Wie wir wohnen und welchen Beitrag LICHT dazu beisteuert

18. Mai 2018 Mehr

Die Beleuchtung eines Einfamilienhauses zählt wohl zu den spannendsten Aufgaben eines Lichtplaners. Hier steht am Anfang – analog zur Aufgabe des Architekten – die Erhebung der Aufgabenstellung. Dies bedeutet im Privatbereich, bestmöglich auf die Lebensweise der Bewohner und die daraus resultierenden Lichtstimmungen einzugehen und diese im Anschluss in Montagepositionen, Lichtrichtungen und Ausstrahlcharakteristika zu übersetzen.

 

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©ProjektTo

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Ergänzend zur aktuellen Lebenssituation gehören allerdings auch zukünftige Lebenssituationen mitüberlegt. So sind Räume, die vielleicht noch als Sportzimmer geplant sind, in ein paar Jahren in der Funktion eines Kinderzimmers – und später eines Jugendzimmers – zu sehen. Diese möglichen Nutzungen sollten im Zuge einer Neuinstallation bereits Berücksichtigung finden. Schließlich ist eine nachhaltige Lösung nur eine, die auch längerfristig praktikabel ist.

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@ProjektT

Die Light & Building, die Leitmesse für Licht und Beleuchtung, hat erst kürzlich wieder ihre Pforten geschlossen – und eine Menge an Eindrücken hinterlassen. Durch die Miniaturisierung der Lichtquellen mittels LED sind neue Möglichkeiten entstanden, um Licht und nicht den klassischen Beleuchtungskörper in den Fokus zu richten. Allerdings sind neue Punkte wie die Positionierung der Treiber/Netzteile zu beachten, sofern diese von der Lichtquelle getrennt sind. Diese sollen zwar für Wartungszwecke zugänglich aber am besten nicht sichtbar untergebracht werden. Dies ist im Zuge der Installationsplanung bereits zu definieren.
Außerdem hält die Steuerung Einzug im Wohnbereich. Dadurch sind nun, neben der Dimmung, auch die Veränderung des Spektrums bzw. der Farbtemperatur auf einfache Weise realisierbar. Human Centric Lighting wurde zum Schlagwort, im Privatbereich findet die Steuerung üblicherweise mittels Smart-Medium (Handy/Tablet) statt. Mit einer solchen Lichtanlage ist es möglich, die Dynamik des Tages- bzw. Jahreszeitenverlaufes durch künstliches Licht nachzubilden. In Summe soll die Beleuchtung des Wohnbereichs als Einheit wirken – mit all ihren unterschiedlichen Aufgabenstellungen wie kochen, essen, wohnen, lesen, schlafen, Wellness usw. inklusive aller Verbindungswege.

Diese Vielzahl an Funktionen und daraus resultierenden Stimmungen lassen sich wohl am Besten anhand von Beispielen zeigen. Bei der Küchenbeleuchtung geht es in erster Linie um gutes Arbeitslicht. Hierbei sind die Anforderungen Schattenfreiheit, geringstmögliche Blendung und gute Farbwiedergabe. Wenn dann der Essbereich offen mit der Küche verbunden ist, was dem Zeitgeist der loftartigen Gestaltung entspricht, kann dies auch als Stimmungslicht mitgenutzt werden. (siehe Projekt To)
Ebenso können Möbel, insbesondere Kästen, genutzt werden, um Lichtquellen für eine indirekte Raumaufhellung unterzubringen. Diese betont die Raumgeometrie und schafft Größe. Will man allerdings zu anderen Zeiten eine intimere Stimmung schaffen ist eine zielgerichtete Beleuchtung als eine weitere Variante zu empfehlen. (siehe Projekt To)
Das Stiegenlicht beim Projekt T erfüllt beispielsweise gleich mehrere Aufgaben. So dient es natürlich dazu, den Nutzer sicher über die Treppe zu leiten. Zusätzlich bietet diese Beleuchtung in den Nachtstunden durch ihre reduzierte und blendfreie Positionierung Sicherheit in Form eines Nachtlichts zum Beispiel für Kinder. Die reduzierte Beleuchtung lässt die übrigen Familienmitglieder ungestört weiterschlafen und gibt den Jüngsten ein sicheres Gefühl.
Beim Projekt H zeigen die Fenster eines Zimmers auf die Dachterrasse. Auf diese Weise kann eine der möglichen Raumbeleuchtungen auch als stimmungsvolle Beleuchtung der Freifläche genutzt werden. Hierbei ist natürlich eine wohlüberlegte Positionierung der Schalter mitzuberücksichtigen.

 

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©ProjektS

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Nicht nur die Lichtrichtungen und möglichen Positionen für Lichtquellen, sondern auch Wandoberflächen und Farben sind im Zuge der Beleuchtungsplanung zu berücksichtigen. So ist die Wandoberfläche beim Projekt S in der Technik Stucco Lustro ausgeführt. Diese benötigt, um mit ihren Reflexionen bestmöglich zur Geltung zu kommen, eine Beleuchtung, welche die aufwendige Wandgestaltung im richtigen Licht erscheinen lässt.
Das perfekte Zusammenspiel von Nutzer, Architektur und Licht führt zu spannenden Räumen, die zum Verweilen einladen und ein heimeliges Gefühl vermitteln.

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Text & Fotos: ©Ferencsin Lichtdesign – DI Gunther Ferencsin

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Kategorie: Licht, Newsletter