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M-ART – Genuss für alle Sinne


M-ART Café, Restaurant, Galerie / Bilder: © Archiv M-ART M-ART Café, Restaurant, Galerie / Bilder: © Archiv M-ART
M-ART Café, Restaurant, Galerie / Bilder: © Archiv M-ART M-ART Café, Restaurant, Galerie / Bilder: © Archiv M-ART
M-ART Café, Restaurant, Galerie / Bilder: © Archiv M-ART M-ART Café, Restaurant, Galerie / Bilder: © Archiv M-ART

Seit dem 29. Mai 2004 bietet die internationale Galerie M-ART am Börseplatz mehr als nur Kunst fürs Auge. Im neu gestalteten Ambiente einer Restaurant-Weinbar-Café-Galerie wird nun auch der Geschmackssinn der Kunstliebhaber mit Feststoffen und erlesener Flüssigkeit betört.

Der Allrounder Rudolf Mather, Leiter einer Softwarefirma und Eigentümer eines Weingartens, ist der Inhaber der Lokalität. Seit dem Jahr 1999 gibt es die Galerie M-ART am Börseplatz nun schon. Sie wird geleitet von Faek Rasul, der zunächst selbst als Künstler in der Galerie ausgestellt hat. Beinahe jeden Monat wird eine neue Einzel- oder auch Gruppenausstellung eröffnet. Durch die Erweiterung zum Galerie-Restaurant wurde einerseits das Angebot vergrößert, andererseits Kunst an sich für eine breitere Masse zugänglich gemacht. Ganz nebenbei kann man bei ausgesuchten Weinen und ausgezeichnetem Essen mit den wechselnden Gemälden und Skulpturen seinen Kunstverstand schärfen. Indem immer wieder neue Künstler ausstellen, verändert sich auch der Raum selbst und erscheint stets in neuem Glanz.

So wie auch die benachbarte Börse stammt das Wohn- und Bürohaus von Theophil Hansen und wurde Ende des 19. Jahrhunderts errichtet. Die Restaurant-Galerie profitiert bereits beim sich Annähern durch das benachbarte, leer stehende Atelier Baumann, welches in den 1980er-Jahren als eines der ersten Projekte von der Architektengruppe COOP Himmelblau gestaltet wurde. Wie es Friedrich Achleitner, Architekt, Autor und unermüdlicher Architekturtheoretiker, der einst Mitglied der legendären „Wiener Gruppe“ war, treffend ausdrückt, macht die dynamische Inszenierung der Fassade den Eindruck, als würde der Raum von der Straße angesaugt und dann im Inneren deformiert.
Rudolf Mather hätte gerne das M-ART um eben diese Räumlichkeiten erweitert, da es als Kunstwerk zu einer Galerie passen würde und einem Architekturmanifest der 1980er-Jahre gleicht. Der unter Denkmalschutz stehende Magnet war jedoch nicht zu erwerben, dennoch lenkt er den Blick auch nur als Nachbar ins M-ART.

Das Lokal ist zweigeschoßig. Obwohl als Einheit ersichtlich, unterscheidet sich das Erdgeschoß vom Kellergeschoß stark in seiner Raumwirkung.

Der lang gestreckte, mit 6,5 m Höhe sehr großzügig wirkende Raum im Erdgeschoß wird durch ein 2,6 m hohes, tiefes hölzernes Weinregal optisch getrennt. Im vorderen Bereich befindet sich die Bar mit erhöhten Barhockern, Bänken und Stehtischen, im hinteren Teil ist der Restaurantbereich mit privater Atmosphäre, der durch die Anordnung von Zweier-Tischen flexibel gestaltbar ist. Vom Material überwiegt der Eindruck des Holzes. Ein dunkler, roter Parkettboden der Holzsorte Meerbau bildet eine Einheit mit der nussfarben gebeizten Ahornbar, den Holztischen und Sesseln. Die Sitzflächen sind mit Leder bezogen, das dieselbe Farbe des Holzes hat. Die rhythmisierenden Gurtbögen des Kappengewölbes sind in einem erdigen rötlichen Farbton hervorgehoben.
Das Kellergeschoß ist durch die mittig angeordnete, zweiläufige Treppe geteilt. Ein sandfarbener, vom oberösterreichischen Künstler Hansi Dietrich gestalteter Gussboden macht den Raum hell und luftig. Das Mauerwerk wurde auf der Straßenseite freigelegt und zeigt eine abwechselnde Materialität von Ziegeln und Sandstein. Ebenso sind auch die Gurtbögen vom Putz befreit und tragen in ihrem rohen Erscheinungsbild zur Atmosphäre des Raumes bei.
Zwar hat man vom Kellergeschoß keinen Ausblick, dennoch wird das Tageslicht durch Nischen von oben in den Raum geleitet. Abends sind diese Nischen, die auch Platz für Weinregale und Skulpturen bieten, beleuchtet und gliedern den Raum harmonisch. Die Ideen für den Umbau sind ein Gemeinschaftsprodukt der Mitarbeiter aus der Softwarefirma und der Galerie, die Umsetzung erfolgte ebenfalls teils von Künstlern und Künstlerfreunden der Galerie und Hobby-Handwerkern aus der Softwarefirma. Die Werke der Nicht-Professionisten sind durchaus gelungen und wirken professionell. Unter den beschäftigten Firmen hat allerdings eine so gearbeitet, dass sie lieber den kritischen und aufmerksamen Blick eines Architekten benötigt hätte. Das hat der Inhaber dazugelernt, dass er in Zukunft einen Architekten engagieren wird.
Drei Monate wurde die Galerie während der Umbauarbeiten geschlossen und während die Baustelle voll im Gange war dann doch einmal für die Verleihung des Journalistenpreises „Die spitze Feder“ geöffnet.

„Ein Grundkonzept gab es, aber manche Ideen kamen dann auch erst, währenddessen die Baustelle schon in vollem Gange war“, erzählt Mag. Mather.
Insgesamt lässt sich das Ergebnis sehen, am Besten bei einem Glas Wein, dann kann man in Ruhe die gemütliche, fast wohnzimmerartige Atmosphäre auf sich wirken lassen.

Doch aufgepasst - neben den köstlichen Speisen kann man unter 300 meist österreichischen Weinen wählen, da lässt sich’s leicht versumpfen.


M-ART Café, Restaurant, Galerie

Börseplatz 3/1c, 1010 Wien

Bauherr: M-Computer Handelsges.m.b.H., Wien
Thomas Gruntzel
Elektro/Kunstlicht Sinabell
künstlerische Ausgestaltung: Alwan Jaber, Rom/Italien
Planungsbeginn: Mai 2003
Bauzeit: 6 Monate
Eröffnung: 29. Mai 2004
Nutzfläche gesamt: 294,44m²
Erdgeschoß: 154,88m²
Kellergeschoß: 87,66m²
Obergeschoß: 51,90m²
Bänke: Nappaleder, dunkelbraun
Außenlogo: Isolierglas mit Kaffeebohnen
Fotos: © Archiv M-ART
Text: Katharina Tielsch

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