Bautechnik im Wandel – Gebäuderichtlinien

27. Dezember 2018 Mehr

Die traditionelle Stein-auf-Stein-Methode wird immer häufiger durch vorfabrizierte Fertigbauteile aus Beton oder Holz abgelöst. Die Bautechnik befindet sich im Wandel. Gemäß EU-Gebäuderichtlinie 2010 müssen ab 01.01.2021 alle Neubauten Niedrigstenergiegebäude sein, öffentlichen Bauten bereits ab 01.01.2019. Und ab 2020 gilt die verschärfte Neufassung, die am 18.07.2018 in Kraft getreten ist.

 

HoHo Wien Aussenvisualisierung

Aussenvisualisierung Ho Ho Wien und Ho Ho next, Foto:©RLP Ruediger Lainer und Partner

 

Ebenfalls neu ist aufgrund des §128b in der letzten Wiener Bauordnungsnovelle auch die Idee einer Gebäudedatenbank. Diese ist mit zahlreichen Projektdaten zu befüllen und man sollte dafür künftig zwei bis drei Tagen Erfassungsaufwand einplanen. Die Immobilienertragssteuer wurde von 25% auf 30% angehoben, die Abschreibungshöhe bei Instandsetzungsaufwendungen reduziert – durch die Verlängerung der Abschreibungsfrist von zehn auf 15 Jahre. Zudem steigen die Betriebskosten, während die Realeinkommen sinken. Aus demografischen Gründen und wegen der Komfortansprüche ist die durchschnittliche Wohnfläche der Hauptwohnsitzwohnungen seit 1994 bis 2016 um 13 m2 gestiegen, die durchschnittliche Wohnfläche pro Person beträgt im Wohnungseigentum rund 42 m2.
All das sind gute Gründe, nicht nur den System-Bau, sondern auch das wesentlich größere Potenzial des Holz-Systembaus zu nutzen. Dank Qualitätssicherung, Kostensenkung, Zeitersparnis, Liquiditätsgewinn und beschleunigten Einnahmen verbessert sich auch die Rendite. Vorfertigung ist im Holzbau bereits selbstverständlich im Einsatz, Digitalisierung nimmt zu und auch Roboter sind im Kommen. Im Holz-Systembau ist die Planung vor Baubeginn fertig, die Produktion der Bauteile in der Werkhalle erfolgt unabhängig von Jahreszeit und Witterung, in hoher Qualität und Maßgenauigkeit, mit Fenster- und Türöffnungen oder bereits vorinstallierten Leitungen. Das fertige Produkt wird auf der vorbereiteten Baustelle sehr schnell montiert, was Transportwege und -zeiten ebenso minimiert wie die Lärm-, Schmutz- und Müllbelastung. Schnellere Fertigstellung bedeutet auch schnellere Verwertung und Wiederinvestition – der beschleunigte Geldfluss erhöht die Liquidität. So können etwa statt vier Projekten im Jahr fünf gebaut werden. Im System-Holzbau sind durch Vorfertigung, Standardisierung und Systematisierung Bauzeitreduktionen von rd. 45 Prozent machbar.
Laut einer Online-KäuferInnenstudie der baukult ZT GmbH würden auch rund zwei Drittel der Befragten gleich viel für eine Wohnung aus Holzfertigteilen zahlen, wie für eine aus Betonfertigteilen, 12 Prozent sogar mehr, im Durchschnitt um rund 15 Prozent. Zudem punktet Holz mit hohen Sympathiewerten.

 

Wohnbau Wolfurt

Wohnbau Wolfurt, Vorarlberg, 2001 Planung Hermann Kaufmann, Foto:©© proHolz, Klomfar

 

Text:©Peter Reischer, Andreas Karweger

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Kategorie: Bau & Recht

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