Großformatdrucker / Plotter: Umsteigen lohnt sich!

4. März 2011 Mehr

In vielen Büros sind großformatige Ausgabegeräte in die Jahre gekommen. Neue Drucktechnologien und Modelle versprechen eine bessere Ausgabequalität und ‑geschwindigkeit, bei deutlich geringeren Betriebskosten. Worauf man beim Umstieg achten sollte.

Großformatdrucker / Plotter: Umsteigen lohnt sich!

Großformatdrucker (engl. Large Format Printer (LFP), teilweise auch noch „Plotter“) gehören zur Standardausstattung und sind in jedem Architekturbüro unersetzlich. Schließlich sind, auch im digitalen Zeitalter, Dokumente und Pläne noch immer die wichtigsten Informationsträger auf der Baustelle. In den vergangenen 20 Jahren sanken die Investitionskosten für großformatige Ausgabegeräte (A0-Format, 1990: ab 100.000 ÖS, 2010: ab 4.000 EUR), weshalb der Kaufpreis kaum mehr ein Hindernis für eine Modernisierung dieser Peripheriegeräte darstellen dürfte.
Da Ausgabegeräte teilweise erhebliche Betriebskosten verursachen, erhalten neben den technischen Gerätedaten auch der Betrieb, die Bedienung, Wartung und Pflege eine zunehmend wichtige Bedeutung.

Ausgabetechnologien im Überblick

Mehrere Ausgabetechnologien für die Text-, Grafik-, Foto- und Zeichnungsausgabe stehen zur Verfügung. Ganz grob lassen sich Ausgabegeräte
in Impact- und Non-Impact-Geräte einteilen. Das Impact-Verfahren erzeugt durch einen mechanischen Kontakt Zeichen auf dem Papier. Bekannte Vertreter sind die aus frühen Computertagen vertrauten Nadeldrucker. Sie behaupten sich immer noch in Nischenbereichen – etwa dort, wo die parallele Ausgabe von Durchschlägen sinnvoll ist.
Wichtige Vertreter der Non-Impact-Geräte und gleichzeitig wichtigste Vertreter der Großformatdrucker sind die Tintenstrahl- und Laser-/LED-Ausgabegeräte sowie in Teilbereichen die Thermo-Sublimationsdrucker.
Winzige Tintentröpfchen werden bei der Tintenstrahltechnik aufs Papier gespritzt und so Punkt für Punkt Zeichen erzeugt. Da sich auf diese Weise sehr viele Punkte pro Fläche absetzen lassen, erreichen Tintenstrahldrucker eine hervorragende Ausgabequalität. Je nachdem, mit welcher Methode die Tintentröpfchen aus dem Druckkopf herausgeschleudert werden, unterscheidet man zwischen der Bubble-Jet- und Piezo-Technik.
Beide Verfahren arbeiten leise, zuverlässig, schnell und unterscheiden sich in puncto Druckqualität kaum voneinander. Tinte hat auch den Bereich großformatiger Drucker revolutioniert. Dank hoher Ausgabequalität (600–2.400 Punkte pro Zoll und mehr) und der Fähigkeit Farbflächen anzulegen, lassen sich nicht nur Zeichnungen ausgeben. Farbig angelegte, städtebauliche oder GIS-Pläne, die Wiedergabe von Grafiken und Fotos im Posterformat sind ebenso möglich. Auch alte Preisstrukturen hat diese Technik durcheinandergewirbelt.

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DIN A4-Tintenstrahldrucker sind bereits unter 100 Euro erhältlich, Großformatdrucker im DIN-A1-Format gibt es schon ab 2.000 Euro. Der Druckvorgang bei den Laser-/LED-Druckern ist mit jenem von Kopiergeräten vergleichbar. Anstelle von Licht erzeugt hier jedoch ein gebündelter Laserstrahl auf einer Fotoleitertrommel das zu druckende Bild. Bei der LED-Technik, die vor allem bei Großformatdruckern zum Einsatz kommt, erzeugt anstelle eines Laserstrahls eine Reihe von LED-Dioden zeilenweise das Abbild, was eine kompaktere Bauweise und eine höhere Ausgabegeschwindigkeit erlaubt. In puncto Investitions- und Betriebskosten ähneln LED-Ausgabegeräte jenen von Laser-Geräten. Dank problemloser Bedienung, hohen Ausgabegeschwindigkeiten und vergleichsweise geringen Betriebskosten ist insbesondere die LED-Technologie auch für große Ausgabevolumina geeignet. Da LED-Ausgabegeräte beispielsweise gegenüber Tintenstrahlgeräten wenige mechanische Verschleißteile enthalten, sind sie auch anspruchsloser bei der Bedienung und Wartung.
War die LED-Technik über viele Jahre lediglich auf die S/W-Ausgabe beschränkt, ist mittlerweile auch eine Farbausgabe möglich.
Bei der Thermo-Sublimationstechnik wird auf einer Trägerfolie befindliches farbiges Wachs erhitzt und in das Papier „eingebrannt“. Damit lassen sich auch feine Farbabstufungen in einer Qualität ausgeben, die der eines Fotos entspricht. Allerdings sind auch hier die Betriebskosten (Farbfolien, Spezialpapier) hoch, weshalb Thermo-Sublimationsdrucker nur für die (private) Ausgabe von Fotos oder – in größeren Ausgabeformaten – bei Dienstleistern zum Einsatz kommen, die sich auf die großformatige, besonders farbbrillante Ausgabe von Präsentationsplänen, 3D-Visualisierungen, Grafiken und Fotos spezialisiert haben.

Diese Kriterien erleichtern die Auswahl …

Während der Druckermarkt aufgrund der Vielzahl der Anbieter und Geräte kaum mehr überblickt werden kann, sieht es bei Herstellern
großformatiger Ausgabegeräte schon etwas übersichtlicher aus (siehe Info-Kasten).
Dennoch ist die Modellvielfalt beachtlich. Folgende Kriterien wie Ausgabequalität und Druckgeschwindigkeit, Ausgabeformat, Wirtschaftlichkeit, Zuverlässigkeit, Geräuschund Schadstoffemission, Platzbedarf etc. schränken die Palette der infrage kommenden Geräte jedoch ein:

Ausgabequalität

Die Druck- und Farbauflösung bestimmt die Ausgabequalität. Je höher die Druckauflösung, desto weniger sind bei feinen, schräg verlaufenden Linien einzelne „Treppchen“ erkennbar. Die Druckauflösung wird von der Qualität der Mechanik und des Farbbands/Toners bestimmt; sie wird in Punkten pro Zoll (dots per inch = dpi) angegeben.
Aktuelle Standards liegen bei 600–1.200 dpi, für die Fotoausgabe konzipierte Tintenstrahldrucker schaffen sogar 2.400 dpi und mehr.
Waren Farbfüllungen im CAD-Programm früher lediglich als Farbschraffur realisierbar, sind Farbverläufe und ‑transparenzen heute kein Problem mehr und im Zusammenhang mit attraktiven Planlayouts, GIS-Plänen etc. unverzichtbar. Ist eine hochwertige Farbausgabe erforderlich, stellt sich die Frage, wie viele Farben gleichzeitig dargestellt werden können (Farbauflösung).

Ausgabegeschwindigkeit

Über den Umfang des in einem Architekturbüro zu bearbeitenden Ausgabe-Volumens (die jedoch, je nach Projektstand, zeitlich erheblich differiert) lässt sich die erforderliche Ausgabegeschwindigkeit ermitteln. Sie wird meist in A0/A1-Seiten pro Minute angegeben. Sie liegt, abhängig vom Druckverfahren und vom Modell, bei 1–10 Seiten/Minute. Hersteller-/Händlerangaben sind jedoch mit Vorsicht zu genießen, denn sie werden teilweise für den schnelleren Draft- oder – bei Farbmodellen – für den Schwarz–Weiß-Modus angegeben. Bei der Farbausgabe reduziert sich die für den S/W-Druck geltende Angabe etwa um die Hälfte.
Schnelle Ausgabegeräte sind immer teuerer als langsamere Modelle, verkürzen im Büro aber die lästige Wartezeit.

Papierformat und -sorte

„Welches Papierformat soll bedruckt werden?“, ist eine weitere wichtige Frage. Die meisten großformatigen Ausgabegeräte verarbeiten Papier bis zur Formatgröße DIN A1, respektive A0 und darüber, da die verwendete Planrolle auch Überformate ermöglicht. Wer sich zusätzlich einen A3-/A2-fähigen Drucker anschafft (ab 500/ab 1.000 Euro), kann auch CAD-Pläne kleiner und mittlerer Größe oder Probe-Plots ausgeben – ohne das große Modell zu besetzen.
Großformatdrucker verarbeiten, je nach Modell, neben Normalpapier einer Stärke von 60 bis 110 g/qm und mehr auch Recycling-, Film-, Transparent- oder Fotopapier.

Gerätekonzept und ‑größe

Neben der konventionellen, den früheren Stiftplottern ähnelnden Bauform, existieren auch kastenförmige Gehäusekonzepte mit integrierten Rollenhaltern, Schneid- und Faltvorrichtungen.
Sogar multifunktionale Ausgabegeräte gibt es im Großformat. Sie können drucken, scannen und kopieren, sparen Investitions- und Betriebskosten. Gleichzeitig vermeiden sie den lästigen Kabelsalat mehrerer Geräte, da nur ein Netz- bzw. Druckerkabel benötigt wird. Außerdem sind sie aufgrund einer einheitlichen, durchgängigen Menüführung benutzerfreundlicher als Einzelgeräte.
Nicht zuletzt sparen sie Platz: Neben einer Standfläche von 1–2 m² setzen großformatige Ausgabegeräte im Büro nämlich auch einen mindestens 80 cm tiefen Bedien- und Arbeitsraum voraus. So kommen schnell mal 3–4 m² pro Gerät zusammen.

Bedienung

Neben den technischen Daten entscheidet auch die Menüführung und Bedienung darüber, wie benutzerfreundlich sich der praktische Einsatz eines Gerätes gestaltet.
So sollte ein gut lesbares Display oder gar ein berührungssensitiver LCD-Monitor dem Bedienungspersonal anstelle kryptischer, klar verständlicher Schritt-für-Schritt-Anweisungen geben. Bei der Geräteauswahl sollte man auch auf gelegentlich durchzuführende Arbeiten wie Papiertrommel einlegen, Tonerkartusche tauschen, Papierstau beheben etc. achten. Sie sollten einfach durchzuführen sein und möglichst auf dem Display durch einen „Assistenten“ unterstützt werden. Eine automatische Papierschneidvorrichtung oder ein Einzelblatteinzug sollten selbstverständlich sein.

Ausgabe

Angesteuert werden Großformatdrucker und Plotter im Architekturbüro in der Regel über CAD- oder GIS-Programme, respektive die entsprechenden hersteller-/modellspezifischen Windows-Treiber. Da bei der Ausgabe teilweise sehr große Dateien entstehen, die Steuerbefehle für den Drucker enthalten, ist es wichtig, dass das Gerät über einen ausreichend großen internen Speicher verfügt (mind. 1 GB Größe). Andernfalls kann es bei großen CAD-Dateien mit vielen Zeichnungselementen zu Ausgabeproblemen kommen. Müssen beispielsweise viele Druckdateien ausgegeben werden, lässt sich dies am besten über das gerätespezifische Ausgabeprogramm bewerkstelligen. Dabei ist wichtig, dass alle gängigen Dateiformate interpretiert werden: HP-GL, GH-GL/2, HPRTL, PDF, DWF, TIF, JPG etc., PostScript ist meist optional.

Wartung & Service

Ohne Wartungs-/Servicevertrag sollte man ein Ausgabegerät im Preisniveau eines Gebrauchtwagens nicht erwerben. Die Leistungen sind unterschiedlich, aber zumeist werden im Fall der Fälle im Rahmen von Wartungsverträgen innerhalb eines definierten Zeitfensters Reparaturen vor Ort vorgenommen. Das ist dann sinnvoll, wenn das Ausgabevolumen hoch ist und man keinesfalls auf das Gerät verzichten kann. Teilweise werden auch Verschleißteile nach einem Serviceplan prophylaktisch ausgetauscht, um Defekten vorzubeugen.
Einige Geräte lassen sich sogar per Internet fernwarten: Über eine Emulationsumgebung kann der Service-Ingenieur nachvollziehen, welches Problem das Gerät oder der Anwender gerade haben.

Wirtschaftlichkeit

Die Wirtschaftlichkeit eines Ausgabegeräts bestimmen Faktoren wie Investitions-, Betriebskosten (Kosten für Papier, Tinte/Toner/Farbband/Stifte), die Ausgabegeschwindigkeit (Durchsatz), aber auch der operative Aufwand (Papier einlegen, ggf. Ausgabevorgang kontrollieren, Papier entnehmen etc.). Betrachtet man Druckertechnologien diesem Aspekt, macht im SW-Bereich die LED-Technik das Rennen. Soll
Farbe in hoher Qualität, einigermaßen schnell und wirtschaftlich ausgegeben werden, ist derzeit die Tintenstrahl-Technik führend.
Da Tinten und Toner viel Geld kosten, sollte man sich diese Verbrauchsmedien genauer anschauen: Für wie viele Seiten reicht der Inhalt? Können leere Farbkartuschen einzeln ausgewechselt werden etc.?

Umwelt

Tinten- und Toner-Kartuschen, Tonerreste und andere Verbrauchsteile wandern auf den Sondermüll oder werden bestenfalls recycelt. Bei der Geräteauswahl sollte man deshalb auch auf diese Aspekte achten und nach Recyclingmöglichkeiten bzw. der Möglichkeit einer Wiederbefüllung oder des Austauschs verbrauchter Teile (Kartuschen, Druckkopf, Belichtereinheit etc.) fragen. Das schont die Umwelt und den Geldbeutel. Einige Hersteller wie KIP, Roth + Weber und andere heben sich durch umweltschonende Verbesserungen in der Drucktechnik oder die Verwendung schadstoffarmer Toner hervor. Obwohl der drucktechnisch bedingte Ozonausstoß aktueller Laser-/LED-Geräte minimiert werden konnte, ist auch im Hinblick auf die Geräuschbelastung von bis zu 70 dB eine Aufstellung in einem separaten Raum empfehlenswert.

Alternativen

Für Büros mit einem sehr geringen Ausgabevolumen von wenigen Plänen pro Monat kann der Großformatdruck als (Online-)Dienstleistung interessant sein. DIN-A0-Ausdrucke kosten in SW/Farbe ca. 6, bzw. 10 Euro, zzgl. MwSt und ggf. Versand. Eingesandt/angeliefert werden können die Daten am besten im PDF-Datenformat auf USB-Stick, CD/DVD oder per E-Mail. Höherpreisige Peripheriegeräte lassen sich auch mieten oder leasen, um die Kapitalbindung zu verringern. Neben einer höheren Liquidität bietet das Leasing auch steuerliche Vorteile, denn die Leasingraten können als Betriebsaufwand direkt abgesetzt werden.

Fazit: Nicht (nur) der Kaufpreis bestimmt die Kosten …

Neue Druckermodelle sparen dank höherer Ausgabegeschwindigkeit und fortschrittlicher Ausgabetechnik im Büro Zeit und Geld. Ein Umstieg auf ein moderneres Gerät ist deshalb häufig sinnvoll. Bei der Kaufentscheidung sollte man jedoch eher auf die Betriebskosten achten, als auf den Kaufpreis. Schließlich erhalten aufgrund des anhaltenden Preiskampfs im Vergleich zu den Investitions-, die Betriebskosten ein zunehmendes Gewicht.

 

Weitere Infos*

www.cad.de (Rubrik Hardware, Plotter/Drucker/Ausgabemedien)
www.druckerchannel.de, www.druckervergleich.ch, www.idealo.at (Suchwort „Großformatdrucker“)
www.wikipedia.at (Suchwort: „Drucker“ und „Plotter“)

Anbieter*

Großformatdrucker/Plotter: www.canon.at, www.epson.at, www.hp.com/at, www.kip-deutschland.de,
www.mutoh.de, www.oce.com/at, www.ricoh.at, www.rolanddg.de**, www.rowe.de, www.summa.eu**

Drucker: www.brother.at, www.canon.at, www.epson.at, www.hp.com/at, www.kodak.at, www.kyoceramita.at, www.lexmark.at, www.oki.at, www.olivetti.at, www.ricoh.at, www.samsung.at, www.sharp.at, www.konicaminolta.at, www.xerox.at 

* Auswahl, ohne Anspruch auf Vollständigkeit, ** Anbieter von Thermosublimationsdruckern/Schneidplottern

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Kategorie: EDV

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