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Lambergs


Renovierung des Schlosspark Pavillon Steyr - Schloss Lamberg / Bilder: © Erwin Rachbauer, Archiv Architekten Renovierung des Schlosspark Pavillon Steyr - Schloss Lamberg / Bilder: © Erwin Rachbauer, Archiv Architekten
Renovierung des Schlosspark Pavillon Steyr - Schloss Lamberg / Bilder: © Erwin Rachbauer, Archiv Architekten Renovierung des Schlosspark Pavillon Steyr - Schloss Lamberg / Bilder: © Erwin Rachbauer, Archiv Architekten
Renovierung des Schlosspark Pavillon Steyr - Schloss Lamberg / Bilder: © Erwin Rachbauer, Archiv Architekten Renovierung des Schlosspark Pavillon Steyr - Schloss Lamberg / Bilder: © Erwin Rachbauer, Archiv Architekten

Dass ein traumhaftes Ambiente samt cooler Designer-Ausstattung noch lange kein Garant für ein wirtschaftlich erfolgreiches Lokal ist, zeigt sich am konkreten Beispiel: Der im Schlosspark von Steyr gelegene Pavillon wurde aufwändig restauriert und zum Designer-Lokal umfunktioniert. Trotzdem scheiterte der erste Betreiber und bescherte der “Neueröffnung” ein halbes Jahr Stillstand. Nun übernahm ein neuer Gastronom die Aufgabe, aus dem wunderschönen Stadtpark-Lokal einen In-Treff zu machen.

Der im Park des mittelalterlichen Schlosses Steyr liegende Pavillon fristete jahrelang vor sich hin, bis im Jänner 2003 das Architekturbüro Meissl mit der Planung zur Renovierung und dem Umbau zum Gastronomiebetrieb begann. Das architektonische Konzept umfasste die weitgehende Wiederherstellung des Originalzustandes der Baulichkeit und wurde in nur sechsmonatiger Bauzeit umgesetzt.

Modernste zeitgemäße Materialien und Formgebung kamen im Bereich der notwendigen neuen Einbauten zum Einsatz. Technik wird gezeigt oder versteckt - so wie es der denkmalgeschützte Hintergrund erfordert. Im Kellergeschoß fiel der alte Lehmboden endgültig leichten Industriebelägen zum Opfer. Die Wand- und Gewölbeoberflächen wurden saniert und trockengelegt. Hier befindet sich auch die Zentrale für die insgesamt erneuerte bzw. eingebaute Haustechnik. Auch die Sanitäreinheiten wurden in den Keller gelegt und sind durch eine Treppe leicht vom Erdgeschoß erreichbar. Im Erdgeschoß waren durch die verschiedenen vorangegangenen Nutzungen kaum mehr erhaltenswerte Bestände zu finden. Der Hauptraum wurde um diverse Einbauten bereinigt und zeigt sich nach dem Umbau wieder als “Ein-Raum”, in dem die Leisten der Stuckdecke so weit wie möglich erhalten werden konnten. Der denkmalpflegerisch interessanteste Bauteil ist der Erker. Dieser liegt an der Längsseite des Pavillons hin zum Garten orientiert. Hier wurde am Boden der Solnhofer Marmor renoviert und erstrahlt nun in neuem Glanz. Im Gewölbe fanden sich sogar Fresken, welche durch einen Restaurator wiederhergestellt wurden.

Alle Fenster- und Türelemente wurden im Sinne der Denkmalpflege unter Beibehaltung der alten Sprossenteilungen erneuert; lediglich an der Ostseite, wo sich der neue Eingang befindet, wurden moderne Nur-Glasanlagen eingebaut. Der neue Eingang befindet sich am Kopf des Gebäudes und wurde als Glaskubus nach innen versetzt konzipiert. So wurde die äußere Hülle nicht verletzt, dafür aber durch Glas betont.

Die restaurierten Fassaden erstrahlen wieder in der barocken Farbgebung.
Die im Sockelbereich eingebauten Bodeneinbaustrahler lassen die Pfeiler der Fassade ab der Dämmerung in hellem Licht erscheinen. Das Dach wurde lediglich neu gedeckt, da sich der Dachstuhl in einem sehr guten Zustand befand. Letztendlich wurden die Außenanlagen, insbesondere der Terrassenbereich vor dem Hauptraum, neu gestaltet. Hier wurden zwei Terrassen mit Lärchenholz geschaffen. Für die Konzeption des Innenraumes wurden feinste Materialien mit hoher Verarbeitungsqualität ausgewählt. Ergänzt durch moderne Technik soll der barocke Innenraum akzentuiert werden. Der wohl markanteste Punkt ist dabei die Bar, die mit ihren 8 Meter Länge in der Mitte des ca. 30 m langen Hauptraumes liegt. Im Hintergrund sitzt eine Leuchtwand, und ein fliegender Kubus aus edlem Holz schwebt vor der Bar.

Um die nördliche Außenwand, die keine Fenster hatte, zu strukturieren, wurden hier Leuchtwände eingebaut. Dazu wurden steuerbare LCD-Screens kombiniert, wodurch sich individuelle Lichtstimmungen erzeugen lassen. Als Bodenbelag wurden für den Hauptraum Pandomo-Böden von Ardex verwendet, die einen Gegensatz zwischen Alt und Neu erzeugen, dem Raum aber zu Homogenität verhelfen.

Die Lounge im Obergeschoß über der Schauküche wurde mit feinen Lederpolstermöbel ausgestattet. Eine Verglasung zum Innenraum hin ermöglicht Einblicke in das Geschehen im Restaurant und lässt auch Durchblicke zu.

Modernität und Transparenz, eingebettet in einen historischen Rahmen, lassen den Besucher im Lambergs ein einzigartiges Flair erleben. Lichtspiele machen das Ambiente lebendig, genauso wie der Grundgedanke des gastronomischen Betriebes mehrere Gesichter zeigt: Das Lambergs ist Café, ist Restaurant und ist Nachtbar. Das Restaurant verfügt über 100 Sitzplätze im Erdgeschoß und ca. 200 Plätze im Veranstaltungskeller. Im Sommer sind zusätzlich ca. 120 Plätze auf der Terrasse verfügbar. Das von der restlichen Schlossanlage abseits stehende Bauwerk bietet durch seine Lage im Park auch tagsüber traumhafte Aussichten.


Renovierung des Schlosspark Pavillon Steyr - Schloss Lamberg

Blumauergasse 1, A-4400 Steyr

Bauherr: Kühberger & Haas OEG, Steyr
Planung: Architekturbüro Meissl ZT KEG, Seefeld und Wien
Innenraumkonzept: Kühberger & Haas OEG, Steyr
Planungsbeginn: Juli 2002
Bauzeit: 6 Monate
Fertigstellung: November 2003
Nettofläche: 456m² (114m² Veranstaltungskeller), 196m² Terrasse
Einrichtung: Kühberger & Haas und Cento Design
Böden: Pandomo - Ardex
Light-Cover-Lichtdeckensysteme: Fa. Kühberger & Haas OEG, Steyr
Fotos: © Thomas Schauer, Wien
Text: Walter Laser

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