„Hotel Rathaus - Wein & Design“ - Bereits im Namen des
Hotels steckt viel Information, man erfährt etwas über die Lage (8. Bezirk, unweit von
Parlament und Rathaus), wird über die Ausstattung (modernes Design im Altbestand)
informiert, und es wird auf das Thema des Hotels (österreichischer Wein) hingewiesen.
Das ehemalige Mietshaus ist nunmehr seit 28 Jahren als
Hotel genutzt und wurde durch die neuen Besitzer kürzlich von einer einfachen Herberge zu
einem Vier-Sterne-Hotel umgestaltet. Familie Fleischhacker, die sich bereits mit der als
Kleinod der Hotellerie geltenden „Rosenvilla“ und dem Gourmet-Restaurant Pfefferschiff in
Salzburg einen Namen gemacht hat, bereichert seit dem 30. April 2004 nun auch die Wiener
Hotelszene. Der Salzburger Architekt Manfred Katzlinger zeichnet verantwortlich für den
Umbau und die Innenausstattung.
In dem geschmackvoll umgestalteten Ambiente eines gutbürgerlichen, 1890 errichteten
Wohnhauses im 8. Bezirk soll sich der Gast wie zu Hause fühlen können. Das stuckverzierte
Gebäude hebt sich bereits beim Annähern durch seine Schönbrunner gelbe Farbe von seinen
Nachbarn ab. Liebevoll wurde der Altbestand restauriert und mit modernem Design
ausgestattet und bildet so eine selbstverständliche Einheit. Die Ausstattung des Hotels
besticht nicht nur wegen der gelungenen Mischung von Alt und Neu sondern auch durch die
Wahl edler Materialien, warmer Farben und durch ein durchdachtes Lichtkonzept. HOME
zeichnet verantwortlich für die Ausführung der gesamten textilen Ausstattung in den Zimmern
und öffentlichen Bereichen, einschließlich der Teppichböden. Vom Interieur wird eine
heimelige Atmosphäre ausgestrahlt, die durch den persönlichen Umgang der 12 Mitarbeiter
noch verstärkt wird.
Der typische Aufbau eines gründerzeitlichen Wohnhauses wurde beibehalten. So erschließt man
das Hotel über die ehemalige Kutscheneinfahrt, von wo aus man das Treppenhaus erreicht.
Der bestehende alte Aufzug hinter kunstvoll geformten Schmiedeeisen sowie der geschwungene
Handlauf verleihen dem Erschließungstrakt seinen eigenen Charme. Bis auf den äußerst
gepflegten Zustand des Hauses erinnert hier noch nichts an ein Hotel, der Eintretende
gewinnt eher den Eindruck, sein eigenes Wohnhaus zu betreten. Hier und im Stiegenhaus
wurden die alten Loos-Fliesen am Boden belassen und die Stuckverzierung farblich
hervorgehoben.
Zwei die Türe flankierende Stehlampen aus Marmor leiten zur Rezeption, wobei links die
Büroräumlichkeiten straßenseitig platziert sind und sich rechts die nötigen
Gemeinschaftsräume wie Bar, Frühstücksraum, Konferenzraum und Küche befinden. Die Theke der
Rezeption, die Bar und die Anrichten fürs Büfett sind aus ebendiesem Marmor namens Bianco
Nobile, der an Alabaster erinnert, gefertigt. Bei allen Möbeln ist der Marmor
hinterleuchtet und strahlt ein warmes, freundliches Licht aus. Der dunkle Parkettboden ist
ebenso wie die Sessel und Tische aus französischem Nussholz. Ein Kristallluster zieht den
Bezug zu vergangenen Tagen ebenso wie eine mit einem modernen Stoff überzogene silberne
Louis-XIV-Sofanachbildung.
Der Innenhof wird über eine geschwungene Freitreppe aus rauem Beton vom im Mezzanin
liegenden Frühstücksraum betreten.
Aus schmalen Schlitzen auf den Setzstufen wächst indirekt beleuchtetes Gras. Der Bodenbelag
des Innenhofes besteht aus weißem Kies, auf dem die Teakholzgartenmöbel locker verteilt
sind.
Der Konferenzraum ist dem Volumen des Lichthofs entnommen, darüber öffnen sich die Fenster
einiger Hotelzimmer. Die Feuermauer des Nachbarhauses ist mit dem Logo des Hotels,
Weingläser und Flaschen, bemalt, die derart platziert sind, dass sie die Aussicht der
Zimmer verschönern. Dieser Raum wird durch zwei zu einem Pultdach gefügten Oberlichtbänder
belichtet. Nachts kann die Feuermauer beleuchtet werden und weitet so den Raum.
In den oberen vier Etagen befinden sich die Hotelzimmer, die alle großzügig gestaltet sind.
Triebaumer, Pöckl, Achs - so nennen sich die Zimmer im Hotel Rathaus Wein & Design. Jedes
der 33 geräumigen und klassisch modern designten Räume ist einem österreichischen
Top-Winzer gewidmet, der die Patenschaft übernimmt.
Die Zimmerbar ist mit einem Sortiment von Weinen des Paten ausgestattet, dadurch wird
österreichischer Wein einerseits greifbar und die Anonymität von Zimmernummern abgelegt.
Die Türen zu den Zimmern tragen hinter einer Plexiglasscheibe vergrößerte Etiketten, Logos
oder Namen der jeweiligen Paten in einheitlichem Schwarz-Weiß. Die Schliessanlagen der
Zimmer stammen von der Firma EVVA.
Die Zimmer selbst sind klar gegliedert und wirken
durch das zwar abgetrennte, aber dennoch offene Badezimmer, mit geringerer Raumhöhe,
großzügig. Hinter dem Bett und einer halbhohen Zwischenwand befindet sich der Waschtisch.
Toilette und Dusche sind jeweils in Extraräumen untergebracht. Auch hier fallen wieder die
Beleuchtungselemente ins Auge. Stehlampen und ein über dem Bett situierter Himmel lassen
unterschiedliche Lichtsituationen zu. Bodenlange Vorhänge ergänzen die Gemütlichkeit, die
auch schon vom Eichparkett erzeugt wird.
Durch das ganze Haus des Hotel Rathaus Wein & Design zieht sich ein Gestaltungskonzept, das
bis ins kleinste Detail erfüllt wird und in seiner zurückhaltenden Formensprache edel wirkt.
Die wechselnden Kunstobjekte, die in den Vitrinen auf
jedem Stockwerk sowie im Frühstücks- und Barbereich untergebracht sind, beleben das
Ambiente zusätzlich und bringen Abwechslung.