Musik aus der Box – Frankreich

12. Juli 2017 Mehr

Das Zentrum für Moderne Musik in Évreux, Frankreich, entworfen von den Hérault Arnod architectes, zeigt sich als Agglomeration einiger scharfkantiger, metallener Volumina. Erst durch die davor geparkten Autos lassen sich ungefähre Proportionen erahnen, die mit Metallplatten verkleideten Körper verwehren dies.

Einer dieser Körper ist an der Vorderseite offen, bildet einen Rahmen und seine holzverkleideten Innenseiten laden zum Nähertreten ein. Der Komplex besteht aus zwei Auditorien und den Aufnahmestudios einer lokalen Radiostation sowie einem Café. Die Hauptkonzerthalle sitzt nordseitig auskragend im ersten Stock. Verbunden sind die Körper durch ein großes Deck, eine öffentliche Terrasse, die von einem Ende des Gebäudes bis zum anderen reicht.
Aus Gründen der Akustik sind der Konzertsaal und die Aufnahmestudios in getrennten Stahlbetonboxen realisiert. Die Verkleidung des Gesamten mit Metallplatten agiert wie eine zweite Fassade, die eine zusätzliche Akustikisolierung bewirkt. Sie ist undurchsichtig, einige Teile sind matt, andere wiederum poliert und spiegeln die umgebende Natur.
Die Herausforderungen an die Architektur waren die enorme Größe und weitläufige Ebene des Geländes. Im Vergleich dazu ist der neu gebaute Komplex relativ klein. Durch die einfachen Gebäudeformen ist das neue Zentrum für Moderne Musik jedoch auch aus weiter Distanz für das Auge gut fassbar.
Die Terrasse, welche die einzelnen Körper des Gebäudes verbindet, soll die Synergie mit dem Fest- und Freizeitgelände fördern und die Besucher vom reinen Konsumieren zur aktiven Raumnutzung führen. Außerdem dient sie als Bühne für Freiluftaufführungen.

 

Fotos: ©André Morin

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Kategorie: Magazin