Kostenexplosionen, Architekturwettbewerbe und Baukultur

27. November 2018 Mehr

Die ArchitektInnenschaft, die Kammer der Ziviltechniker für Tirol und Vorarlberg, das aut. architektur und tirol, die Zentralvereinigung der Architektinnen sowie die Architekturfakultät Innsbruck nehmen Stellungnahme zu dem geplanten Neubau der Unternehmerischen Hochschule „Management Center Innsbruck“ (MCI).

 

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Keine Woche vergeht, in der nicht über „explodierende“ Baukosten beim MCI in den Tageszeitungen berichtet wird. Die Frage, wie diese Kosten entstehen, wird dabei vernachlässigt. Stattdessen wird dem äußeren Druck hastig entgegengewirkt und innerhalb der Projektvorbereitungs- und Überarbeitungsphase werden kurzfristige Überlegungen und Entscheidungen getroffen, die schlussendlich in ein Dilemma führen.

Die Projektvorbereitungsphase dient bekanntlich dazu, ein konkretes Bauvorhaben zu formulieren, Projektziele zu definieren, um damit eine konkrete „Bestellung“ aufzugeben. Diese Phase muss Hand in Hand gehen mit komplexen Rahmenbedingungen, wie Kostenrahmen, Funktions- und Nutzungskonzept sowie Qualitätsansprüche architektonischer und städtebaulicher Art. Fehlt der Projektvorbereitungsphase das notwendige Verständnis der Komplexität und Zusammenhänge solcher Bauvorhaben, führt das zu Diskrepanzen, die unter anderem „Kostenexplosionen“ verursachen können.

Beim Neubau des MCI gab es viele Berichte über solche Baukostenexplosionen. Die Zahlen der medialen Berichte sind jedoch nicht vergleichbare Zahlen und ergeben somit ein äußerst diffuses Gesamtbild in der Öffentlichkeit. Durch die entstehenden verzerrten Rückschlüsse wurde die ArchitektInnenschaft zu Unrecht belastet. Gleichzeitig ist ein negatives Bild von Architekturwettbewerben entstanden. Der Wettbewerb ist jedoch eines der wichtigsten Instrumente zur Förderung der Baukultur in unserer Gesellschaft und dient der Findung des „besten“ Projekts auf Basis einer Ausschreibung.

 

Der Leitfaden für die öffentliche Hand wird folgendermaßen formuliert:

  • Bewusstsein für Baukultur entwickeln und geeignete Strukturen fördern
  • Gemeinwohl stärken
  • Ganzheitlich, langfristig und innovativ planen
  • Flächen und andere Ressourcen mit Bedacht nutzen
  • Öffentliche Mittel an Qualitätskriterien knüpfen

 

Daher ist es wichtig die politischen VertreterInnen sowie alle EntscheidungsträgerInnen, die Baukultur in guter und konstruktiver Zusammenarbeit mit den ArchitektInnen zu fördern.

 

Foto:©MCI

 

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Kategorie: Architekturszene, Bau & Recht