Tablet-PCs: Surfen, skypen, Gebäude steuern

3. Dezember 2013 Mehr

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Tablets sind wahlweise Arbeitswerkzeug, Präsentationsmedium oder Bedienplattform für die Gebäudetechnik. Was können Tablet-PCs, wann sind sie überfordert und worauf sollte man achten?

Wer heute mit einem Ordner unter den Arm geklemmt auf die Baustelle eilt, gilt fast schon als rückständig. Viel schicker und bequemer ist es, Büro- und Projektdaten digital auf die Baustelle mitzunehmen oder Projekte am Display zu präsentieren. Tablet-PCs sind zwar schon länger auf dem Markt – alltagstauglich und populär gemacht hat sie aber erst das 2010 eingeführte iPad von Apple. Die intuitive Bedienung und nicht zuletzt das breite Angebot an App-Anwendungen haben zum aktuellen Tablet-Boom beigetragen. Per Fingerkuppe kann man damit Programme steuern, in Dokumenten blättern, Pläne oder Fotos anschauen und mit Fingergesten größer und kleiner zoomen. Auch im Baubereich sind die ursprünglich für die private Internetnutzung, Videotelefonie oder Wiedergabe von Musik, Fotos und Videos ausgelegten, tastaturlosen PCs mit Touch-Display auf dem besten Wege, sich als multifunktionale Werkzeuge zu etablieren – als mobiler und flexibler PC für Planer – oder als multifunktionale Bedienungsplattform für die Haustechnik.

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Auf der Baustelle sind Tablets ebenso ideal, …

Ideal für Büro, Baustelle … und die Couch!

Tablet-PCs haben etwa die Größe eines DIN A4- Notizbuchs, wiegen zwischen 0,5 und 1,5 Kilogramm und verfügen über ein 7 bis 12 Zoll großes, berührungssensitives LC-Display, was einer Bildschirmdiagonale von 18-30 Zentimetern entspricht. Ohne Steckdose halten sie, bei einem realistischen Nutzungsprofil und je nach Gerät, 3 bis 5 Stunden durch. Ab einer Bildschirmdiagonale von 10 Zoll (ca. 25 cm) sind die lüfterlosen Tablet-PCs auch für geschäftliche Anwendungen interessant. Ist das Gerät mit einem internen Mobilfunk-Modul oder einem externen MobilfunkStick ausgestattet, können E-Mails abgerufen/versandt, Produktinformationen online recherchiert oder Projektdaten aus dem Büronetzwerk von unterwegs abgerufen werden. Dank integriertem Flash-Speicher oder per aufgestecktem USB-Stick kann man praktisch alle Büro- und Projektdaten überallhin mitnehmen. Das digitale Büro für die Akten- oder Manteltasche wird damit Realität. Auch für die Projektpräsentation eignen sich Tablet-PCs: Das flach auf dem Tisch liegende Display ist von allen Seiten einsehbar und ermöglicht multimediale Präsentationen innerhalb kleiner Gruppen. Vor einem größeren Auditorium können Vortragende das Tablet als „Spickzettel“ nutzen und zugleich digitale Projektoren (Beamer) steuern. Spezielle Apps wie z. B. i-Clickr PowerPoint Remote, Nonlinear und andere unterstützen die multimediale Präsentation. Auf der Baustelle ermöglichen Hersteller-Apps einen schnellen Abruf von Produktkatalogen, technischen Produktdaten, Montage- oder Verarbeitungshinweisen. Ersatzteile-Apps bieten einen direkten Zugriff auf Produktinformationen – durch Eingabe der Materialnummer oder per Code-Scanner. Werden alle hardwareseitig eingebauten Sensoren und Zusatzfunktionen effektiv genutzt, etwa der integrierte Lagesensor als Neigungsmesser, das GPS-Modul zur Ortsbestimmung, die integrierte Kamera für Digitalfotos oder als Scanner, können pfiffige Anwendungen entstehen (siehe auch architektur 2/12: Apps mit Appeal). Beispielsweise kann man Bauherren zeigen, wie die Wunscharmatur im eigenen Bad aussehen oder wie hoch der Ertrag einer geplanten Solaranlage am jeweiligen Standort mit der jeweiligen Dachneigung sein könnte. Tablet-PCs können darüber hinaus als Datenerfassungsgerät beim geometrischen 2D- und 3D-Gebäudeaufmaß oder für das Aufmaß von Längen, Flächen und Volumina für die Rechnungsprüfung genutzt werden. Zu den weiteren Einsatzmöglichkeiten zählen der Abgleich von LV-Daten auf der Baustelle, das Führen von Bautagebüchern, die Erstellung von Mängelberichten oder die Erfassung von Aufträgen oder Arbeitszeiten.

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… wie für die Steuerung der Haustechnik von der Wohnzimmer-Couch aus.

Im Wohnzimmer wird das Touch-Pad zum Couch-Pad: Tablet-PCs gehören mittlerweile zum Alltag in vielen Haushalten. Was liegt näher, es auch als Bediengerät für einzelne haustechnische Geräte oder gar als zentrale Bedienplattform für die komplette Gebäudetechnik zu nutzen? Es ist nicht nur günstiger als die meisten Touchpanels in der Hausautomation. Es bietet auch zusätzliche Funktionen und ist aufgrund der schlanken Bauform auch für die Wandmontage geeignet. Gegenüber gewöhnlichen Schaltern haben Touchscreen-Bedienstationen den Vorteil, dass man damit Geräte nicht nur steuern kann, sondern diese ihren aktuellen Status oder ihre Verbrauchsdaten numerisch oder grafisch zurückmelden, sodass der Nutzer alles im Blick hat. Mithilfe spezieller Apps lässt sich die gesamte Gebäudetechnik von einem beliebigen Raum oder mobil von unterwegs steuern. Tablets haben inzwischen sogar das Potenzial, zu einem Zugpferd für die Gebäudeautomation zu werden. In regelmäßigen Abständen kommen neue haustechnische Anwendungen hinzu – von der Kontrolle einzelner Geräte, über das Energiemonitoring, bis zur umfassenden Gebäudesteuerung.

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Pfiffige Apps und Anwendungen machen Tablets inzwischen zu einem nützlichen Werkzeug auf der Baustelle – etwa beim Aufmaß, bei der Erfassung von Zeiten, Mengen oder Mängeln.

Sparsame Ausstattung, sparsamer Verbrauch

Tablet-PCs verfügen über einen Arbeitsspeicher von 256 MB bis 4 GB Größe, einen 4 bis 128 GB großen Datenspeicher, ein bis zwei USB-Anschlüsse, LAN/WLAN für den Netzwerk-/Internet-Anschluss, eine Kamera/Webkamera, ein Lautsprecher/Mikrofon, teilweise auch über einen Kartenleser und weitere Ausstattungsdetails. Den Rechenkern bilden vergleichsweise rechenschwache, dafür sparsame Mobil-Prozessoren. Während bei Tablets mit Intel-Prozessor das neue Betriebssystem Windows 8 für eine Kompatibilität mit Anwendungen auf anderen Windows-Rechnern sorgt, laufen Tablets mit ARM-Prozessoren unter dem mobilen Betriebssystem Google Android oder Apple iOS und ermöglichen damit die Nutzung des jeweiligen, sehr umfangreichen App-Angebots. Insgesamt hängt die technische Ausstattung hinter anderen Mobilrechnern wie Notebooks hinterher, sorgt aber für einen geringen Stromverbrauch (zwischen 2 und 10 Watt). Das LC-Display ist Bildschirm und Schreibtafel zugleich, teilweise ist per kabellosem Stift auch eine Programmbedienung, respektive eine handschriftliche Eingabe per Handschrifterkennung möglich. Eine Tastatur ist in der Grundausstattung nicht enthalten – lediglich in „virtueller“ Form. Sie wird bei Bedarf auf dem berührungssensitiven LC-Display eingeblendet, ist aber gewöhnungsbedürftig und für längere Texte ungeeignet. Deshalb sind auch ansteckbare Tastaturen erhältlich, die das Tablet in ein Netbook verwandeln. Eine Sonderform stellen Netbooks mit einem um 180 oder 360 Grad drehbarem, berührungssensitivem Display dar: Diese so genannten „Convertibles“ oder „Netvertibles“ sind ohne weitere Zusatzinvestition sowohl als gewöhnliches Netbook mit Tastaturbedienung als auch als Tablet-PC einsetzbar. Vielschreiber sollten entweder zum Tablet gleich eine Tastatur mitkaufen oder Netbooks, respektive Convertibles bevorzugen. Zum Tablet-Lieferumfang sollten ein wechselbarer Lithium-Ionen-Akku und ein Netzteil gehören. Nicht immer enthalten, aber optional aufrüstbar, respektive anschließbar sind eine Bluetooth-Schnittstelle für die kabellose Datenübertragung über kurze Distanzen, ein DVD-Laufwerk sowie Mobilfunk für den mobilen Internet-Zugang im Außenbereich. Diverse Sensoren sorgen für mehr Bedienungskomfort und erweitern die Funktions- und Einsatzpalette: Lagesensoren ermöglichen einen schnellen Wechsel zwischen der Hoch- und Querformatanzeige, Licht-, Bewegungs-, Näherungs- und andere Sensoren sowie GPS-Empfänger bieten App-Entwicklern Raum für interessante Anwendungen. Wer für Programminstallationen ein CD-/ DVD-Laufwerk vermisst, kann sich per USBSchnittstelle ein externes CD-Mobillaufwerk (ca. 40 Euro) oder einen DVD-Brenner (ab 60 Euro) anschließen, den man auch zur Datensicherung nutzen kann. Als vollwertiger PC-Arbeitsplatz taugt ein Tablet allerdings nicht, höchstens temporär. Das Display ist vergleichsweise klein und nur mit spezieller Zusatzhardware in Augenhöhe und im richtigen Winkel positionierbar. Auch wenn es auf Rechenleistung oder eine leistungsfähige Grafikkarte ankommt – etwa bei anspruchsvollen Rechen-, CAD- oder Rendering-Anwendungen – sind Tablet-PCs überfordert.

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Dank einfacher, intuitiver Bedienung per Fingergesten und kompakter Abmessungen …

Darauf sollte man achten …

Wer ein bestimmtes Programm oder eine bestimmte App nutzen will, sollte darauf achten, unter welchem der mobilen Betriebssysteme Apple iOS, Google Android oder Microsoft Windows 8 das Tablet läuft. Je größer der Betriebssystem-Verbreitungsgrad, desto größer ist das verfügbare Angebot allgemeiner und bauspezifischer Software. Auch für den Arbeits- und Datenspeicher gilt: je größer, desto besser. Da man USB-Speichersticks oder Festplatten bequem anschließen kann, ist knapper Speicherplatz unterwegs heute allerdings kein Thema mehr. Ein entscheidendes Qualitätskriterium ist das Display – genauer dessen Auflösung, Größe und Helligkeit. Die aktuelle Standardauflösung bei konventionellen Tablet-PCs liegt bei 1024 x 768 bzw. 1280 x 800 Bildpunkten (XGA, WXGA), wobei es auch höhere Auflösungen gibt. Die Displaygröße ist immer ein Kompromiss zwischen Anzeigekomfort, Mobilität und Preis. Derzeit liegt sie zwischen 10,1 und 12,1 Zoll. Das Maß für die Bildhelligkeit ist die Leuchtdichte, gemessen in Candela pro Quadratmeter. Sie beträgt etwa 130 bis 240 Cd/qm – je höher, umso besser lassen sich Bildschirminhalte auch bei vollem Tageslicht ablesen. Hochglanz-Bildschirmoberflächen bieten zwar eine brillante Farbdarstellung, insbesondere im Außenbereich erzeugen sie aber störende Spiegelungseffekte, weshalb man matte Displays bevorzugen sollte. Allerdings kann starke Sonneneinstrahlung auf der Baustelle auch auf einem sehr hellen, matten Display dazu führen, dass man kaum etwas erkennt und deshalb in den Rohbau oder die Baubude flüchten muss. Zur Standardausstattung von Tablets gehören ein LAN-Anschluss für die Anbindung an das Computernetz sowie möglichst mehrere USB-Schnittstellen für den Anschluss von Drucker, USB-Stick etc. Nützlich für die schnelle Übertragung von Digitalkamera-Fotos auf den Rechner ist ein eingebauter Speicherkartenleser, der auch den Speicherkarten-Typ der eigenen Kamera (meist SD) erkennen sollte. Mobilität beim Zugriff auf Netzwerke bietet das drahtlose lokale Netzwerk (WLAN), das praktisch immer integriert ist. Zur nachrüstbaren Zusatzausstattung gehören ein Mobilfunk-Stick (UMTS-Standard) für den mobilen Internetzugang sowie ein Bluetooth-Stick für die kabellose Kommunikation mit externer Hardware. Ein wichtiges Auswahlkriterium ist die Akkulaufzeit. Einige Tablets machen bei einem realistischen Nutzungsprofil schon nach 2-3 Stunden schlapp. Herstellerangaben sind schlicht irreführend, denn die angegebenen 5-10 Stunden Akkubetrieb und mehr sind nur bei praxisfernen, extrem sparsamen Speicherzugriffen, geringer CPU-Auslastung, minimaler Displayhelligkeit, abgeschalteter Bluetooth-/WLAN-Funktion etc. zu erreichen. Behelfen kann man sich mit einem zweiten Akku- Satz (40-100 Euro). Wichtig ist auch, wie schnell sich leere Akkus wieder aufladen lassen. Eine Ladestandanzeige hilft, die noch verfügbare Akkulaufzeit besser einzuschätzen. Tablet-PCs bestehen meist aus Kunststoff. Lediglich einige so genannte Rugged-Modelle von Getac, Panasonic, Motioncomputing und anderen Anbietern verfügen über höhere Geräteschutzklassen. Dank Leichtmetallgehäuse, Gummidichtungen, Armierungen und weiteren Schutzausstattungen werden Stöße oder Stürze von der Tischkante, Kälte oder Hitze, Staub oder Spritzwasser klaglos hingenommen. Der Zusatzschutz macht die Geräte allerdings größer, schwerer und teuerer. Einen gewissen Schutz bieten auch Hartschalen oder Koffer (von Hama, Kensington, Pelican etc.). Für den täglich wechselnden Einsatz Büro/ Baustelle empfiehlt sich eine Dockingstation, die es auch mit in der Neigung verstellbarem Displayhalter und integrierter Tastatur gibt. Sie ermöglicht den schnellen Anschluss an externe Geräte oder das Büronetzwerk. Zur Diebstahlsicherung sollte ein so genannter „Lock-Slot“ vorhanden sein, an dem man ein Stahlkabel samt Schloss befestigen kann. Wer sich beim Kauf für ein Paket Tablet-PC plus Mobilfunk entscheidet, sollte die Nutzungsgebühren des dazugehörigen Mobilfunk-Vertrags mit anderen Angeboten intensiv vergleichen.

© Bitkom

… erobern Tablet-Computer immer mehr Marktanteile.

Weitere Infos*

www.idealo.at Suchwort :“Tablet“
www.mathoi.eu Suchwort :“iPad Baustelle“
www.notebookcheck.com Testberichte, Kaufberatung
www.notebookinfo.de Markt, Foren, Nachrichten
www.wikipedia.at Suchwort: Tablet-PC etc.

Anbieter*

www.acer.at, www.apple.com/at, www.archos.com, www.asus.at, www.dell.at, www.fujitsu.com/at, www.getac.at, www.hp.com/at, www.lenovo.com/at, www.medion.at, www.motioncomputing.at, www.msi-computer.at, www.packardbell.at, www.toughbook.eu, www.samsung.at, www.sony.at, www.toshiba.at

* Auswahl, ohne Anspruch auf Vollständigkeit

© Fujitsu

Mit der entsprechenden Zusatzausstattung kann man Tablets zur Not als temporären Büroarbeitsplatz nutzen.

© Dell

„Convertibles“ sind eine interessante Alternative: im Nu verwandeln sie sich in ein Netbook oder in einen Tablet-PC mit Multi-Touch-Funktion.

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Kategorie: EDV

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