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Hotel Habita


Hotel Habita / Bilder: © Luis Gordoa Hotel Habita / Bilder: © Luis Gordoa
Hotel Habita / Bilder: © Luis Gordoa Hotel Habita / Bilder: © Luis Gordoa
Hotel Habita / Bilder: © Luis Gordoa Hotel Habita / Bilder: © Luis Gordoa

Ein fragiler halb lichtundurchlässiger Baukörper nimmt sich wie ein Fremdkörper neben seinen typisch mexikanischen Nachbargebäuden aus. Eine kommerziell genutzte Straße, dominiert von Einzelhandel und Bürogebäuden, ist die Kulisse für das Luxushotel Habita in Mexico City.

Das Architekturbüro Ten Arquitectos wurde 1996 mit dem Umbau eines fünfgeschoßigen Wohnhauses der 1950er-Jahre in das nunmehrige Hotel Habita beauftragt. Die alte bauliche Struktur erhielt eine Glasverpackung, die neben ihrer Hüllenfunktion auch zum Raumkonzept wird.
Die Fassade, bestehend aus der alten Fassade und der neuen Glashülle, ist vieles: Durch ihre Ausführung als Doppelfassade reguliert sie die Raumtemperatur, und somit war das Einbauen einer Klimaanlage nicht nötig. Außerdem ist die Gebäudehülle bühnenbildartig bei der Inszenierung der Aus- und Einblicke eingesetzt worden. Die ursprünglichen Balkone und Korridore sitzen nun zwischen der alten und der neuen Fassade. Aus der Distanz erscheint das Hotel wie eine ausdruckslose Maske. Bei näherer Betrachtung wird dieser Eindruck unterminiert und vielmehr von einem Schattenspiel abgelöst. Diese Schatten stammen einerseits von Gängen und Balkonen, andererseits von den Umrissen der Gäste. Schmale Sehschlitze sind die einzigen Durchbrechungen und Schmückungen der Gebäudehülle. Diese Öffnungen erlauben dem Gast und Nutzer des Hotels die schönen Ausschnitte Mexico Citys zu sehen, deren Rahmung choreografisch gewählt wurde, während die weniger ansehnlichen Stadtmomente von der satinierten Glasfassade versteckt werden. In der Nacht erscheint das Hotel wie eine überdimensionale Stadtlampe, deren Beleuchtungsintensität von der Gästefrequenz abhängt. Das grundlegende Raumprogramm wurde ganz logisch auf die vorhandenen Ebenen aufgeteilt: Im Erdgeschoß ist neben dem Restaurant auch eine Lounge und Bar untergebracht. Die nächsten vier Ebenen sind ausschließlich den Hotelzimmern vorbehalten, während das letzte Obergeschoß und die Dachterrasse Fitness und dem fantastischen Ausblick über die Stadt gewidmet sind. Die grundlegende Materialwahl in allen Bereichen ist eine minimalistische, und speziell in den Gästezimmern wurde ein Spiel aus Sehen und Nichtsehen inszeniert: jeweils zwei Seiten des Raumes sind mit Glas geschlossen, wobei eine Seite, die in den Innenhof führende, durchsichtig erscheint, und die nach außen gehende milchig ausgeführt ist. Die Gestaltung der Räume folgt der zurückhaltenden Außengestaltung. Nicht ganz dem europäischen Standard entsprechende Sichtbetondecken und Arne Jacobsen Stühle dominieren den Restaurant- und Barbereich. Doch der eigentliche Magnet des 36 Zimmer fassenden Hotels ist der auf der Dachterrasse sitzende Swimmingpool. Hier treffen sich neben Hotelgästen vor allem die Reichen und Schönen der Stadt, die mit schätzungsweise 23-25 Millionen Einwohnern zu einer der weltgrößten zählt. Die Dachterrasse ist mittlerweile zum beliebten Stadt-Treffpunkt geworden und hat somit zu einer Transformation der nahen Umgebung beigetragen.


Hotel Habita

Lamartine 201, Colonia Polanco, Mexico City

Carlos Couturier, Moises Micha,
Jaime Micha, Rafael Micha
Planung: TEN Arquitectos, Mexico-City + New York
Enrique Norten, Julio Amezcua, Adriana Díaz,
Rubén Garnica, Bernardo Gómez-Pimienta,
Aarón Hernández, Carlos López, Claudia Marquina,
Sergio Nuñez, Martine Paquin, Francisco Pardo,
Miguel Ríos, Hugo Sánchez.
Bauzeit: 1998 bis 2000
Grundstücksfläche: 2.500m²
Zimmer: 36
Fertigstellung: 2000
Fotos: © Luis Gordoa
Text: Sandra Knöbl

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