Theater in alten Mauern – Bristol Old Vic

18. März 2019 Mehr

Das Bristol Old Vic ist das älteste, ununterbrochen in Betrieb stehende Theater in der Englisch sprechenden Welt. 1972 wurde es vom bekannten, britischen Architekten Peter Moro mit einem neuen Foyer versehen. Sein Konzept verband es mit der benachbarten Coopers’ Hall und benutzte diese als Haupteingang und Erschließungsfläche. Das Auditorium und die Bereiche im hinteren Teil des Hauses wurden dann 2012 von Architekt Andrzej Blonski renoviert. Also gab es bereits eine Menge von Eingriffen in der 252 Jahre dauernden Geschichte des Hauses.

 

Bristol Old Vic

 

Dieses Denkmal wurde nun von Architekt Haworth Tompkins renoviert und mit einem neuen, öffentlichen Foyer samt Studiotheater ausgestattet. Als Resultat einer fünf Jahre dauernden, intensiven Studie für das Design und die Konstruktion, öffnet sich nun die Front des Hauses zu einem breiteren und mehr diversen Publikum und bringt Theater in das Herz der Stadt Bristol. Das neue Foyer präsentiert sich als eine zwanglose Erweiterung des Straßenraumes, als gedeckter öffentlicher Bereich und auch als ein diskretes Bauwerk. Sein Bereich ist gerahmt und auch gedeckt durch eine Holzkonstruktion und Glas, um das Tageslicht eindringen zu lassen.

Das Herzstück ist die vielfach veränderte Fassade des gregorianischen Auditoriums, die nun zum ersten Mal von der Straße aus sichtbar wird. Sie wird durch große Oberlichten belichtet und ihre historischen Veränderungen von mehreren neuen Durchbrüchen überschrieben. Zwischenebenen, hölzerne Verbindungsstiegen und Aussichtsplattformen ermöglichen ihre Begehung als gesellschaftliche Ebene vor und nach Aufführungen. Für die Öffentlichkeit bietet sich das Foyer untertags als Café, Bar und Treffpunkt an.

Die Südfassade wurde als öffentliches Kunstwerk konzipiert, sie besteht aus beweglichen Sonnenblenden und Jalousien, diese werden von Hand bewegt und tragen Texte des Grußwortes, welche bei der Eröffnung 1766 vom ehemaligen Stadtdichter Miles Chambers geschrieben worden ist. Dieser Text betont die lange Historie des Theaters und spielt auch auf das Leben der heutigen und der zukünftigen Stadt an.

Im Anschluss an das Foyer besetzt ein neues Studiotheater den Raum des ehemaligen Fasshandels der Coopers’ Hall im Erdgeschoss und Keller. Es schreibt sich in die alten Mauerflächen ein und bekommt sein Licht von den eisernen Fenstern auf der Straßenseite. Der ursprüngliche erste Stock der Coopers’ Hall wurde in einen großen Veranstaltungsraum rückgebaut und dient als Erweiterung des Foyers.

 

Fotos:©Philip Vile, Fred Howarth

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Kategorie: Magazin

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