7 St. Thomas

13. März 2018 Mehr

Eine Verschmelzung von Alt und Neu, Einst und Jetzt gelang den Hariri Pontarini Architects in Toronto mit 7 St. Thomas. Retail und Kommerzdesign werden durch ein Spiel von Form und Licht harmonisiert, viktorianischer Stil und zeitgemäße Materialien vermischen sich zu einer einzigartigen Kombination. Sechs alte Stadthäuser befinden sich integriert in einem dreigeschossigen Sockel, darüber schwebt ein sinusförmiger Glasturm. Verkaufsflächen im Erdgeschoss, Wohn- und Büroflächen darüber, verbinden Design, ökologische Verantwortung und mutige Stadtpolitik.

 

7 St Thomas

 

Das Design entstand aus dem Wunsch einer grenzenlosen Integration der existierenden Nachbarschaft und dem Tribut an das urbane Environment. Der Baukörper des Turmes weicht leicht hinter die Altsubstanz zurück, so werden der Lichteinfall und die alte viktorianische Fassade gewahrt. Ein Platz an der Ecke St. Thomas und Sultan Street bietet öffentlichen Mehrwert in dieser dicht verbauten Gegend. Die in der Turmfassade verwendeten Materialien, Stein und Glas, kontrastieren und vergrößern gleichzeitig die Proportionen und betonen die existierenden alten Fassaden. Der Turm ist von einem ondulierenden Vorhang aus gesintertem Glas umgeben.

Die erhaltenswerten Fassaden der sechs Stadthäuser, erbaut im Jahr 1880 wurden peinlich genau von den ERA Architects restauriert: Mauerwerk, Friese, Fenster, Türmchen und Dächer. Die Eingangszonen sind leicht modifiziert, um einen allgemeinen Zugang zu den Verkaufslokalen zu bieten. Im Inneren wurde auch so viel wie möglich von der ursprünglichen Substanz erhalten. Im Turm findet man eine mit Marmor verkleidete Lobby, entworfen vom Studio Munge, starke grafische Elemente und Chrom betonen die Horizontalität der Architektur, während vertikale Lackpaneele die Bewegung und den modernen Schwung zusammenfassen.

Das Gebäude leistet seinen Beitrag zur Urbanität durch verschiedene Kriterien: Eine hoch technologisierte Vorhangfassade mit keramischen Fritten reduziert die thermische Emission, große Regenwasserzisternen sammeln Wasser, welches in das Grauwassersystem rückgespeist wird, Gründächer im dritten und neunten Stock wirken der Entstehung von Hitzeinseln im Stadtgefüge entgegen. Es ist ein Modell einer funktionalen Immobilienentwicklung und auch der urbanen Nachhaltigkeit.

 

 

Fotos:©Hariri Pointarini Architects, doublespace photography

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Kategorie: Magazin, News