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Badeschlapfen, Kristalle und Management


Aqua Dome Tirol Therme Längenfeld / Bilder: © Aqua Dome; Hufland e.V. Aqua Dome Tirol Therme Längenfeld / Bilder: © Aqua Dome; Hufland e.V.
Aqua Dome Tirol Therme Längenfeld / Bilder: © Aqua Dome; Hufland e.V. Aqua Dome Tirol Therme Längenfeld / Bilder: © Aqua Dome; Hufland e.V.
Aqua Dome Tirol Therme Längenfeld / Bilder: © Aqua Dome; Hufland e.V. Aqua Dome Tirol Therme Längenfeld / Bilder: © Aqua Dome; Hufland e.V.

Inmitten der unter Alpinisten und Naturliebhabern bekannten Kulisse im Ötztal wird seit September 2004 auch die Kraft aus warmem Thermalwasser genützt. Mit der Aqua-Dome-Tirol-Therme Längenfeld wurde ein Projekt verwirklicht, das im Wellness- und Marketingbereich in Österreich kaum zu übertrumpfen ist.

Grundidee zur Thermen- und Erlebniswelt war es, dass Tirolurlauber in Zukunft neben Schi- und Wanderschuhen auch ihre Badeschlapfen mitbringen sollen. Um die Visionen baulich umzusetzen, wurde Architekt Erich Schnögass mit der Planung beauftragt. Elemente wie Holz, Stein und Licht waren im Ermessen des Planers die ideale Materialwahl in der Ötztaler Bergwelt. Die Baukörper der Therme sind in eine künstlich geschaffene Topografie eingebettet, die geschaffen wurde, um optisch störende Elemente wie Garagen und Haustechnik zu verstecken und um das an und für sich ebene Grundstück räumlich spannender zu gestalten.
Die künstliche wie auch natürliche Außenwelt wurde auch in das Gesamtkonzept einbezogen: Die einem Kristall nachempfundene Therme lässt optisch den Übergang zwischen innen und außen verschwimmen, physisch stellt die Glashaut allerdings eine Trennung der Klimazonen dar. Schon bei Eintritt in die großzügige Halle überrascht eine Domartige Atmosphäre die Besucher. Ein imposanter Wasserfall, zwei Innenbecken, Ruheräume, die wie Operngalerien angeordnet sind, sowie eine große Glasfront, die den Blick nach außen schweifen lässt, wirken nicht nur im ersten Moment beeindruckend.
Die umgebende Berglandschaft war Hauptinspiration für die gestalterischen Aspekte. Künstliche Felswände sind neben ihrer Funktion als Haupttragpfeiler der Glaskonstruktion auch eine Hommage an die Alpenwelt.
Abseits der wasserdominierten Erlebniswelt befindet sich ein eigenständiger Baukörper, der formal einem Schiff nachempfunden ist. Hier sind der Familien- und Kinderbereich „Alpen Arche Noah“ untergebracht, und es werden unterschiedlichste Wassererlebnisbereiche und eine 90 m lange Riesenrutsche geboten. Aber auch Kinder mit kaum vorhandenen Wasserrattenambitionen haben im Aqua Dome eine kleine Mission zu erfüllen: Es gilt, die Wände im Kletterraum zu bezwingen.
Währenddessen können sich die vom Alltag erschöpften Erwachsenen in den Wellness-Bereichenausruhen und regenerieren. Dieses Zentrum von Schönheit und Spa nennt sich „Morgentau“ und steht unter dem Motto „reinigende Entspannung“. Das Angebot reicht von entspannenden Wannenbädern, Hot Stone Therapie und Shiatsu bis hin zu Gesichts- und Fußpflege. Fünf Mitgliedsbetriebe von Hufland e.V. unter der Leitung der Hilpert GmbH & Co. KG realisierten den Kernbereich der SPA-Anlage, wie auch den imposanten Dampfdom, das Kräuterbad, den Wasserfall, die Duschwelt und vieles mehr rund um Wasser, Wärme und Dampf.
Um den von Wärme und Wasser ermüdeten Körper auch ruhen lassen zu können, stehen im Vier-Sterne-plus-Hotel 140 Zimmer zur Verfügung. Die kleinste Einheit besteht aus einem 35m2 großen Doppelzimmer, das zeitlos elegant ausgestattet ist und nach Vorgaben eines Feng-Shui-Experten eingerichtet wurde. Um flexibel auf die Besucherfrequenz eingehen zu können, wurden je zwei Hotelzimmer mit einer Schiebetür verbunden, wodurch man die Räumlichkeiten entweder getrennt vermieten kann oder durch ein Öffnen der Türe plötzlich Suite-artige Möglichkeiten hat. Außerdem wurden alle Zimmer mit Balkon und Blick auf das Bergpanorama ausgerichtet.
Wünscht man die Therme vom Hotel aus zu besuchen, so ist das ganz einfach möglich: ein beheizter Bademantelgang führt vom Hotel unterirdisch in die Thermenanlage, wo für die Hotelgäste ein eigener Ruhebereich zur Verfügung steht. Oberirdisch gibt es noch eine wasserdominierte Spezialität: Drei Stahlbecken mit unterschiedlichen Funktionen, wie Unterwassermusik oder Whirlpoolfunktion, gespickt, laden zum Entspannen in schwindelnden Höhen von 8-16 Metern ein. Erklimmen kann man die Becken über ein beheizte Glaspyramide, in der die Treppen sitzen. Neben all diesen dem Körper gewidmeten Raffinessen wurde aber nicht vergessen, auch auf den Geist einzugehen: eine Bibliothek steht Literaturinteressierten zur Verfügung, und außerdem sind Seminarräume vorhanden, die bis zu 250 arbeitswütige Menschen fassen.

Falls man aber lieber für sich alleine im Rahmen der ultimativen Entspannung arbeiten möchte, kann man auch die Zimmer zum Arbeitsbereich umfunktionieren, denn Internetzugang und Telefon machen es möglich. Man kann dem Aqua Dome und dessen hochqualifiziertem Team jetzt nur noch die Daumen drücken, dass die erwarteten 300.000 Tagesgäste im ersten Betriebsjahr gen Ötztal strömen und das ausgeklügelte Thermenkonzept aufgeht - denn bei einem Investitionsvolumen von c 73 Millionen, wäre alles andere als Erfolg, mehr als nur eine Niederlage.


Aqua Dome Tirol Therme Längenfeld

Oberlängenfeld 140, A-6444 Längenfeld, Tirol

VAMED Standortentwicklung u.
Engineering G.m.b.H. & Co.KG
Planung: Schnögass+Partner ZT G.m.b.H., Wien
Mitarbeiter Planung: Schnögass+Nußbaumer, H. Fischer
Statik: C. Aste, Innsbruck
Bauphysik/Akustik: Pfeiler ZT GmbH, Graz
ARGE Ötztal-Baumeisterarbeiten
Grundstücksfläche: ca. 49.377m²
Netto-Grundrissfläche: ca. 50.000m²
Umbauter Raum: ca. 200.000m³
Planungsbeginn: April 2001
Baubeginn: Juli 2002
Bauzeit: 2 Jahre
Fertigstellung: August 2004
Fotos: © Aqua Dome; Hufland e.V.
Text: Sandra Knöbl

Ausstattung:

Hugin Sweda
Luxussuiten: Riml G.m.b.H.
Aufzugsanlagen: Otis
PL Sauna: Hilpert G.m.b.H. & Co. KG
Küchentechnik: Rein G.m.b.H.
Josko G.m.b.H.
Zehetner Handelsg.m.b.H.
Zimmermeisterarbeiten: fk-Generalunternehmer

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