Kunstvolle Außenhaut – Kunsthalle Mannheim

27. Juli 2018 Mehr

Ein Paradebeispiel bürgerlichen Engagements und architektonischen Geschicks ist Deutschlands größter Museums-Neubau, die Ende 2017 eröffnete Kunsthalle Mannheim. Nach dem Konzept von gmp Architekten von Gerkan, Marg und Partner entstand hier eine Stadt in der Stadt, die in Anspielung auf den historischen Grundriss Mannheims klassische Museumsarchitektur neu interpretiert.

 

Kunsthalle Mannheim_04

 

Visuell verbunden wird die Komposition raumbildender Kuben durch eine filigrane Haut aus einem bronzefarbigen Edelstahlgewebe und diese transluzente Hülle moderiert subtil den Dialog von Innen- und Außenwelt. Zugleich übersetzt die virtuos variierende Transparenz des Gewebes die Maßstäblichkeit des Baus in eine gleichberechtigte Nah- und Fernwirkung. Vor den großformatigen Glasflächen befindet sich ein deutlich höherer Transparenzgrad des Gewebes als vor den Faserzementplatten vor den Kuben und somit verliert die gewebte Haut trotz der gewaltigen Dimensionen von Baukörper und Hülle auch aus der Ferne nichts von ihrer textilen Wirkung. Aus insgesamt 72, jeweils circa 20 Meter langen und 3,26 Meter breiten Paneelen entstand so eine filigrane Membran, die der Kunsthalle ihr variantenreiches Gesicht verleiht. Mit dezenter Brillanz des warmen Bronzetons nimmt die Haut die Farbigkeit des Sandsteins der Nachbargebäude auf. Aus dem Museum heraus erlaubt die transparente Hülle den unverstellten Blick auf die Stadt und den Wasserturm. Gleichzeitig gewährt sie Passanten einladende Einblicke in das museale Leben.

Das Konzept des Museums als Stadt in der Stadt besteht aus 13 versetzt angeordneten Kuben unterschiedlicher Höhe und Breite. Sieben dieser Kuben gruppieren sich um das Herz der neuen Kunsthalle Mannheim, dem 700 Quadratmeter großen, 22 Meter hohen, offenen Atrium. Über Galerien, Terrassen und Brücken sind sie miteinander verbunden. Insgesamt drei Ausstellungsebenen – in der ersten Etage mit dem geschosshohen Stadt-Fenster, das einen imposanten Blick auf den Wasserturm bietet – erschließen der Kunsthalle neue Möglichkeiten der Präsentation. Das mit einem Glasdach überspannte, lichtdurchflutete Atrium eröffnet Blickbeziehungen in alle Richtungen.

 

Fotos:©GKD

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