Büro mit Gratis-Suite

1. März 2018 Mehr

Der Büromarkt in Wien schwächelt sehr. Die Anzahl der Mietsuchenden ist eher mäßig. Neue Büroflächen sucht man nur dann, wenn Einsparungsmaßnahmen anstehen. Daher müssen Büros emotionalisiert werden. Ein Büro soll mehr sein als die Angabe von Quadratmetern. Das kann man nun im wahrsten Sinn des Wortes im Telegraf 7 erleben.

 

telegraf 7

 

Die ehemalige „Centrale I des Staatstelephons“, erbaut von Architekt Eugen Fassbender im Jahr 1897, hat einen inneren Relaunch erfahren. Die Außenfassade blieb bei der Revitalisierung ziemlich erhalten. Die Architektur ist ein typischer Gründerzeitbau, wären da nicht die imposanten Säle, die an die 30 Meter lang und zwölf Meter breit sind. Der Höchste von allen misst acht Meter. Im Inneren führen eindrucksvolle Treppenspindeln fünf Geschosse hinauf. Das war die Atmosphäre des Telefons, bis die BEHF Architects im Auftrag eines Immobilienunternehmens die Neugestaltung und den Umbau zu Büroräumen übernahmen.

Der Auftrag lautete, die historischen Hallen zu verbinden und Büroräume mit moderner Infrastruktur in diesem existierenden, historischen Ambiente zu schaffen. Nun boten die ehemaligen Telegrafensäle schon vor der Restaurierung eine wunderbare Grundbedingung für eindrucksvolle Räume: Pilaster, Deckenfreskos, Wandmalereien und große Raumhöhen. Entstanden sind zwölf Büroeinheiten auf ca. 6.500 m2 und eine 164 m2 große Eventzone.

Das architektonische Highlight in einem der Säle ist eine Raum-im-Raum-Konstruktion, bei der zwei transparente Boxen, völlig losgelöst von der Altsub­stanz, im Raum zu schweben scheinen. Diese Idee, die historische Substanz mit modernen Komponenten zu kombinieren, wird schon im Eingangsbereich des Hauses mit der Vermengung von historischen mit minimalistischen Elementen sichtbar. Die Originalstufen aus Beton wurden restauriert und sind sichtbar, dazu fügen sich ein lichter Terrazzoboden und das alte Eisengeländer samt hölzernem Handlauf.
Als Gegensatz dazu – der Liftblock mit einer goldfarbenen Messingverkleidung. Es sind genau diese Kontraste, welche möglicherweise die Emotion und die Sinne eines Menschen ansprechen. Vorausgesetzt, man kann es sich leisten. Allerdings gibt es im Telegraf 7 für jeden Mieter die Möglichkeit, zusätzlich zur begrünten Dachterrasse kostenlos (bis auf die Reinigungskosten) eine Suite für Gäste zur Verfügung gestellt zu bekommen.

 

 

Fotos:©Hertha Hurnaus

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Kategorie: Magazin