Perforierte Backsteinhaut

26. April 2017 Mehr

Ein abgekanteter Pyramidenstumpf der Basler Architekten Herzog & de Meuron ergänzt das gewaltige Kraftwerk Bankside am Südufer der Themse, in dem seit 2000 die Tate Modern, eines der wichtigsten Museen für moderne und zeitgenössische Kunst in Europa, beheimatet ist. Das perforierte Klinkerkleid des Neubaus verbindet nicht nur materialästhetisch die unterschiedlichen Baukörper miteinander, sondern verleiht der Gebäudehülle Plastizität und lässt sie nachts von innen strahlen.

 

Gima_Tate Modern

 

Mit diesem sogenannten Switch House besitzt die Tate Modern 60 Prozent mehr Fläche für Performances, Installationen und interaktive Lernprogramme. Auf einer dreieckigen Grundfläche erhebt sich das 64 Meter hohe Gebäude, dessen Form einer gekappten Pyramide, die spannungsvoll nach innen abknickt, nachempfunden ist, und so immer wieder neue interessante Blickachsen eröffnet. Während die Galerien als White Cube ohne direktes Tageslicht auskommen, sind die Vorräume und Durchbrüche durch präzis gesetzte horizontale Schlitze in der puristischen Backsteinhaut überraschend hell und lichtdurchflutet. Mithilfe eines austarierten Wechsels von Stein und Öffnung gelingt es den Architekten mit dem schweren Material licht- und luftdurchlässige Außenflächen zu gestalten, die durch eine sorgfältige Detaillierung der Nahtstellen, Kanten und Übergänge überzeugen.

 

 

 

Ihre besondere Plastizität erhält die Fassade durch die im Versatz und Zahnschnittmuster gelegten GIMA Klinker im quadratischen Grundformat von 215 Millimeter Kantenlänge bei 69 Millimeter Höhe. Diese sind nicht im herkömmlichen Sinn gemauert, sondern zusammengesetzt zu Modulen von immer zwei miteinander vermörtelten Steinen und im Prinzip einer vorgehängten, hinterlüfteten Fassade montiert. Um das Mauerwerk horizontal und vertikal an die dreidimensional geneigte Gebäudeform anzupassen, wurde die Fassade in Spanten unterteilt und 336.000 Klinkersteine, in 212 verschiedenen Typen, mit Edelstahlstiften und Kunstharzgelenken in Blöcken mit der Unterkonstruktion verbunden. Hierfür wurden fünf verschiedene Ziegelarten definiert: Stufenziegel für die senkrecht und schräg perforierten Fassadenbereiche sowie für die senkrechten geschlossenen Flächen und bündige Ziegel für die senkrechten und schrägen geschlossenen Fassaden. Für die Gebäudekanten und Faltungen kamen zusätzlich individuelle Steine und angeschnittene Standardsteine zum Einsatz, um die Fläche zwischen den aneinandergrenzenden Steigungen zu realisieren.

 

 

Gima_Tate Modern by night

Fotos: © Anke Müllerklein

 

 

GIMA Girnghuber GmbH
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Kategorie: Produktnews, Wand

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