Eine Fabrik als Wohnraum – Fala Atelier

9. August 2019 Mehr

Fala Atelier

Geometrische Formen, gerade Linien und eine simple Fassade – nach diesem Rezept wandelten die Architekten von Fala Atelier eine ehemalige Fabrik in Portugal in einen sozialen Wohnbau um. Und das bei einem sehr niedrigen Budget.

 

Architekten Fala Atelier

 

Doch keinesfalls wirkt das Projekt Housing Abragao in Penafiel kühl und fantasielos oder gar billig. Das Gebäude wurde gekonnt in seine Umgebung eingebettet und punktet mit seinen großen Fenstern. Das Tageslicht erhellt so die großzügig angelegten Räume, wodurch tagsüber Energie gespart werden kann. Gleichzeitig genießt jede Wohnung eine schöne Aussicht auf die umliegenden grünen Felder – in den Erdgeschossen fungieren die Fassadenfenster als Terrassentüre, die den Bewohnern den direkten Zugang ins Freie ermöglichen.

Die Architekten schafften es, den Wohnbau so zu gestalten, dass auf den ersten Blick gar nicht zu erkennen ist, dass es sich um eine ehemalige Fabrik handelt. Sie transformierten den stillgelegten Industriebau samt seinen kompakten, aber dennoch wandelbaren Wohnungen und dem hellen Treppenhaus so, dass er die Bedürfnisse seiner Bewohner erfüllt. Zu verdanken ist diese Tatsache aber auch der vergleichsweise geringen Größe des Bauwerks. Bewusst wählten sie die ehemalige Fabrik wegen ihrer Kompaktheit aus.

 

Fala Atelier Sozialbau

 

Geometrische Formen und Kontraste bilden die gestalterische Stütze des Projekts. Die nüchterne Sprache der Architektur unterstreicht auch die Farbwahl. Tiefblaue Türen bilden einen gelungenen Kontrast zu den weißen Wänden, während die tiefroten Vorhänge dafür sorgen, dass sich die Fenster auch bei indirektem Licht von der Fassade abheben. Auch das Treppenhaus wurde bewusst minimalistisch gehalten. Eine Mischung aus weißen Böden, einem gitterartigen Geländer und rohem Beton erinnert an die Vergangenheit des Bauwerks und bietet trotzdem Wohnkomfort. Die Beleuchtung im Stiegenhaus wurde gezielt eingesetzt, um Höhenunterschiede und Kontraste zu betonen.

Das Projekt beweist, dass es nicht immer der Errichtung eines neuen Gebäudes bedarf, um Wohnraum in guter Qualität schaffen zu können. Durch die Umnutzung leer stehender Bauwerke lassen sich mit geringen finanziellen Mitteln leistbare Wohnverhältnisse schaffen.

 

Fala Atelier

 

Fotos:©Ricardo Loureiro

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Kategorie: Magazin

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