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Bacchant
Bacchus, dem aus der griechischen Mythologie bekannten
Gott der Rebe und des Weins, und seinen Gefolgsleuten, den Bacchanten und Bachhantinnen,
hat sich ein Gastronom in Oberösterreich verschrieben - zumindest der Namensgebung seines
Lokals nach.
Jahrzehntelang zählte das Traditions-Gasthaus in der
Kumpfmühl in Dorf an der Pram in Oberösterreich zu den bürgerlichen Lokalen der Region.
Ein Generationenwechsel brachte nun tief greifende Erneuerungen: Der Sohn des Hauses
übernahm den Betrieb und baute das Lokal nach Entwürfen der beiden PAUAT-Architekten
Plöderl/Grossruck rigoros um. Dabei begnügte man sich nicht mit kosmetischen
Verschönerungen sondern ließ alle Räume von allen Dekorationen befreien und den Eingang in
die Mitte des Gebäudes verlegen. Diese neue Erschließung führt nun direkt zu einer Bar,
die schon von außen als Blickfang wirkt und die ursprünglich getrennten Hausbereiche
optisch und funktionell miteinander verbindet.
Die Entschlackung der Altsubstanz schuf die Basis für ein offenes Raumkonzept, in dem sich
die Bereiche Bar, Stüberl und Restaurant durch Materialwechsel und Stimmungen fein
unterscheiden. Die Bar zeigt sich dabei in schwarzem Blech und in Nuss gebeizten
Lümmelborden und ist an der Rückwand mit hinterleuchtetem Glas verkleidet.
Das Stüberl erhielt eine Vertäfelung aus geräucherten Fichtenplatten und Tische und Stühle
aus Eiche. Das Restaurant wiederum verfügt über Bänke mit schwarzem Glattleder,
nussgebeizte Tische und Stühle und einen offenen Kamin in der Raummitte. Mitten im Garten
liegt das helle und transparente Salettl mit seinen apfelgrünen Vorhängen, das als Café,
Seminarraum und Erweiterung des Restaurants vielseitig einsetzbar ist. Die hinter den
Raummöbeln liegenden Toiletten mit apfelgrünen Wänden und Glastrennwänden schaffen
zeitlose Eleganz und runden den sensiblen Einsatz der Materialien und die Auswahl der
Einrichtung ab.
Das gesamte Mobiliar aus Massivholz und Stahl zeugt von einer feinen Solidität, die
großzügig und schlicht zugleich alle Räume dominiert. Zugleich herrscht eine angenehme
Sinnlichkeit, die ihren Ursprung im fein abgestimmten Zusammenspiel von Form, Material und
Licht hat.
Architektonisches Konzept und Handwerkskunst, die
nicht nur technische Perfektion sondern auch aufgabenorientiertes Feingefühl umfassen,
treffen hier in gekonnter Weise aufeinander. Die schlichte Architektursprache von außen
wurde im Inneren fortgeführt, wenn auch unter anderen Vorzeichen. Nach dem Motto “harte
Schale - weicher Kern” gelang es den Architekten, über die verwendeten Materialien und die
Farbgestaltung die gewünschte Atmosphäre zu erzielen.
Dafür wurde in enger Zusammenarbeit der Architekten mit den Handwerkern Eichenholz, Stahl,
Stahlblech und Glas sowie Nussholz und diverse andere Materialien in unbehandelter Form
verwendet.
Auch der speziell für dieses Lokal entwickelte Holzstuhl zeigt die Vorliebe der
PAUAT-Architekten für klare und einfache Formen.
Gasthaus Bacchant
Kumpfmühl 16, A-4701 Dorf an der Pram
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| Bauherr: |
Werner Brandl |
| Planung: |
PAUAT-Architekten, Wels |
| Projektleitung: |
Heinz Plöderl, Wolf Grossruck |
| Statik: |
Klaus Bieregger |
| Konsulent: |
Mario Malli - Haustechnik |
| Stühle: |
Huber Sessel |
| Boden: |
Industrie-Parkett Eiche |
| Tischlerarbeiten: |
Nuss furniert und geölt |
| Stüberl: |
Fichte 3S-Platten lasiert |
| Tische und Stühle: |
Eiche natur bzw. gebeizt Schwarzes Leder, Schwarzblech - natur lackiert |
| Verglasungen: |
ESG-Verglasungen, Apfelgrün lackiert |
| Farben: |
Mandarine, Apfelgrün |
| Fotos: |
© Andrew Phelps |
| Text: |
Walter Laser |
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