Mut zum Wohnen – Künstlerwohnung in Tschechien

16. August 2019 Mehr

Künstlerwohnung in Tschechien

Mut zur Gestaltung außergewöhnlicher Wohnräume findet man in Tschechien genug, siehe das Beispiel einer Künstlerwohnung für einen Musiker in Usti nad Labem. Mit einem minimalen Budget von 27.000 Euro hat sich der Künstler vom tschechischen Architekten Štěpán Havlík seine insgesamt 103 m2 große Wohnung gestalten lassen. Das 33 m2 große Tonstudie des Musikers war nicht Teil des Projektes.

 

Künstlerwohnung Tschechien

 

Es handelte sich um ein Appartement im zweiten Stock eines Neubaus, einige Elemente, wie Böden und Fenster blieben unangetastet. Die Inspiration für das Design brachte der Besitzer ein: Es waren die Einrichtungen der vielen alten Häuser in den umliegenden Hügeln. Eine andere war seine Liebe zu den Bauernhöfen der Provence. Aus diesen eher unterschiedlich scheinenden Vorstellungen des Kunden schuf Architekt Havlik ein konkretes Resultat, ohne Phrasen der architektonischen Vergangenheit zu wiederholen. Der Entwurf entstand aus der Atmosphäre dieser Referenzen. Die Inneneinrichtung bezieht ihre Anregung aus den Holzmöbeln der Landhäuser und ihr Licht aus der Provence. Die Materialwahl ist von der umliegenden Natur beeinflusst. Die drei Grundwerkstoffe für den Innenbereich waren: ein dunkler Zementanstrich, Eichenholz und helles Birkensperrholz.

Im Wohn-Essbereich und in der Küche entschied man sich zu einer abgehängten Decke. Unter dieser sind die unansehnlichen Installationen und Absaugungen verborgen. Ebenso enthält diese Decke jede Menge Spots um eine ausreichende Beleuchtung zu ermöglichen, auch verschiedenste Aufhängevorrichtungen sind in ihr integriert, da der Besitzer ein Kletterer ist und zu Hause oft trainiert. Die Decke ist überhaupt ein Blickfang: Sie ist in zarten, harmonischen Farben gestaltet und vermittelt durch ihre Facettierung eine natürliche Lebhaftigkeit. Verwendet wurden dafür nicht Gipskarton-, sondern vom Tischler gefertigte und montierte Sperrholzplatten, die wiederum an Kletterfelsen erinnern.

Den ursprünglich unnötig großen Eingangsbereich teilt nun eine Wand in ein separates WC und ein Foyer. So entsteht auch – im Augenblick des Eintretens – eine starke (Blick)Verbindung zu dem Fenster über dem Esstisch in der Küche. Die Wand ist von großen „Laden“, die aus den Wänden kommen, bestimmt. Kleine Details, wie die Bänke und der Esstisch oder die Griffe an den Kleiderschränken zeugen von einer intensiven Hingabe des Architekten zur Gestaltung und viel Aufmerksamkeit für die Wünsche seines Kunden.

 

Fotos:©Jakub Skokan, Martin Tůma

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Kategorie: Magazin

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