Eine Ausstellungshalle, die verbindet – Museum Heldenberg

28. Juni 2019 Mehr

Museum Heldenberg

Eine Erweiterung, die nicht mit den anderen Ausstellungsbereichen konkurriert und dabei trotzdem bleibende Akzente setzt, ist der neue Zubau des Museums Heldenberg in Niederösterreich. Der Grundgedanke der Architekten Peter Ebner and Friends war, einen Platz für Exhibitionen, die nicht in Zusammenhang mit der Kriegsgeschichte Österreichs stehen, zu schaffen.

 

Museum Heldenberg

 

 

Erlebniswelt Museum Heldenberg

Als Quintessenz des Projekts gilt die freie Verfügbarkeit und flexible Gestaltung des Raumes. Die Erlebniswelt Heldenberg bot zur Umsetzung der Prämisse mit ihren vielseitigen Topografien die flächenmäßig besten Voraussetzungen. Das nunmehr fertiggestellte Museum bietet Künstlern die Möglichkeit, ihre Bilder in einem unterirdischen, großzügig angelegten Raum zu präsentieren. Die dabei verfügbaren Flächen sind auf das Wesentliche reduziert – die Hallen im Inneren des Museums wirken wie ein unbeschriebenes, aber wohlgeformtes Blatt Papier. Und das nicht nur wegen der strahlend weißen Wandfarbe. Große Areale mit verspielten Winkeln sorgen für ein spannendes Raumerlebnis, ohne dass sie von der Kunst ablenken. Bemerkenswert ist dabei die Führung der Decke, die sich in unregelmäßigen Intervallen hebt und senkt. Die Integration von natürlichem und künstlichem Licht akzentuiert die Ausstellungsflächen und rückt sie damit in den Vordergrund.

 

Museum Heldenberg

 

Während der Großteil der Ausstellungsflächen unterirdisch liegt, ist der kubische Eingang im Außenbereich angesiedelt. Er dient der visuellen Orientierung und gibt Passanten einen Vorgeschmack darauf, was sie im Inneren des Konstrukts erwartet. Der erste Abschnitt des Eingangsbereichs ist durch Glaswände visuell freigelegt. Dabei können Besucher diesen durch eine Rampe auch barrierefrei erreichen. Der hintere Teil wird von Betonmauern umfasst, die schließlich im Erdreich münden.
Aus dem Ausstellungsbereich führen zwei Ausgänge – einer leitet Besucher zum alten Verwaltungsgebäude samt den Büsten alter Kriegshelden, während der andere zu den neu gestalteten Teilen des Heldenbergs samt seinen prähistorischen Ausstellungen führt. Der Zubau steht somit nicht nur für sich selbst, sondern wirkt gleichermaßen als Verbindung zwischen zwei Ausstellungen – Besuchern wird dadurch eine Reise durch die Geschichte Österreichs ermöglicht.

Mit dem Projekt war es den Architekten einerseits möglich, einen innovativen unterirdischen Raum für experimentelle Ausstellungen und gleichzeitig eine räumliche Erweiterung und notwendige Verbindung zwischen den verschiedenen Ausstellungsbereichen am Heldenberg zu schaffen. Diese Tatsache macht das Projekt zu einer wahren Bereicherung.

 

Museum Heldenberg

 

Fotos:©Margarita Spillutini

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Kategorie: Magazin

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