Nach knapp einem Jahr Umbau hat im Juni 2003 das
Castellani Parkhotel in Salzburg seine Türen geöffnet. Der bestehende Hotelkomplex mit
seiner historischen Bausubstanz wurde grundlegend saniert, modernisiert und mit moderner
Architektur und kreativem Design verschmolzen: Eingerahmt vom Baumbestand des
8.000-Quadratmeter-Parks ist im Herzen Salzburgs ein exklusives Design-Hotel entstanden.
Die Architekten Scheicher haben das in der Alpenstraße
gelegene, bestehende Hotel “Kasererhof” neu entwickelt, geplant und mithilfe der Wüstenrot
Versicherungs AG realisiert. Für den Neubau-Teil wurde ein Gutachterverfahren
ausgeschrieben, das von den Architekten Gohm & Hiessberger aus Feldkirch gewonnen und in
weiterer Folge so gebaut wurde. Der reizvolle Kontrast dieses Entwurfs - eine kubische
Gebäudeform mit einer innen liegenden Ellipse - lässt das Tageslicht vom Dachgeschoß bis
ins Erdgeschoß fallen. Die Zimmerflügel haben die Architekten ansprechend verschoben und
die einzelnen Zimmer mit dem Park durch große Fenstertüren verbunden, die viel Licht und
Luft in die Räume dringen lassen.
Auch die Inneneinrichtung steht im Spannungsfeld
zwischen historischen Gebäuden und moderner Architektur. Dieser Herausforderung ist der
Salzburger Architekt Georg Scheicher, der für das Interior Design verantwortlich zeichnet,
mit Materialien begegnet, die an die verschiedenen Gebäude angepasst sind: Im leicht
biedermeierlichen Altbau herrscht heimische z. B. Kirsche vor und wird mit Leuchten mit
reduzierten und dennoch leicht nostalgisch anmutenden Lampenschirmen ergänzt. Die noble
Note wird durch den Einsatz broschenartig situierter Möbelgriffe in Nickel erreicht. Im
Neubau ist die Formensprache in den Zimmern reduzierter. Dafür kamen besonders edle
Holzarten zum Einsatz, die flächenhaft fast wie Bilder im Raum wirken. Besonders das
verwendete Apfelholz mit seiner lebhaften Struktur und seinem ausgeprägten roten Farbton
gibt den Zimmern Wärme und Festlichkeit. Die Wertigkeit wird auch in den Neubauzimmern
durch den gezielten Einsatz von Glanzpunkten in Nickel an Betthaupt und Schränken
unterstrichen. Das dunkle Nussbaumholz nimmt den Farbton der Türen auf und rundet den
Gesamteindruck ab.
Der gezielte Einsatz edler Hölzer prägt auch die
Konferenzebene. Die vier Konferenzräume sind nach vier Partnerstädten Salzburgs benannt,
Verona, Dresden, Reims und Vilnius. Durch ausgefeilte Gestaltungsmittel erinnert das
Raumgefühl an die jeweilige Partnerstadt. Für den Tagungsraum Verona wurde als typisches
Holz das stark strukturierte Olivenholz verwendet, das zusammen mit leicht bläulichen
Rottönen für italienische Impressionen sorgt. Der Raum Dresden ist in deutscher Eiche
gestaltet und mit Gelb abgerundet, für die Wandvertäfelung im Raum Vilnius wurde Birke
gewählt. Dies weckt Assoziationen an den borealen Wald und sorgt zusammen mit den
hellblauen Farbtönen für eine eher nordische Atmosphäre. Im Tagungsraum Reims schafft das
verwendete Nussbaumholz zusammen mit der Farbe Elfenbeingelb das Gefühl, in der Champagne
zu sein. Abgerundet wird die Konferenzebene mit zeitgenössischen Gemälden der in Salzburg
geborenen Künstlerin Eva Wagner.
Halle und Bar wiederum wurden mit rot-weiß
gesprenkeltem Marmor ausgelegt, eine Reminiszenz an den heimischen Adneter Marmor.
Zusammen mit den rotbraunen Lederfauteuils, den geradlinigen Wandverkleidungen aus
Kirschbaumholz und dem ellipsenförmigen, freistehenden Receptions- und Barkörper ist das
Entree gleichermaßen architektonisch interessant und einladend. Über wenige Stufen
erreicht man von der Halle aus die Bibliothek, die das ganze Jahr über einen Ort der Ruhe
bietet. Mit der ziegelroten Wandfarbe und den schokobraunen breiten Ledersesseln lädt die
Bibliothek zum Schmökern ein.
Insgesamt stehen im Castellani nun 137 komfortable
Doppelzimmer und 15 luxuriöse Suiten für einen angenehmen und erholsamen Aufenthalt zu
Verfügung. Edle Kirsch-, Apfel- und Nusshölzer, hochwertige Stoffe und lederbezogene Sessel
und Stühle schaffen eine elegante und luxuriöse Wohnkultur. Jedes Gästezimmer ist mit zwei
Telefonen, Internetzugang, Farbfernseher, Minibar und Safe ausgestattet, wobei der Großteil
über individuell regelbare Klimaanlagen und Heizungen verfügt. Als Reminiszenz an die
Kulturstadt Salzburg sind alle Zimmer und Suiten mit Fotografien der Stadt dekoriert, die
gekonnt mit Szenen aus der Freiluftaufführung des “Jedermann” auf dem Domplatz kombiniert
sind. Die so entstandenen Kompositionen des Salzburger Fotografen Fritz Haseke sind
einzigartig. Die Parkhotel-Suiten im Penthouse des Neubaus haben Terrassen, die im Sommer
mit edlen Teakholzsesseln möbliert werden. Von hier hat man einen herrlichen Blick auf den
Kapellenhof, die über 400 Jahre alte Linde und die nahe gelegenen Hausberge. Zwei
Landhaus-Suiten im ältesten Teil des Herrenhauses laden mit ihren offenen Kaminen und
großzügigen Räumlichkeiten zu längerem Verweilen ein. Ebenfalls im Herrenhaus befindet
sich der Fitnessbereich mit Dampfbad, Solarium, Ruheraum und Life-Fitness-Geräten und
bietet mit seiner großzügigen Verglasung einen schönen Ausblick auf den Park.
Kulinarisch verwöhnt werden die Gäste im Castellani mit erstklassiger und vielfältiger
Gastronomie in den Restaurants Eschenbach und Salieri. In stilvoller Atmosphäre und bei
exzellentem Service bleiben von klassisch österreichischen Spezialitäten bis zu
euro-asiatischer Küche keine Wünsche offen. Die drei Salons im Restaurant Eschenbach, jeder
dezent variierend eingerichtet, stehen dabei ganz in der kulinarischen Tradition feiner,
regionaler Spezialitäten. Im Sommer ist die Süd-Terrasse, mit Blick auf den Lindenhof und
auf die 400 Jahre alte Linde, ein Platz an der Sonne oder im lauschigen Kerzenlicht. Im
Abendrestaurant Salieri herrscht eine feine und vielfältige internationale Küche vor. An
milden Sommerabenden speisen die Gäste auf der Terrasse im lauschigen Kapellenhof, im
Winter strahlt der alte Kachelofen wohlige Wärme aus.
Castellani Parkhotel in Salzburg
Alpenstrasse 6, A-5020 Salzburg
|
| Bauherr: |
Wüstenrot Versicherungs AG |
| Management: |
Ambra Hotelbetriebsgesellschaft m.b.H. |
| Planung: |
Architekten Scheicher, Adnet |
| Innenarchitekt: |
Georg Scheicher, Adnet |
Entwurf, Einreichung, Wettbewerbsieg (Neubauteil): |
Markus Gohm und Ulf Hiessberger, Feldkirch |
| Zimmer: |
137 Doppelzimmer, 15 Suiten |
| Business-Zentrum: |
Business Center mit Telefon, Fax, Computer und Internetzugang |
| Konferenzen & Tagungen: |
4 Konferenzräume mit Beamern, Mikrophonanlage und Wireless-LAN |
| Restaurants: |
Eschenbach Restaurant (Frühstück, Business-Brunch), Salieri Restaurant (Gourmetrestaurant, ausgezeichnet mit einer Haube im Gault Millau), Da Capo Bar (Snacks) |
| Eröffnung: |
10. Juni 2003 |
| Mess- und Regeltechnik: |
Siemens AG Österreich, Building Technologies |
| Innenausbau: |
Hartl Bau Ges.m.b.H |
| Fotos: |
© Anna Blau / Michael Rzepa |
| Text: |
Walter Laser |