Wegweiser in die Zukunft – Stadtquartier Neckarbogen

18. September 2019 Mehr

Wegweiser in die Zukunft – Stadtquartier Neckarbogen

Im Auftrag der Stadtsiedlung Heilbronn GmbH realisierte das Berliner Architekturbüro Kaden+Lager einen Neubau zur Stadtausstellung im Rahmen der Bundesgartenschau Heilbronn 2019. Dieses „Stadtquartier Neckarbogen“ kann Zug um Zug weiterentwickelt werden und einmal bis zu 3.500 Bewohnern ein Zuhause geben.

 

Stadtquartier Neckarbogen

 

Für eine grüne Umgebung sorgen die Daueranlagen der BUGA mit der Seenlandschaft, dem Neckaruferpark, dem Hafenberg mit Himmelspfad und der urbanen Aue. Mit 34 Metern wird die Architektur mit der Bezeichnung SKAIO das aktuell höchste Holzhaus in Deutschland. Am Eingang des Bundesgartenschau-Geländes empfängt der Neubau den Besucher als Wegweiser in die Zukunft und zeigt die erfolgreiche Kombination von nachhaltiger Bauweise und anspruchsvoller Gestaltung.

Das Hochhaus wurde in einer Holz-Hybrid-Bauweise errichtet: Wände und Decken sind aus Holz und machen den überwiegenden Teil der Konstruktion aus. Nach der Vorfertigung erfolgte die Montage vor Ort. Ein Stockwerk pro Woche ist ein beachtlicher Baufortschritt. Die Stützen des Neubaus bestehen aus Brettschichtholz. Sockelgeschoss und Treppenhaus bestehen jeweils aus Stahlbeton und wurden zuerst errichtet. Für die Holzwände und -decken hat man ausschließlich Fichtenholz mit PEFC-Zertifikat verwendet. Über dem verglasten Sockelbereich mit sichtbarem Erschließungskern aus Beton setzen sich die Obergeschosse mit einer hochwertigen Aluminiumlochfassade ab. Auf den zweiten Blick lassen die Holz-Unterseiten der Loggien auch von außen erkennen, dass der Bau ein Holzgebäude ist.

 

Stadtquartier Neckarbogen

 

Die Decken bestehen aus Brettsperrholz, die Stützen aus Brettschichtholz. Die gesamten Horizontallasten der Aussteifung werden von dem Stahlbetonkern, der auch als notwendiger Fluchtweg dient, abgetragen. Die sichtbar eingebauten, 240 mm starken Brettsperrholzdecken spannen von innen (dem Stahlbetonkern) in Richtung der Außenwände. Aufgrund der großen Öffnungen in den Außenwänden und auch um Setzungen vorzubeugen, liegen die Decken dort auf Stahlunterzügen auf. Diese wiederum tragen ihre Vertikallast über blockverleimtes Brettschichtholz, das ebenfalls später sichtbar bleibt, in die Gründung ab. Für die nicht tragenden Außenwände wird Brettsperrholz gewählt, das außenseitig noch eine Dämmung und eine Gipsfaser-Platte erhält.

Die im Standard offen und hell gestalteten 1- bis 2-Zimmer-Mietwohnungseinheiten (60 Stück) werden über einen Erschließungskern mit Aufzügen und Sicherheitstreppenhaus barrierefrei erreicht, sind zwischen 40 und 90 m² groß und können aufgrund des Gebäudekonzeptes zusammengeschaltet werden. Die Wohnungen sind mit Fußbodenheizung und Einbauküche ausgestattet und haben öffenbare, bodentiefe Fenster. Nahezu alle Wohnungen verfügen zudem über eine Loggia. Das Dach ist teilweise als extensives Gründach geplant. Als weitere Attraktionen sind für die Bewohner zwei möblierte gemeinschaftliche Dachterrassen inklusive bewirtschaftbaren Gemüsegärten vorgesehen. Den Bewohnern präsentiert sich in über 30 m Höhe ein spektakulärer Ausblick über die Stadt Heilbronn und den Neckar.

 

Fotos:©Bernd Borchardt

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Kategorie: Magazin

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