Haystack refurbished – Heulager in Spanien

21. März 2018 Mehr

In den letzten zwei Jahren hat OOIIO Architecture die Restaurierung eines alten Heulagers in einer Straße in Toledo, Spanien vollendet. Das Sammelsurium von Gebäudeteilen mit einer Gesamtfläche von 235 m2 war als landwirtschaftliches Lager, Stall, Abstellraum, Hundezwinger etc. in den letzten hundert Jahren verwendet worden. Um die Erhaltung der Substanz hatte sich niemand gekümmert.

 

Haystack Spanien

 

Die Besitzer entschieden sich, die mehr als baufälligen Gebäude nicht abzubrechen. Zu Beginn der Arbeiten wusste niemand, wie das Resultat aussehen würde. Es war ein Arbeiten von Tag zu Tag, ein Pro­blemlösen, ein ständig sich ändernder Designprozess, ein Teamwork zwischen Arbeitern, Auftraggeber und Architekt Joaquín Millán Villamuelas. Das erste Ziel war, das völlige Zusammenbrechen der alten Strukturen zu verhindern. Dazu wurden zuerst die Dächer wieder instand gesetzt, lose Ziegel befestigt und kaputte ersetzt. Schon bei diesem Vorgang trachtete man, sich an den Techniken und Traditionen der damaligen Zeit zu orientieren. Das Neue entstand aus der Summe des Alten, eine Architektur reich an Nuancen und Besonderheiten.

Nachdem ein gesichertes Arbeitsumfeld geschaffen war, ging man mehr und mehr ins Detail. Als Baumaterial wählte man Ziegel für sämtliche neu zu schaffende Teile. Da es ursprünglich keine Stiege in den ersten Stock zum Heulager gegeben hatte, musste eine vertikale Verbindung geschaffen werden. Das geschah, indem ein zylinderförmiger Bauteil, ähnlich den oft verwendeten Siloformen für die Lagerung von Grünfutter, aber aus Ziegel, errichtet wurde. Er befindet sich an der selben Stelle, an der früher der Abgang in den Keller lag. Seine Hülle besteht aus senkrecht gestellten Langziegeln aus einer Ziegelproduktion ganz in der Nähe und scheint schon immer da gewesen zu sein.

Ein nur überdachter Abstellplatz im Hof wurde mit einer Ziegelwand und einem großen Fenster in einen Innenraum verwandelt. Die Struktur bildet in diesem Fall der selbe Langziegel, nur als hochgestelltes Fisch­grätmuster. Auch im Inneren trachteten die Architekten, möglichst viel der alten Substanz zu erhalten. Dachbalken liegen offen, sind indigoblau gestrichen, alte Holztüren feinsäuberlich restauriert und unbehandelt, Teile des Steinmauerwerkes sind unverputzt, alte Fliesenbeläge restauriert – all das ergibt den Charme dieser Architektur. Es war eine methodische Mischung aus Archäologie und architektonischer Feinstarbeit.
Etwaige, notwendige strukturelle Verstärkungen aus Stahl wurden schwarz gestrichen, um als eine Art Farbcode den Unterschied zwischen alt und neu herauszuarbeiten. Zusätzlich zu dem Spiel mit Materialien und Farbe, benutzte man das Naturlicht in allen Varianten, um den Charakter der Innenräume zu betonen.

 

 

Fotos:©OOIIO Architecture, josefotoinmo

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