Gekräuselte Aluminiumfassade – Xiqu Centre

4. April 2019 Mehr

Mitten in der von Lichtern und bunten Werbetafeln schillernden Stadt Hongkong ist ein neues Highlight aufgetaucht: Das Xiqu Centre vom kanadischen Büro Revery Architecture Inc. (in Partnerschaft mit Ronald Lu & Partners Ltd.) entworfen. Im neuen West Kowloon Cultural District (WKCD) gelegen, ist es als eine Art kulturelles Heiligtum für Kunst, Theater und Xiqu, der traditionellen chinesischen Oper gedacht. Architektonisch verbindet es ein kulturelles Erbe mit moderner, zeitgemäßer Technologie.

 

Xiqu Centre

 

Mit seiner brillanten Fassade stellt es eine Neuinterpretation des üblichen chinesischen Mondtor-Motives dar und markiert als Landmark den Eingang zum WKCD. In seinem Inneren befindet sich ein atemberaubendes, 1.000 Sitze fassendes Theater. Es liegt in der obersten Ebene des Gebäudes und ist von zwei Dachgärten flankiert. Hier bieten sich imposante Ausblicke auf den Victoriahafen und die Stadt. Die Entscheidung, das Theater rund 27 Meter über dem Erdboden anzusiedeln, stammt aus der Überlegung, so die Besucher vom Lärm, der Vibration und dem ganzen Geräuschpegel der Stadt etwas zu entrücken. Die Anhebung des Theaters schafft ebenso Raum für das Atrium mit seinen vielen Ebenen und einen natürlich durchlüfteten Bereich mit zusätzlichen Proberäumen. Auch ein Teehaus mit 200 Sitzplätzen für eher privatere Performances und Lehr- und Verwaltungsräume sind so entstanden. Sie alle überblicken den inneren Hof. Das „Qi“, der Fluss, wird hier durch die komplexen, gekurvten Formen um das kreisförmige Atrium ausgedrückt.

 

Die beeindruckend leuchtende Fassade des Xiqu soll an Theatervorhänge und die wehenden Kleider der Schauspieler erinnern. Sie bestehen aus einem modularen System, mittels CNC gefräster Aluminiumrohre. In unterschiedlichen Mustern sind sie an der Fassade angeordnet und diese gekurvten Lamellen, zusammengesetzt aus den Rohrteilen, erscheinen im Licht wie ein perlenbestickter Bühnenvorhang. So wie es vielleicht in der Vergangenheit gewesen sein mag. An allen vier Ecken sind diese Vorhänge leicht zurückgezogen und lassen das Licht hinausströmen, gleichzeitig locken sie Besucher in das Innere des Gebäudes. Dort, in dem hypnotisierenden, kreisförmigen, natürlich belüfteten Atrium kann das Publikum Xiqu-Demonstrationen oder Musik genießen – so wird diese traditionelle chinesische Kunstform für neue Zielgruppen und für zukünftige Generationen erlebbar.

 

Fotos:©Ema Peter

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Kategorie: Magazin

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