Für die Ewigkeit gebaut – Kuppelbau

26. Februar 2018 Mehr

Die Architekten Fernando Vegas und Camilla Mileto entwarfen einen lang gezogenen Kuppelbau auf einem Friedhof als Gedenkstätte für eine Familie in Villarreal, Spanien. Sie ist gleichzeitig ein Tribut an die in der Region weitverbreitete Kunst der keramischen Tradition und an die charakteristische Gewölbebautechnik von Ostspanien. Diese Technik wurde vom aus Valencia stammenden Architekten Rafael Guastavino ins Leben gerufen und verbreitete sich schnell unter den modernistischen Architekten der Zeit, speziell Antoni Gaudí benutzte sie.

 

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Spezielle 3D-Programme waren nötig, um die Halle zu entwerfen. Um das Optimum an Ästhetik und Struktur zu erzielen, besteht die endgültige Lösung aus 23 hintereinanderliegenden Variationen derselben Kurve, wobei alle Kurven einer Gewölbelinie folgen. Eine besondere Herausforderung war der mathematische Ausdruck, um dann grafisch zu einer erfolgreichen Optimierung der Struktur zu gelangen.
Nahezu 20.000 handgeschlagene Keramikziegel wurden für die Tests und die folgende Konstruktion benötigt. So konnten die Tonzusammensetzung, Farbe, Glasur, Brenntemperatur und Dauerhaftigkeit bestimmt werden. Um den Winddruck und -sog Rechnung zu tragen, kalkulierte man und verbaute drei Lagen Keramik übereinander. Das Gewölbe besteht aus vier, miteinander verbundenen hyperbolischen Paraboloiden, ist extrem leicht und widerstandsfähig durch seine Kurven. Schalungen wurden nicht verwendet, einzig einige Eisenprofile, um die Genauigkeit der Kurven konstant zu halten. Die Konstruktion ist derart überlegt, dass keine halben oder geschnittenen Ziegel notwendig waren. Nur Ziegel, Mörtel und Weißzement fanden Verwendung, man brauchte keinen Stahlbeton. Das Parthenon soll auch möglichen Erdbeben standhalten können und auch Frost wird ihm nicht schaden. Das Gesamtgewicht beträgt 12,5 Tonnen.

Der Bodenbelag besteht aus ungefähr 50 verschiedenen Formen von Cenia-Stein-Fliesen (Naturstein aus Tarragona) und wurde in der Gestalt eines isotropischen Puzzles gelegt, er wiederholt sich in allen vier Kuppelmodulen. Sitzbänke sind aus soliden Blöcken aus Cenia-Stein gemacht und in 24 Nischen und zwölf Kolumbarien ist genug Platz für eine kleine Ewigkeit.

 

 

Grafiken: ©Vicente A. Jiménez und Salvador Tomás Márquez

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Kategorie: Magazin

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