erwies sich als städtebaulicher Kunstgriff. So konnte die Shopping-Mall bis zum Marktgraben weitergeführt werden, wodurch ein so genanntes Dead-End der Rathausgalerien verhindert werden konnte. Die daraus resultierende Steigerung der Besucherfrequenz macht das neue Penz-Hotel nicht nur zu einem Treffpunkt für Geschäftsreisende, sondern auch zu einem urbanen Anziehungs- und Treffpunkt für die gesamte Stadtbevölkerung.


The Penz **** Businesshotel

Adolf-Pichler-Platz 3, A-6020 Innsbruck

Auftraggeber: August Penz
ATP Innsbruck
Dominique Perrault, Paris;
Reichert/Pranschke/Maluche
Architekten GmbH, München
ATP Innsbruck in Planungsgemeinschaft
mit Jiszda Matthäus GmbH, Wien
Bruttogeschoßfläche: 4.615m²
Bruttorauminhalt: 16.399m³
Zimmergröße: 18,50m²
Planungsbeginn: Frühjahr 2002
Ausführungsbeginn Interieur: Juni 2002
Fertigstellung Interieur: August 2002
Eröffnung: September 2002
Fotos: © Thomas Jantscher
Text: Tom Cervinka

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