Schwimmendes Hotel aus Blech – Daniel Wickersheim

6. September 2017 Mehr

Blech in der Architektur zählt mit ziemlicher Sicherheit zu den Materialen der Zukunft. Es ist relativ leicht formbar, passt sich auch den parametrischen Formen an und ist ziemlich nachhaltig (bis auf die Herstellung). Nun hat ein Architekt in Hamburg ein Hausboot aus Blech entworfen. Man kann sich auf ihm wie in einem Hotel tage- oder wochenweise einmieten und so einen Urlaub in der Hansestadt verbringen – direkt am Wasser.

Architekt Daniel Wickersheim hat mit diesem Projekt namens „Hausboot Schwan“ – ein Tubus mit einer ovalen Grundform – bei einem Wettbewerb der Stadt Hamburg eine Liegeplatzberechtigung am Norderkai-Ufer der Stadt gewonnen. Und da liegt es nun, das Hausboot-Hotel aus Blech. Sein röhrenförmiger Körper wird von heraustretenden Volumina für die Tür- und Fensteröffnungen durchbrochen.
Eine ca. 250 m² große Zinkfläche bildet die Außenbekleidung und schützt das auf einem Stahlbeton-Ponton ruhende Schiff vor Umwelteinflüssen. Das Rautensystem der Blechteile ist so flexibel, dass es auch für die gewölbten Flächen des Hausboots eingesetzt werden konnte. Ein wichtiges Kennzeichen ist eine glatte, flächenbündige Oberflächenstruktur. Die Entlüftung des Fassadensystems erfolgt über einen dezenten, kaum sichtbaren Lüfterfirst. Er bildet auf dem Dach eine zweite Schale mit einem geringen Abstand zur eigentlichen Bekleidung. Alle bereits vorgefertigten Elemente wurden vor Ort durch das ausführende Unternehmen an die Rundungen des Tubus angepasst.

Architekt Wickersheim hat für die Rauten an der Fassade einen Mix aus drei unterschiedlichen vorbewitterten Oberflächen gewählt. Der zylindrische Grundkörper wurde komplett mit dem samtgrauen Zink bekleidet. Die herausragenden Volumina für Tür und Fenster heben sich durch ihren grünlichen Farbton von der ovalen Hausbasis ab. Die Laibungen der Gebäudeöffnungen haben eine Oberfläche aus dunklem anthrazitfarbigem Zink – das bringt zusätzlich eine optische Tiefenwirkung.
Das schwimmende Minihotel ist mit einem Pelletofen, einer Fußbodenheizung, einer Fotovoltaik-Anlage und entsprechender Haustechnik energieeffizient ausgerichtet. Es lässt sich durchaus mit anderen, energieeffizienten Architekturen vergleichen, versiegelt aber im Gegensatz dazu keine Bodenfläche.

 

Fotos: ©Paul Kozlowski

Text: ©Peter Reischer

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Kategorie: Architekturszene

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