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Bacchant


Gasthaus Bacchant / Bilder: © Walter Luttenberger Gasthaus Bacchant / Bilder: © Walter Luttenberger
Gasthaus Bacchant / Bilder: © Walter Luttenberger Gasthaus Bacchant / Bilder: © Walter Luttenberger
Gasthaus Bacchant / Bilder: © Walter Luttenberger Gasthaus Bacchant / Bilder: © Walter Luttenberger

Bacchus, dem aus der griechischen Mythologie bekannten Gott der Rebe und des Weins, und seinen Gefolgsleuten, den Bacchanten und Bachhantinnen, hat sich ein Gastronom in Oberösterreich verschrieben - zumindest der Namensgebung seines Lokals nach.

Jahrzehntelang zählte das Traditions-Gasthaus in der Kumpfmühl in Dorf an der Pram in Oberösterreich zu den bürgerlichen Lokalen der Region. Ein Generationenwechsel brachte nun tief greifende Erneuerungen: Der Sohn des Hauses übernahm den Betrieb und baute das Lokal nach Entwürfen der beiden PAUAT-Architekten Plöderl/Grossruck rigoros um. Dabei begnügte man sich nicht mit kosmetischen Verschönerungen sondern ließ alle Räume von allen Dekorationen befreien und den Eingang in die Mitte des Gebäudes verlegen. Diese neue Erschließung führt nun direkt zu einer Bar, die schon von außen als Blickfang wirkt und die ursprünglich getrennten Hausbereiche optisch und funktionell miteinander verbindet.
Die Entschlackung der Altsubstanz schuf die Basis für ein offenes Raumkonzept, in dem sich die Bereiche Bar, Stüberl und Restaurant durch Materialwechsel und Stimmungen fein unterscheiden. Die Bar zeigt sich dabei in schwarzem Blech und in Nuss gebeizten Lümmelborden und ist an der Rückwand mit hinterleuchtetem Glas verkleidet.
Das Stüberl erhielt eine Vertäfelung aus geräucherten Fichtenplatten und Tische und Stühle aus Eiche. Das Restaurant wiederum verfügt über Bänke mit schwarzem Glattleder, nussgebeizte Tische und Stühle und einen offenen Kamin in der Raummitte. Mitten im Garten liegt das helle und transparente Salettl mit seinen apfelgrünen Vorhängen, das als Café, Seminarraum und Erweiterung des Restaurants vielseitig einsetzbar ist. Die hinter den Raummöbeln liegenden Toiletten mit apfelgrünen Wänden und Glastrennwänden schaffen zeitlose Eleganz und runden den sensiblen Einsatz der Materialien und die Auswahl der Einrichtung ab.
Das gesamte Mobiliar aus Massivholz und Stahl zeugt von einer feinen Solidität, die großzügig und schlicht zugleich alle Räume dominiert. Zugleich herrscht eine angenehme Sinnlichkeit, die ihren Ursprung im fein abgestimmten Zusammenspiel von Form, Material und Licht hat.

Architektonisches Konzept und Handwerkskunst, die nicht nur technische Perfektion sondern auch aufgabenorientiertes Feingefühl umfassen, treffen hier in gekonnter Weise aufeinander. Die schlichte Architektursprache von außen wurde im Inneren fortgeführt, wenn auch unter anderen Vorzeichen. Nach dem Motto “harte Schale - weicher Kern” gelang es den Architekten, über die verwendeten Materialien und die Farbgestaltung die gewünschte Atmosphäre zu erzielen.
Dafür wurde in enger Zusammenarbeit der Architekten mit den Handwerkern Eichenholz, Stahl, Stahlblech und Glas sowie Nussholz und diverse andere Materialien in unbehandelter Form verwendet.
Auch der speziell für dieses Lokal entwickelte Holzstuhl zeigt die Vorliebe der PAUAT-Architekten für klare und einfache Formen.


Gasthaus Bacchant

Kumpfmühl 16, A-4701 Dorf an der Pram

Bauherr: Werner Brandl
Planung: PAUAT-Architekten, Wels
Projektleitung: Heinz Plöderl, Wolf Grossruck
Statik: Klaus Bieregger
Konsulent: Mario Malli - Haustechnik
Stühle: Huber Sessel
Boden: Industrie-Parkett Eiche
Tischlerarbeiten: Nuss furniert und geölt
Stüberl: Fichte 3S-Platten lasiert
Eiche natur bzw. gebeizt Schwarzes Leder,
Schwarzblech - natur lackiert
Verglasungen: ESG-Verglasungen, Apfelgrün lackiert
Farben: Mandarine, Apfelgrün
Fotos: © Andrew Phelps
Text: Walter Laser

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