Der Stadtelefant – Wiener Sonnwendviertel

30. August 2019 Mehr

Der Stadtelefant

Ein 08/15-Bürobau kam für die Wiener Architekten Franz&Sue (auch für den Eigenbedarf) nicht infrage. Sie entwarfen ihre eigenen Arbeitsbereiche als flexibles Raumkonzept, das den Zusammenhalt innerhalb des gesamten Gebäudes stärkt und auf zukünftige Veränderungen problemlos reagieren kann. Den Beinamen Stadtelefant verdient sich der Bau über seine mächtige Kubatur und die graue Farbgebung – im Inneren erscheint er aber alles andere als träge, sondern viel mehr lebendig und voller Energie.

 

Stadtelefant

 

Mit dem Projekt im Wiener Sonnwendviertel, einem Wohnquartier in unmittelbarer Nähe des Hauptbahnhofs, beweisen die Planer, dass grüne Architektur weit mehr als nur ein intelligentes Energiekonzept bedeuten kann. Hinter der Lochfassade aus Beton verbergen sich, inspiriert von Wiener Gründerzeitbauten, wandlungsfähige Grundrisse, die sich in Clustern organisieren. Über sechs Stockwerke und ein Dachgeschoss verteilt, ziehen hier offene Arbeitswelten für die Architekten selbst und ihre Partnerfirmen, Wohnungen und Gemeinschaftsflächen in den Multifunktionsbau ein.

Freie Grundrisse, die bei zukünftigen Umnutzungen jederzeit flexibel angepasst werden können, verdeutlichen den Nachhaltigkeitsaspekt des Stadtelefanten. Franz&Sue verzichten zur Gänze auf tragende Zwischenwände und Erschließungsbereiche. Die einzelnen Niveaus werden nur vom Treppenhaus und den Nasszellen zoniert. Im Parterre befindet sich ein Lokal, das von den Angestellten als Kantine genutzt wird und außerdem die Bewohner der Umgebung in den Bau einlädt und diesen somit belebt und mit der urbanen Struktur verwebt.

Neben dem Miteinander und der räumlichen Flexibilität widmen sich die Architekten dem Thema Nachhaltigkeit auch über bautechnische Feinheiten. Sie verzichten auf Hightech und setzen stattdessen auf intelligente Materialien. Dank dieser kann die Haustechnik auf ein Minimum reduziert werden. Die Fertigteilfassade besteht aus zwischengedämmten Betonelementen. Diese wirken gleichzeitig als Speichermasse für thermische Energie und sorgen gemeinsam mit geringer zusätzlicher Kühlung und Lüftung über die STB-Decken für ein angenehmes Raumklima. Viele Oberflächen, wie zum Beispiel die sandgestrahlte Fassade, bleiben unverkleidet, sparen Zeit und Kosten und machen den Stadtelefanten zu einem grünen oder viel mehr bunten und zukunftsweisenden Anlaufpunkt in Wien.

 

Fotos:©Franz&Sue, Andreas Buchberger, Abdul Fattah

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Kategorie: Magazin

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