Eine Betonkuppel zum Aufblasen

1. September 2014 Mehr

Betonkuppel von innen.

Die Technische Universität Wien hat im Experiment auf den Aspanggründen in Wien in nur zwei Stunden eine ganze Betonkuppel mit einer Innenhöhe von 2,90 Meter mittels Luftpolstern ‚aufgeblasen‘.
Die Videopräsentation des Experimentes dauerte dann überhaupt nur mehr zwei Minuten. Benjamin Kromoser, Universitätsassistent am Institut für Tragkonstruktionen-Betonbau der TU Wien beschrieb den Vorgang folgendermaßen: “Es wurde von hartem Beton ausgegangen, weil dieser kontrollierbarer ist. Die Wände der Betonschale sind nur 5 cm dünn! Deswegen ist das Material Beton so ‚biegbar‘. Das ist der wesentliche Vorteil, wenn man eine frei formbare Fläche bauen will. Für rechteckige Formen ist das Verfahren unbrauchbar.“
Unter frei formbare Flächen kann man – zumindest in der Videopräsentation – Stadien, Brücken, Konzertüberdachungen oder Messepavillons verstehen. „Kuppeln mit bis zu 50 Meter Durchmesser wären auf diese Weise problemlos machbar“, erklärt Johann Kollegger, Professor des Instituts für Tragkonstruktionen-Betonbau der TU Wien. Und in der Architektur spielen freie Formen heute ja eine wichtige Rolle.

 

Welche Vorteile hat nun die neue Schalenbautechnik der TU Wien?

Der Auffälligste ist, dass keine Gerüste mehr gebraucht werden. Der Materialaufwand ist wesentlich geringer und es gibt daher kurze Arbeitszeiten. Das Zauberwort auf unseren Baustellen ist erfüllt: Die neue Bautechnik ist leistbar.
Sponsoren und Projektpartner sind alle bekannten, in Österreich vertretenen Namen der Bauindustrie, sogar die Alpine, die größte Pleite der österreichischen Wirtschaftsgeschichte ist noch mit Logo sichtbar. Die Patentgelder hat allerdings die TU Wien selbst übernommen.

 

Die Methode

Die ‚Pneumatic Wedge Methode‘ geht von einer flachen ausgehärteten Betonplatte aus. Die Platte ist in mehrere Segmente unterteilt. Das ist abhängig von der Form, die gewünscht wird. Wenn die Betonplatte ausgehärtet ist, wird ein darunterliegender Pneu (Luftpolster) aus zwei miteinander verschweißten Kunststofffolien aufgepumpt. Gleichzeitig wird ein außen um die Betonplatte verlaufendes Stahlseil zusammengezogen, sodass der Beton innen gehoben und außen zusammengedrückt wird. Das Bauwerk hält allen Belastungen stand.
Das Team der TU Wien unter Johann Kollegger und Benjamin Kromoser hofft, dass sich die neue Betonbaumethode bald durchsetzt.

Betonkuppelgerüst ohnen Luft. Betonkuppelgerüst aufgeblasen.

Text: Eva Brunnsteiner

 

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Kategorie: Kolumnen, Nachrichten

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