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Oceanliner in Klagenfurt


Das Sandwirth Business Class Hotel / Bilder: © Thomas Schauer, Wien Das Sandwirth Business Class Hotel / Bilder: © Thomas Schauer, Wien
Das Sandwirth Business Class Hotel / Bilder: © Thomas Schauer, Wien Das Sandwirth Business Class Hotel / Bilder: © Thomas Schauer, Wien
Das Sandwirth Business Class Hotel / Bilder: © Thomas Schauer, Wien Das Sandwirth Business Class Hotel / Bilder: © Thomas Schauer, Wien

Vor rund 13 Jahren begann Robert Kanduth in seiner Klagenfurter Garage Solarkollektoren zu produzieren. Heute hat sich das ehemalige “Garagenunternehmen” zu GreenOneTec entwickelt, dem größten Solartechnik-Hersteller Europas. Im Jahr 2002 startete Kanduth einen zusätzlichen Geschäftszweig und kaufte das Traditionshotel Sandwirth in Klagenfurt.

Nach aufwändiger Generalsanierung und Ausbau zum Businesshotel wurde das Sandwirth im Februar 2003 eröffnet. Das 4-Sterne-Hotel bietet nun 47 Zimmer und zwei Suiten, einen Clubraum, zwei voll ausgestattete Seminarräume, einen Wellness- u. Fitnessbereich, Café, Bar, Frühstückssalon, Literatencircle, Internetlounge, Zigarrenlounge, Dachterrasse und einen Gastgarten. Über dem Hotel wurden durch Aufstockung zusätzlich Penthäuser errichtet, die vom Hotelbetrieb gesondert erschlossen und für den Verkauf vorgesehen sind. Für den Entwurf und die Umsetzung des Gesamtprojektes zeichnen zwei Architekturbüros verantwortlich: Die Gesamtrevitalisierung samt Aufstockung erfolgte durch das Architekturbüro Müller & Hohenwarter und der strukturelle Umbau des historischen Biedermeierpalais, die Inneneinrichtung und das Möbeldesign durch die Architektin Jana Revedin.

Die Bausubstanz des Palais wurde dabei erhalten und in bewusster Gegenüberstellung mit modernen Strukturelementen, wie einer Stahl-Glaskonstruktion im ehemaligen Innenhof, Spiegelwänden oder Geländerrelings, neu präsentiert. Ihrer Entwurfsidee “Oceanliner, man steigt ein in Klagenfurt, aus in …Casablanca?” folgend wurde jedes im Haus verwendete Möbel bis hin zu den englischen Wollteppichen und den Fliesenböden von der Architektin Revedin exklusiv für dieses Haus entworfen und nach ihren Angaben gefertigt. Die exklusive Möbellinie, die sich den Gegebenheiten des Altbaus modular anpasst, und die Individualität in der Materialwahl (Teppiche, Stoffe, Lampen, Fliesen) machen das Haus zum unverwechselbaren Unikat. Und so präsentiert sich das Sandwirth nun in einer Symbiose aus historischer Atmosphäre und der Eleganz eines modernen Business-Class-Hotels, wofür das Projekt für den contract.world.award 2004, den internationalen Architekturpreis für innovative Raumkonzepte, nominiert wurde.

Das Sandwirth verfügt nun nach der Wiederbelebung über bestens ausgestattete, komfortable Zimmer und Suiten, die allesamt mit Highspeed-Internetanschluss, Satelliten- u. Video-TV und Multimedia-Infosystem ausgestattet sind. Auf die obligatorischen Minibars wurde in den Zimmern aus organisatorischen Gründen verzichtet und dafür Etagenautomaten mit Getränken aufgestellt. Vor dieser Automatenlandschaft - die mit ihren Neon-Fast-Food-Reklamefronten einen starken Kontrast zum sonst harmonischen Ambiente des Hotels darstellt - lädt eine bequeme Sitzmöbellandschaft zum kommunikativen Verweilen.

Ein besonderes Erlebnis ist die Zigarrenlounge, die in einem historischen Übergang situiert ist und brückenartig das Hotel mit einem Nachbargebäude über eine öffentliche Straße verbindet.
Früher schritt durch diesen beidseitig mit großflächigen Kastenfenstern ausgestatteten überdachten Übergang die bessere Gesellschaft von Klagenfurt zu Bällen und Veranstaltungen in das Nachbarhaus. Heute ist dieser Übergang nur noch vom Hotel erschlossen und beherbergt die Raucheroase, wo man aus bequemen Leder-Möbel das bunte Treiben unten auf der Straße verfolgen und dabei genüsslich Tabakwaren verrauchen kann.

Der Ausrichtung auf Business-Kunden entsprechend stehen auch zwei voll ausgestattete, klimatisierte Seminarräume und ein angeschlossener Clubraum für Besprechungen und Konferenzen zur Verfügung. Auch hier entspricht die Ausstattung dem heute erwarteten Standard: Videobeamer, Overheadprojektor, Visualizer, technische Ausstattung für Pressekonferenzen, Flipchart, Boden- und Wand-Interface (mit Strom-, LAN-, Analog-, ISDN-, Video- u. Datenanschluss), Rednerpult, Mikrofonanlage, Videoplayer, DVD-Player, Pin Board. Und nach langen Gesprächen oder arbeitsreichem Tag lockt ein Wellness- u. Fitnessbereich mit Sauna, Dampfbad, Fitnessgeräten und Solarium.

Besonders einladend ist im Erdgeschoß das Café mit Lounge und Barbereich, das eine moderne Interpretation eines Wiener Kaffeehauses darstellt. Einerseits über die Rezeption und das Treppenhaus für Hotelgäste erreichbar, verfügt das Café über einen zusätzlichen direkten Straßeneingang für hungrige und durstige Passanten. Gerne frequentiert wird auch ein separierter Raum, der so genannte Literatencircle, der mit wohnlichem Interieur ausgestattet in einem Eckzimmer untergebracht ist und vorwiegend für intimere Gespräche und Konferenzen genutzt wird.

Im ersten Ansatz sah das gastronomische Konzept für das Sandwirth keinen eigenen Restaurantbetrieb vor, zumal das nahe Umfeld gastronomisch recht gut erschlossen ist. Die Praxis hat jedoch gezeigt, dass das angesprochene Zielpublikum großen Wert auf die hoteleigene Verköstigung legt und das Haus nur ungern zum Speisen verlässt. Und so wird nun zu den Essenszeiten ein separierter Bereich des Cafés besonders gedeckt und mit erlesenen Speisen eines Caterers versorgt.


Das Sandwirth Business Class Hotel

Pernhartgasse 9, Klagenfurt/A

Bauherr: Robert Kanduth
Gesamtrevitalisierung und Aufstockung: Architekturbüro Müller & Hohenwarter, Klagenfurt
Altbaurestaurierung, Innenarchitektur, Design: Architektin Jana Revedin, Wernberg/Venedig
Kunst: Manfred Bockelmann, Eduard Hoke
Grafik: Brandy, Klagenfurt
Möbel: Derenko, Wien
Zimmereinrichtung: Skias, Bleiburg
Schranz Hotelausstattung, Klagenfurt
Geschirr, Besteck: Villeroy & Boch, Rist-Großhandel Ges.m.b.H., Klagenfurt
Fotos: © Thomas Schauer, Wien
Text: Walter Laser

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